Immer dieser zweite Gang!

Eine enorme Lästigkeit beim italienischen Essen sind die diversen Gänge, die eine gute Hausfrau aufzutischen hat. Während man auf deutschen Tellern Fleisch, Gemüse etc. zusammen serviert, wird bei den Italiener, die auf ihren zweiten Gang bestehen, generell zuerst die Paste mit Sauce und danach das Fleisch oder der Fisch serviert. Was macht man aber, wenn man keine Fleisch- oder Fischstückchen als zweiten Gang hat, weil man zum Beispiel Linsen mit Reis gegessen hat?

IMG_20130324_221929Da springen bei uns oft Blätterteigtaschen ein, die mit einem Gemisch aus Mozarella, Dosentomaten, Thunfisch und ein bisschen Parmesan gefüllt und im Ofen gebacken werden. Maria nennt sie Sgonfiotti, was so viel wie Windbeuel bedeutet, und so werden sie gemacht.

IMG_20130324_221848Zuerst den Blätterteig ausrollen und die gewünschte Form ausstechen. Wir nehmen dazu immer ein Trinkglas.

IMG_20130324_221813Etwa einen Teelöffel des Mozarella-Thunfisch-Gemisches darauf verteilen, den “Deckel” auflegen und rundherum mit einer Gabel gut andrücken.

IMG_20130324_221734Die fertigen Sgonfiotti-Rohlinge mit Eigelb bepinseln, damit sie beim Backen eine appetitlich braune Farbe bekommen.

IMG_20130324_221629Nach zehn/ fünfzehn Minuten im vorgeheizten Backofen bei ca. 180 Grad sind sie fertig. Sie eigenen sich auch gut als leichtes Abendessen.

Jedem sein Heiliger Nikolaus

Nachdem sich die Baresen 1087 die Gebeine des heiligen Nikolaus’ von Myra gesichert und in ihre Basilika am Meer “überführt” hatten, mussten die Einwohner und besonders die Geistlichen der nur eine knappe Autostunde entfernt liegenden Stadt Trani zusehen, wie immer mehr Pilger Geld nach Bari brachten, während sich nur wenige nach Trani verirrten. Was lag da näher, als eine eigene Einkommensquelle nach dem gleichen Muster Kathedrale zu Ehren eines Nikolaus’ zu bauen?

IMG_7277Zufällig hauchte ein junger Grieche mit gleichem Namen, der (Achtung! Noch ein Zufall.) in seinem kurzen Leben mehrere Wunder vollbracht haben sollte, wenig später sein Leben in Trani aus. Damit hatte er sich nicht nur für eine Heiligsprechung, sondern auch gleich für ein eigenes Gebäude ihm zu Ehren qualifiziert.

IMG_7282Mit einer ungewöhnlichen Lösung für den Glockenturm versehen und direkt am Meer gelegen ist die über der Gruft des Heiligen Leukios und der Unterkirche Santa Maria della Scala erbaute Kathedrale San Nicola Pellegrino bis heute ein Touristenmagnet in Trani (genauer nachzulesen bei Rotter).

Alles andere als grau II

Nachdem ich auf den Hilferuf nach “einer anderen Farbe als grau” von Eine handvoll Dackel reagiert hatte und ein Sonnenuntergangsfoto für Dackel Dendes Frauchen im Hohen Norden Deutschlands gepostet hatte, schickte Maria aus Deutschland ein ganz tolles Foto von einem Sonnenuntergang, den sie aus einem Flugzeug fotografiert hat. Traumhaft, nicht wahr?

Foto

Für alle mit Fernweh

Aber noch ein weiterer, stimmungsvoller Gastsonnenuntergang – dieses Mal über Berlin – ist bei mir eingegangen; zu besichtigen hier auf dem Blog von Vilmoskörte.

Grotten und grottenschlechter Service

Apulienbesucher, die nicht an Klaustrophobie leiden, muss der gute Touristenführer natürlich in die Grotten von Castellana geleiten. Darüber habe ich schon einige Beiträge verfasst. So ist es auch geschehen, als mein Cousin mich unlängst besuchte. Durch zwei Begebenheiten, die typisch für Italien und die Italiener sind, wurde gerade dieser Besuch unvergesslich, obwohl es schon mein siebter seit dem Jahr 2000 gewesen ist.

Italiener haben keinen Respekt vor Verboten

In den Grotten von Castellana ist es außer in der ersten Höhle verboten zu fotografieren, weil Licht den Mineralien schadet und man natürlich mit professionellen Fotos und Büchern Geld verdienen möchte, das sicherlich unter anderem für die weitere Erschließung und andere Kosten verwendet wird. Besonders stolz sind die Castellaner auf ihre weiße Grotte, in der sämtliche Stalaktiten, Stalagmiten und Säulen aus weißen Mineralien bestehen.

Als wir mit unserer Gruppe jedoch beim letzen Besuch in der weißen Grotte eintrafen machten bereits Italiener aus der Gruppe vor uns ungehemmt Fotos, sodass unsere Führerin schließlich meinte, wir sollten keinen Blitz verwenden und uns mit dem Fotografieren beeilen, damit die nächste Gruppe es nicht mitbekommen möge. Hier also ein halb-autorisiertes Handyfoto ohne Blitzlicht.

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La grotta bianca – Die weiße Grotte

Die Bahn kommt

Nach dem Höhlenbesuch drückten wir uns noch eine Weile in den kleinen Souvenirshops herum, um dann zu gegebener Zeit den Bahnsteig aufzusuchen. Dieser wurde eigens für Grottenbesucher auf freiem Feld errichtet und besteht aus einem Mäuerchen, zwei Bänken und einer Konstruktion mit einem winzigen Dach.

Die Sonne brannte. Unser Wasser war alle. Meine Blase drückte. Aber in nur zehn Minuten sollte der Zug kommen. Wir setzten uns also auf das Mäuerchen in den Schatten einer Robinie und waren guter Dinge. Nach zehn Minuten kam jedoch kein Zug. Auch nicht nach 15. Nach 20 Minuten rief mein Cousin “Da kommt er!” und sprang von der Mauer. Besagter Zug gab jedoch nur ein langgezogenes Tuten von sich und brauste an uns vorüber. “Für zwei Hanseln halte ich nicht, wenn ich schon Verspätung habe!” – sollte das wohl heißen. Danke Ferrovie Sud Est! Ein Musterbeispiel an Service.  Die Sonne brannte weiter. Die Mauersteine piekten am Po. Meine Blase drückte noch mehr, aber das Wasser war zum Glück alle.

Mein Cousin spielte nun Clubmusik auf seinem Handy. Ein monotones, scheinbar ewig langes Stück, das ich wohl für immer mit der Bahnstation Grotte di Castellana verbinden werde – irgendwas mit “summertime” und “sadness”.  Doch ehrlich gesagt, war ich weder traurig noch verärgert über diese Begebenheit. Sie passte einfach zu Süditalien wie die Faust auf’s Auge und  gab mir die Möglichkeit, meine in zwei Jahren angelernte, apulische Gelassenheit zu demonstrieren, indem ich mich nun auf einer Bank in der Sonne ausstreckte und beschloss, mich ein bisschen zu rösten und erst unruhig zu werden, wenn auch der nächste Zug nicht anhalten würde. Selbst meine Blase entspannte sich und gab das Drücken auf.

Nach ungefähr zehn Mal “summertime sadness” kam dann der nächste Zug und so gelangten wir auch wieder zurück nach Triggiano. Maria, die uns zum Mittagessen erwartet hatte, war inzwischen schon in höchster Alarmbereitschaft und wähnte uns in den Grotten verschollen. Aus purer Erleichterung und um dieses schlechte Beispiel an apulischer Gastfreundschaft wieder wettzumachen, kellte sie uns Beiden eine doppelte Portion vom Mittagessen auf, ließ mich aber vorher zum Glück ihr Bad benutzen.

Alles andere als grau

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Da mich ein Hilferuf nach “einer anderen Farbe als grau” von Eine handvoll Dackel ereilt hat und ein Sonnenuntergang gewünscht wurde, hier also unsere Sonnenuntergangsecke auf der Traumwohnungsterrasse.

Falls das jemand liest, der auch Sonnen(untergangs)fotos für den Norden Deutschlands hat, der kann gern bei der Stimmungshebung helfen und ein Foto posten, sowie in einem Kommentar darauf hinweisen.

3 x F = Sommer 2014 – Faulenzen, Fußball und Familie

Faulenzen in der Sommersonne

IMG_20140713_193637Es ist warm und der Wärme angemessen bin ich träge geworden. IMG_20140713_193714Wenn ich mal nicht arbeite – in diesem Sommer scheint es kein Arbeitssommerloch für mich zu geben – dann sehe ich den Birnen beim Wachsen zu oder zähle die Früchte an meinem Feigenbaum “Federico” (68) oder an den Kaktusfeigen – vorzugsweise abends nach einem entspannenden Abendbrot unter dem Sonnenschirm.

Fußball (Ja, wirklich!)

Der Fußballsommer hat in Italien ja bereits nach wenigen Wochen ein abruptes Ende gefunden. Doch da Deutschland sich bis ins Finale gespielt hat, werde ich trotzdem ständig auf die Weltmeisterschaft angesprochen. Das gute Abschneiden unserer Mannschaft war zwar eine erfreuliche Sache, mir jedoch im Grunde meines Herzens egal, bis … ja, bis sich einer meiner Schüler am Freitag mit den Worten “Wir sehen uns wieder, wenn Argentinien gewonnen hat.” verabschiedete. Angesichts dieser verbalen Herausforderung würde ich den deutschen Jungs jetzt gern zurufen: Bitte spielt die Argentinier für mich in Grund und Boden! Danke.

Mein Schüler wird trotzdem wiederkommen. Soweit ich weiß, hat er den Kurs nämlich schon bezahlt. (Haha!)

Kochende Cousins

IMG_20140713_185602Zuletzt möchte ich allen Lesern raten, mindestens einemIMG_7441 Familienmitglied den Beruf des Kochs ans Herz zu legen. An dieser Stelle meinem lieben Cousin einen herzlichen Gruß nach Berlin. Es war sehr schön, dass Du da warst und uns so gut bekocht hast! Ohne Dich wäre unser erstes, großes Grillen in Familie mit Sicherheit nervenaufreibender geworden.