Jedem sein Heiliger Nikolaus

Nachdem sich die Baresen 1087 die Gebeine des heiligen Nikolaus’ von Myra gesichert und in ihre Basilika am Meer “überführt” hatten, mussten die Einwohner und besonders die Geistlichen der nur eine knappe Autostunde entfernt liegenden Stadt Trani zusehen, wie immer mehr Pilger Geld nach Bari brachten, während sich nur wenige nach Trani verirrten. Was lag da näher, als eine eigene Einkommensquelle nach dem gleichen Muster Kathedrale zu Ehren eines Nikolaus’ zu bauen?

IMG_7277Zufällig hauchte ein junger Grieche mit gleichem Namen, der (Achtung! Noch ein Zufall.) in seinem kurzen Leben mehrere Wunder vollbracht haben sollte, wenig später sein Leben in Trani aus. Damit hatte er sich nicht nur für eine Heiligsprechung, sondern auch gleich für ein eigenes Gebäude ihm zu Ehren qualifiziert.

IMG_7282Mit einer ungewöhnlichen Lösung für den Glockenturm versehen und direkt am Meer gelegen ist die über der Gruft des Heiligen Leukios und der Unterkirche Santa Maria della Scala erbaute Kathedrale San Nicola Pellegrino bis heute ein Touristenmagnet in Trani (genauer nachzulesen bei Rotter).

Alles andere als grau II

Nachdem ich auf den Hilferuf nach “einer anderen Farbe als grau” von Eine handvoll Dackel reagiert hatte und ein Sonnenuntergangsfoto für Dackel Dendes Frauchen im Hohen Norden Deutschlands gepostet hatte, schickte Maria aus Deutschland ein ganz tolles Foto von einem Sonnenuntergang, den sie aus einem Flugzeug fotografiert hat. Traumhaft, nicht wahr?

Foto

Für alle mit Fernweh

Aber noch ein weiterer, stimmungsvoller Gastsonnenuntergang – dieses Mal über Berlin – ist bei mir eingegangen; zu besichtigen hier auf dem Blog von Vilmoskörte.

Grotten und grottenschlechter Service

Apulienbesucher, die nicht an Klaustrophobie leiden, muss der gute Touristenführer natürlich in die Grotten von Castellana geleiten. Darüber habe ich schon einige Beiträge verfasst. So ist es auch geschehen, als mein Cousin mich unlängst besuchte. Durch zwei Begebenheiten, die typisch für Italien und die Italiener sind, wurde gerade dieser Besuch unvergesslich, obwohl es schon mein siebter seit dem Jahr 2000 gewesen ist.

Italiener haben keinen Respekt vor Verboten

In den Grotten von Castellana ist es außer in der ersten Höhle verboten zu fotografieren, weil Licht den Mineralien schadet und man natürlich mit professionellen Fotos und Büchern Geld verdienen möchte, das sicherlich unter anderem für die weitere Erschließung und andere Kosten verwendet wird. Besonders stolz sind die Castellaner auf ihre weiße Grotte, in der sämtliche Stalaktiten, Stalagmiten und Säulen aus weißen Mineralien bestehen.

Als wir mit unserer Gruppe jedoch beim letzen Besuch in der weißen Grotte eintrafen machten bereits Italiener aus der Gruppe vor uns ungehemmt Fotos, sodass unsere Führerin schließlich meinte, wir sollten keinen Blitz verwenden und uns mit dem Fotografieren beeilen, damit die nächste Gruppe es nicht mitbekommen möge. Hier also ein halb-autorisiertes Handyfoto ohne Blitzlicht.

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La grotta bianca – Die weiße Grotte

Die Bahn kommt

Nach dem Höhlenbesuch drückten wir uns noch eine Weile in den kleinen Souvenirshops herum, um dann zu gegebener Zeit den Bahnsteig aufzusuchen. Dieser wurde eigens für Grottenbesucher auf freiem Feld errichtet und besteht aus einem Mäuerchen, zwei Bänken und einer Konstruktion mit einem winzigen Dach.

Die Sonne brannte. Unser Wasser war alle. Meine Blase drückte. Aber in nur zehn Minuten sollte der Zug kommen. Wir setzten uns also auf das Mäuerchen in den Schatten einer Robinie und waren guter Dinge. Nach zehn Minuten kam jedoch kein Zug. Auch nicht nach 15. Nach 20 Minuten rief mein Cousin “Da kommt er!” und sprang von der Mauer. Besagter Zug gab jedoch nur ein langgezogenes Tuten von sich und brauste an uns vorüber. “Für zwei Hanseln halte ich nicht, wenn ich schon Verspätung habe!” – sollte das wohl heißen. Danke Ferrovie Sud Est! Ein Musterbeispiel an Service.  Die Sonne brannte weiter. Die Mauersteine piekten am Po. Meine Blase drückte noch mehr, aber das Wasser war zum Glück alle.

Mein Cousin spielte nun Clubmusik auf seinem Handy. Ein monotones, scheinbar ewig langes Stück, das ich wohl für immer mit der Bahnstation Grotte di Castellana verbinden werde – irgendwas mit “summertime” und “sadness”.  Doch ehrlich gesagt, war ich weder traurig noch verärgert über diese Begebenheit. Sie passte einfach zu Süditalien wie die Faust auf’s Auge und  gab mir die Möglichkeit, meine in zwei Jahren angelernte, apulische Gelassenheit zu demonstrieren, indem ich mich nun auf einer Bank in der Sonne ausstreckte und beschloss, mich ein bisschen zu rösten und erst unruhig zu werden, wenn auch der nächste Zug nicht anhalten würde. Selbst meine Blase entspannte sich und gab das Drücken auf.

Nach ungefähr zehn Mal “summertime sadness” kam dann der nächste Zug und so gelangten wir auch wieder zurück nach Triggiano. Maria, die uns zum Mittagessen erwartet hatte, war inzwischen schon in höchster Alarmbereitschaft und wähnte uns in den Grotten verschollen. Aus purer Erleichterung und um dieses schlechte Beispiel an apulischer Gastfreundschaft wieder wettzumachen, kellte sie uns Beiden eine doppelte Portion vom Mittagessen auf, ließ mich aber vorher zum Glück ihr Bad benutzen.

Alles andere als grau

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Da mich ein Hilferuf nach “einer anderen Farbe als grau” von Eine handvoll Dackel ereilt hat und ein Sonnenuntergang gewünscht wurde, hier also unsere Sonnenuntergangsecke auf der Traumwohnungsterrasse.

Falls das jemand liest, der auch Sonnen(untergangs)fotos für den Norden Deutschlands hat, der kann gern bei der Stimmungshebung helfen und ein Foto posten, sowie in einem Kommentar darauf hinweisen.

3 x F = Sommer 2014 – Faulenzen, Fußball und Familie

Faulenzen in der Sommersonne

IMG_20140713_193637Es ist warm und der Wärme angemessen bin ich träge geworden. IMG_20140713_193714Wenn ich mal nicht arbeite – in diesem Sommer scheint es kein Arbeitssommerloch für mich zu geben – dann sehe ich den Birnen beim Wachsen zu oder zähle die Früchte an meinem Feigenbaum “Federico” (68) oder an den Kaktusfeigen – vorzugsweise abends nach einem entspannenden Abendbrot unter dem Sonnenschirm.

Fußball (Ja, wirklich!)

Der Fußballsommer hat in Italien ja bereits nach wenigen Wochen ein abruptes Ende gefunden. Doch da Deutschland sich bis ins Finale gespielt hat, werde ich trotzdem ständig auf die Weltmeisterschaft angesprochen. Das gute Abschneiden unserer Mannschaft war zwar eine erfreuliche Sache, mir jedoch im Grunde meines Herzens egal, bis … ja, bis sich einer meiner Schüler am Freitag mit den Worten “Wir sehen uns wieder, wenn Argentinien gewonnen hat.” verabschiedete. Angesichts dieser verbalen Herausforderung würde ich den deutschen Jungs jetzt gern zurufen: Bitte spielt die Argentinier für mich in Grund und Boden! Danke.

Mein Schüler wird trotzdem wiederkommen. Soweit ich weiß, hat er den Kurs nämlich schon bezahlt. (Haha!)

Kochende Cousins

IMG_20140713_185602Zuletzt möchte ich allen Lesern raten, mindestens einemIMG_7441 Familienmitglied den Beruf des Kochs ans Herz zu legen. An dieser Stelle meinem lieben Cousin einen herzlichen Gruß nach Berlin. Es war sehr schön, dass Du da warst und uns so gut bekocht hast! Ohne Dich wäre unser erstes, großes Grillen in Familie mit Sicherheit nervenaufreibender geworden.

Zum zweiten Jahrestag -„Buon ComPuglianno!“

IMG_7320Kinder, wie die Zeit vergeht! Schon sind zwei Jahre herum und ich feiere erneut meinen selbsternannten Apuliengeburtstag, “ComPuglianno”; dieses Mal in unserer eigenen, inzwischen komplett eingerichteten Wohnung. Seit meine Bücher, Tonträger, mein Geschirr, Tischdecken, Pflanzen und andere Kleinigkeiten aus Deutschland hier angekommen sind, fühle ich mich bei uns endlich richtig zu Hause und nicht wie in einer schönen, aber zweckmäßig eingerichteten Ferienwohnung.

IMG_7224Aber auch abgesehen von der Wohnungsrenovierung und -einrichtung ist im letzten Apulienjahr viel passiert: ich habe mit Freunden und Verwandten meine neue Heimat erkundet, meine Unterichtstätigkeit auf mehrere Schulen ausgedehnt und bin inzwischen froh über das Sommerloch. Endlich kann ich abends unsere Terrasse genießen, auf der es inzwischen in allen Ecken blüht und grünt, und komme nicht länger nur zum Schlafen nach Hause. Wer denkt, dass das Grillen nur ein deutscher Nationalsport sei, der kennt die Italiener nicht. Wir machen dabei inzwischen trotz des WM-Aus’ kräftig mit und erfreuen unsere Findelkatze Gina mit den ihr zustehenden Abgaben.

IMG_7223Sicherlich wird es auch im kommenden Apulienjahr eine Menge Überraschungen und viel zu tun geben. Es muss ja nicht gleich wieder jemand sterben, der uns nahe steht. Unsere Pläne allein für unsere Wohnung und Terrasse reichen jedenfalls noch für mindestens 10 Jahre. Private Wünsche haben wir natürlich ebenfalls genügend: von einer Vollzeitfestanstellung, über das Bestehen von Luigis Weiterbildung bis hin zur Familienvergrößerung.

Also ich bin jedenfalls gespannt und optimistisch, dass sich auch weiterhin alles zum immer Besseren entwickelt.

Deshalb auch in diesem Jahr: Buon ComPuglianno a me! … und viele liebe Grüße an alle, die heute nicht mit mir feiern können. Ich denk’ an euch!