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Strandspaziergang

san-giorgio-2In Italien ist heute ein Feiertag, den die meisten Süditaliener dazu genutzt haben, mal wieder die Kirche aufzusuchen und mit ihren Verwandten üppig zu essen. Nach dem Essen rollt man dann normalerweise auf eine horizontale Unterlage, aber da wir traumhaftes Wetter hatten, haben wir uns für einen Strandspaziergang zwischen Bari und San Giorgio entschieden.

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Am Astende eines angeschwemmten Baumstammes hat sich ein Fischernetz verfangen.

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In einem Loch im karstigen Gestein am Strand gelang es einem Strauch trotz extremer Bedingungen eine recht stattliche Größe zu erreichen.

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Frage: Braucht man im dritten Stock einen Komposthaufen?

Antwort: Ja.

Ich möchte nicht wissen, was unsere Nachbarn, welche das Vorgehen auf unserer Terrasse stets mit Interesse verfolgen, gedacht haben, als ich dieser Tage mit meinen dreckigen Gummibotten freudestrahlend über dieselbe stiefelte und pechwarzes Stollenprofil hinter mir ließ, als käme ich gerade vom heimischen Acker. Wenn es für die süditalienischen Eingeborenen mit 20 Grad nicht zu kalt zum freiwilligen Hinaustritt auf den Balkon gewesen wäre, wüsste ich es vielleicht, denn es werden sich gern ein paar höfliche Worte von Balkon zu Balkon zugerufen. Möglicherweise werde ich es im nächsten Frühjahr erfahren oder, wenn ich Nachbarn aus dem näheren Umkreis im Supermarkt treffe. Wie auch immer… dieser Bericht handelt von einem Komposthaufen und meinem diesjährigen Weihnachtsgeschenk.

Wie man in der Stadt zu einem Komposthaufen kommt

Wer hier häufiger mitliest, weiß, dass ich passionierte Stadtgärtnerin bin und gelegentlich mit meinen Händen in Erde wühlen muss. Außerdem bin ich williges Opfer einer Internetseite namens Dalani geworden, von der angeblich (und auch tatsächlich) stark heruntergesetzte Markenware aus verschiedensten Bereichen per Newsletter zu mir auf den heimischen Computer flattert. Viel zu oft schaue ich mir diese Angebote dann auch an und bestelle zum Beispiel so nützliche Sachen wie einen Komposthaufen. Komposthaufen? Ja, Komposthaufen.

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Mit einem Komposthaufen lässt man nicht nur Erde entstehen, wo man sie benötigt, sondern reduziert auch noch das lästige Hinuntertragen von Biomüll.

Als ich im letzten November die Komposthaufen oder vielmehr Plastik“würfel“ mit Deckel, in die man seine Abfälle schmeißen kann, auf der Seite sah und feststellte, dass der größte nur die Hälfte des Preises des kleinsten von ihnen kostete, traf es mich wie ein Blitzschlag: Was meine Terrasse dringend brauchte, war ein Komposthaufen, in den ich all die abgefallenen Blätter und Pflanzenteile werfen konnte, die ich so tagtäglich in den Ecken zusammenfegte und über den Biomüll entsorgte. Und da meine Terrasse recht groß ist, fand ich auch, dass der größte Komposthaufen gerade gut genug war. Außerdem hoffte ich natürlich, dass sich mit der häuslichen Produktion von Komposterde der Kauf von Säcken mit Blumenerde und vor allem das Treppensteigen mit denselben reduzieren würde.

Von den Schwierigkeiten einer Terrassenkompostproduktion

Natürlich bringt so ein Projekt „Terrassenkomposthaufen“ auch Bedenken mit sich. Schließlich muss unbedingt verhindert werden, dass sich Wasser auf den schon recht maroden Fliesen staut oder gar in diese eindringt. Das hoffte ich mit Plastikfliesen zu lösen, die ich unter dem Komposthaufen verlegte und die den gewünschten Abfluss z.B. von Regenwasser gewährleisten sollten. Dann legte ich zwei alte Wachstuchtischdecken darauf und stellte den Plastikcontainer an seinen Ort. So weit, so gut.

Blätter und anderer Pflanzenschnitt fallen bei uns genug an. Das zunächst sehr magere Häufchen Abfälle wuchs über den Winter und Frühling zu einem recht stattlichen Hügel, allerdings knisterte es verdächtig nach Heu und sah so gar nicht nach Erde aus. Eine vorsichtige Bewässerung des Heuhaufens im Sommer, ein/ zwei Eimer Gartenerde mit den darin enthaltenen Würmern und anderem winzigen Getier, sowie hin und wieder eine Zeitung (damit den Asseln und Würmern auch nicht langweilig wird) schien dennoch keinen Befeuchtungserfolg zu bringen, so dass ich immer mehr davon überzeugt war, dass ich eine Art Plastikwanne brauchte, in welcher der Komposthaufen stehen musste, um feucht genug gehalten werden zu können.

Man soll die Weihnachtsgeschenke pflanzen wie sie fallen (oder so)

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Geschenketipp: Blumen kommen immer gut an!

Luigis diesjähriges Weihnachtsgeschenk (Ja, ja! Wir sind halt ein bisschen früher dran.), eine enorme Strelizie, die in einem enormen Blumentopf enorm viel Erde brauchte, führte mir wieder vor Augen, wie schön es wäre, wenn der Komposthaufen endlich funktionierte. Also machte ich mich auf die Suche, nach einem passenden Untersatz. Über die von meinem Mechanikervater vorgeschlagene Kofferraumwanne, gelangte ich schließlich zu einem quadratischen, 1,20 m großen und 12 cm hohe Pflanzgefäß, das findige Leute, welche es bei Amazon gekauft und bewertet hatten, auch als Katzenklo oder Hundbadewanne benutzten. Komposthaufenuntergrund fügt sich nahtlos in die Liste der kuriosen Nutzungsmöglichkeiten ein. Bestellt und nur kurz daran gedacht, wie viel Blumenerde man für den Preis kaufen können hätte…

sympathische-bluetenAls ich mich letztendlich daran machte, den Komposthaufen umzuschichten, um die „Wanne“ unter den selbigen zu befördern, kam die große Überraschung. Der von außen trocken anmutende Kegel aus Pflanzenschnitt und Blättern, bestand innen aus fetter Komposterde, in der sich sogar relativ große Würmer aalten und aus der ein Battalion Kellerasseln in alle Richtungen davonstürmte. So kam es, dass ich wie eingangs beschrieben mit dreckigen Gummistiefeln freudestrahlend über meine Terrasse bottet und alle Eimer zusammensuchte, deren ich habhaft werden konnte. Vier große Eimer Erde und eine Neuinstallation später, pflanzte ich auch meine Strelizie ein und feierte die einsetzenden Rückenschmerzen als Siegestrophäe über die Widrigkeiten des Stadtgärtnerns.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten (morgen ist der 1. Advent)!

Ergänzend, weil ich fürchte, dass der Kommentar von ihr untergehen könnte, möchte ich auf einen Beitrag von Ulrike über ein sehr interessantes „Regenwürmerbuch“ und einen tollen Balkonkomposthaufen hinweisen, der das Kompostieren ganz leicht und macht und einigen Aufwand erspart: Hier lesen.

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Von Solchen und Solchen

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Ich wollte immer eine dicke, faule Katze, die den ganzen Tag auf dem Sofa sitzt, sich streicheln lässt und laut schnurrt. Während nun andere, mir völlig fremde Katzen anhänglich sind und in der Herbstsonne sogar Faxen machen, erfüllt unsere Findelkatze Gina keine der gewünschten Eigenschaften und schaut zudem immer entweder streng, gelangweilt oder genervt in die Kamera. Woran liegt das nur?

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Am Wegesrand zum Mittelalterturm

Auf dem Weg zum wildromantischen Turm von Castiglione mussten wir immer wieder Fotosstops machen

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Hinter den Olivenbäumen versteckte sich eine Masseria mit einer kleinen Kapelle.

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Und Trulli, die typisch apulischen Kegelbauten, sieht man auch im Hinterland vereinzelt stehen.

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Jurassic Pärkchen

Meine Eltern sind Schuld. Jawohl. Und ein findiger Mensch, welcher dereinst in einem Ort bei Dresden, der zu recht den Namen KLEIN-Welka trägt, seinen Garten mit selbst hergestellten Dinosauriern aus Beton statt – wie es der damaligen Zeit vermutlich angemessener gewesen wäre – mit Skulpturen von Marx, Engels oder Lenin dekorierte und für die Besichtigung ein geringes Entgeld verlangte. Aus dem Gartenprojekt eines Liebhabers ist inzwischen ein großer Freizeitpark geworden und im Moment würde ich gar nicht wissen wollen, wie sehr sich der Besuch vom Erlebnis aus meiner Kindheit unterscheidet.

Geblieben ist auf jeden Fall eine gewisse Faszination für die Urzeitriesen, die mir als Kind meine Fantasie durchgehen ließen, sodass ich im Oktober während unserer täglichen Fahrten nach Castellana Grotte, das Versprechen aus Luigi herauspresste, dass wir den dort ausgewiesenen „Parco dei Dinosauri“ besuchen würden, sobald Pasquale aus dem Krankenhaus entlassen worden wäre. Da der Park nur an Sonn- und Feiertagen geöffnet ist, bot sich der erste November als Besuchstag an.

velociraptor triceratops stegosaurus-unter-palmen dimetrodon-dimetrodonte

hinterherNatürlich war uns klar, dass es sich um eine kleine Anlage handeln musste (geschätzt vielleicht 800m²). Allerdings hatten wir nicht erwartet, so viele Dinosauerierfans dort anzutreffen. Es wimmelte nur so von Kindern zwischen Buggy-Alter und 10 Jahren. Unser 16 Monate alter Sohn Davide war von den vielen Kindern mindestens genauso begeistert wie von der im Park herumlaufenden Dinosauerierpuppe, in der ein Mensch steckte, was er vermutlich nicht erkannte. Die hinter und zwischen hohen Pflanzen versteckten Dinosauerierstatuen ließen ihn eher kalt, animierten andere Kinder jedoch zu enthusiastischen „Guck mal hier!“ und „Guck mal da!“-Ausrufen, und der Führer, dem man sich freiwillig anschließen konnte, hatte viel damit zu tun, alle Fragen der kleinen Interessenten zu beantworten.

plesiosaurus-im-seefreundlicher-brachiosaurusSchon kurz hinter dem Eingang brachte ein Plesiosaurus in einem Teich mit künstlichen Wasserfällen die Besucher zum Staunen. Brachiosaurus, Stegosaurus, Tyrannosaursus, Triceratops – alles, was vor Millionen von Jahren durch Größe beeindruckte und einen bekannten Namen hat, war in einen liebevoll durchdachten Park eingebettet und lugte hinter Pflanzen und über Bäume hervor, als stünden sie rein zufällig dort herum. Highlight war ein beweglicher Dinosaurier, der spektakulär seinen Rachen aufriss und mit dem Schwanz um sich schlug. Dazu kamen entsprechende Geräusche aus dem nebenstehenden Lautsprecher, sodass mindestens unser Kind nicht genau wusste, ob es noch staunen oder sich schon fürchten sollte.

t-rex pteranodonSechs Euro Eintrittsgeld pro Person sind vielleicht ein bisschen übertrieben, aber Kinder bis 5 Jahre dürfen kostenlos mit hinein. Es gibt Informationstafeln, den oben erwähnten Führer und natürlich einen Souvenirshop, der dafür sorgte, dass kaum eine Familie den Park ohne einen Plastikdino verließ. Ich fand’s schön und wurde sehr nostalgisch. Mama, Papa – danke für unsere Ausflüge in den Garten nach Kleinwelka!

PARCO DEI DINOSAURI, Via Conversano 159, Castellana Grotte, Tel.: 080 4961410, www.ilparcodeidinosauri.it