Auch 2015 wieder eine Liebste

Ich freue mich immer, wenn ich sehe, dass Leser regelmäßig meinen Blog besuchen und vielleicht auch einen Kommentar hinterlassen. Ein noch größeres Kompliment ist es zu erfahren, dass „MeinApulien“ zu den Lieblingsblogs eines anderen Bloggers oder Bloggerin gehört. So hat mir die Hex’nhais’l, die auf ihrer Seite auch gern mal in bayerischer Mundart schreibt, vor Kurzem den „Liebster Award“ verliehen. Dafür vielen Dank!

Die Regeln dieser Auszeichnung besagen, dass man zunächst die vom Verleiher gestellten Fragen beantworten und dann wiederum 11 Fragen an 11 andere Lieblingsblogs weitergeben soll. Ziel des Awards ist es auch, Blogs anderer Blogger kennenzulernen. Trotzdem werde ich mich auf einen Blog beschränken, da ich glaube, dass solche Award-Schneeballspiele sonst zu sehr ausufern.

Hier also auf Hex’nhais’ls Wunsch etwas mehr über mich selbst und meine Einstellung zum Leben.

Was ist deine Antriebsfeder im Leben? Woraus schöpfst Du Kraft?

Meine Antriebsfeder ist das Leben selbst. Wir haben nur das eine und das gedenke ich so gut wie möglich zu nutzen und zu genießen.

IMG_7445Aus schönen Momenten, etwa einem guten Essen in Gemeinschaft, einem Lob, einem kurzweiligen Buch, einem fröhlichen Song, einem spektakulären Sonnenuntergang oder einer außergewöhnlichen Blüte schöpfe ich Kraft und Inspiration. Wenn mir diese zum Beispiel in einer sehr arbeitsreichen Phase doch mal ausgehen sollten, dann geben mir Luigi, meine Familie und meine Freunde genügend Halt und bauen mich wieder auf.

Wie handhabst Du Wendepunkte im Leben?
Ich wurstele mich so durch. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es besser ist, einfach immer vorwärts zu gehen und sich weniger Gedanken zu machen.

Wie sehen Deine Träume aus?
Bunt, aber eher konservativ. Ich bin froh, dass ich viele meiner Träume leben konnte und kann: eine Familie, eine schöne Wohnung, Reisen, Literatur, einen abwechslungsreichen Job…

Was macht Leben für Dich aus?
Entwicklung.

Was verstehst Du unter genießen?
Genießen ist die Fähigkeit, immer wieder Momente im Alltag auszukosten, die das Leben lebenswert machen.

Was macht für Dich Lebenslust und Lebensfreude aus?
Singen, tanzen und lachen.

Lässt Du Dich jagen, von der Zeit, vom Leben, oder folgst Du Deinem eigenen Weg und Tempo. Wie sieht es da bei Dir aus?
Mein Leben schreitet von selbst eher gemütlich dahin. Von daher bin ich es manchmal, die das Leben drängen und die Zeit herausfordern will. Meistens jedoch ohne Erfolg.

Was macht ein gutes Leben für Dich aus?
Mein Leben ist ein gutes. Ich glaube, dass liegt vor allem daran, dass ich mit meinen Lieben in Frieden und relativem Wohlstand leben kann. Wenn ich mir etwas vornehme, dann setze ich meine Vorstellungen auch um, was wiederum sehr befriedigend ist und das Leben noch lebenswerter macht.

Fehlt Dir was, um dieses Leben auch zu Leben, wenn ja, was?
Nein, mir fehlt nichts. Sicher würde mir etwas einfallen, wenn ich länger über diese Frage nachdenken würde, aber warum? Ich wünschte, alle hätten es so gut wie ich – von mir aus auch besser.

Was verstehst Du unter Exzellenz des Auswählens?
Ehrlich? Gar nichts.

Sagt Dir ein Foto mehr als 1000 Worte? Was siehst Du auf den ersten Blick? Das fotografierte Motiv? Oder den Blick des Menschen, der dieses Foto entstehen ließ? Wenn letzteres, sagt’s Dir was über den Fotografen? Seinen Blick auf die Welt, usw. usf… versuch’s mal zu formulieren…

Das kommt auf das Foto an. Manche Dinge werden besser durch ein Bild illustriert, das Emotionen weckt, als durch viele Worte, die das Gesehene doch nur annähernd beschreiben können. Sprache kreist immer um einen Punkt, den sie doch nie richtig treffen kann. Was aber wiederum auch gut ist, weil es keine Texte mehr zu geben bräuchte, wenn alles schon klar gesagt worden wäre.

Ich denke, ich sehe eher das Motiv eines Fotos als den Fotografen, da ich mit Fotografie weniger Erfahrung habe. Hinter einem Text kann ich den Menschen sehr viel besser ausmachen.

***

Ich hoffe, ich habe die Fragen einigermaßen nach Deiner Vorstellung beantwortet, liebe Hex’nhais’l. Zufriedenheit macht leider wenig philosophisch, aber ich bin froh, diesen Punkt erreicht zu haben, an dem man mit sich und der kleinen Welt um sich herum im Reinen ist und sich auf das, was in der Zukunft kommen mag, mit Zuversicht und (Selbst)Vertrauen freuen kann.

Den Liebster-Award möchte ich gern an Marina von „Zitronen und Olivenöl“ weitergeben. Auf ihrem sehr persönlichen Blog schreibt die Deutsche über ihre griechischen Wurzeln, Erinnerungen an ihre Familie und die mir ihr verbundenen, leckeren Gerichte aus ihrer Heimat.

Und hier, Marina, Deine Fragen:
1. Griechische und deutsche Wurzeln – welche sind stärker?
2. Ist Deine Lebenseinstellung eher deutsch oder südländisch?
3. Lieber griechische Großfamilie oder durchschnittlicher deutscher 2,04-Personen-Haushalt?
4. Wenn Du Dich nicht gerade „rund ums Mittelmeer“ kochst, was isst Du gern?
5. Dein ultimatives Lieblingsrezept für alle Lebenslagen ist: … ?
6. Wie lang ist Dein Kochbuchregal und auf welches der Bücher könntest Du nicht verzichten?
7. Wohin reist Du gern, wenn es Dich nicht in den Süden treibt?
8. Was hat Dich zum Bloggen gebracht?
9. Wie motivierst Du Dich, regelmäßig zu bloggen?
10. Guter Stil und abwechslungsreiche Wortwahl – schreibst Du noch mehr als Deinen Blog?
11. Deine Chance uns einen ganz besonderen Menschen aus Deinem Leben lobend näher zu bringen. Wer hat es besonders verdient?

Suchanfragen 2: Löffelbiskuit

Eure Frage

“Aus was besteht Löffelbiskuit?”

Meine spontane Antwort

Nicht aus Löffeln. Soviel ist sicher.

Meine recherchierte Antwort

Zum Beispiel daraus: 6 Eigelb, 130 g Zucker, 4 Eiweiß, 60 g Speisestärke, 70 g Mehl

Eiweiß mit dem Rührgerät zu Eischnee schlagen. Dann zuerst die Stärke unter den steifen Eischnee ziehen. Anschließend die mit Zucker schaumig gerührten Eigelbe und zum Schluss das Mehl unterheben.

Ein Backblech mit  Backpapier auslegen. Die Biskuitmasse in einen Spritzbeutel füllen und die Kekse in gewünschter Länge aufspritzen, mit Puderzucker bestäuben. 8 – 10 Minuten bei 180° Ober/Unterhitze backen.

Oder einfach mal hier gucken.

Aber was viel wichtiger ist: Löffelbiskuits sind unverzichtbar für meinen Leib- und Magennachtisch Tiramisu. Immer wieder gern gemacht und schnell vernascht.

 

 

 

Suchanfragen I: Prostitution in Apulien

WordPress und kooperierende Suchmaschinen machen es möglich, dass man sieht, über welche Suchanfragen, Leser auf einen Blog weitergeleitet werden. So auch auf meinen Apulienblog. In loser Folge werde ich mich zukünftig mit diesen Anfragen auseinandersetzen. Da geht es beispielsweise um Übersetzungen, um halb Philosophisches, um Anfragen zu Traditionen und, und, und… Oder eben um Prostitution in Apulien.

Allgegenwärtig und für alle sichtbar

In der Nähe von Einkaufszentren oder an den Ausfallstraßen von Bari stehen vom frühen Morgen bis spät in die Nacht bei Wind und Wetter mehr oder weniger leicht bekleidete Frauen am Straßenrand. Abends an der Straße nach Tarant oder an Baris Seepromenade in Richtung San Giorgio sieht es fast ein wenig nach Romantik aus, wenn sie auf Plastikeimern sitzend in ihren Lagerfeuern herumstochern. Aber der Eindruck dürfte wohl täuschen.

Luigis kleine Cousine dereinst zu ihrer Mutter: „Mama, warum stehen die Frauen hier an der Straße?“ – Antwort: „Die warten auf den Bus.“

Luigis kleine Cousine im folgenden Sommer zu ihrer Mutter: „Mama, warum fahren die alle im Bikini mit dem Bus?“ – Antwort „Ähm…“

Prostitution legalisieren oder weiter Hasch-Mich spielen

Kirsten Wulf hat das Thema Prostitution in ihrem ersten Apulienkrimi „Aller Anfang ist Apulien“ aufgenommen und beschreibt in dem sonst sommerleichten Buch, wie eng es auch mit der illegalen Einwanderung verknüpft ist. Natürlich wäre es besser, wenn die Frauen ihren Lebenunterhalt auf andere Art und Weise verdienen könnten, aber meiner Meinung nach sollte Prostitution in Italien endlich legalisiert werden, um der organisierten Kriminalität diese Einkommensquelle aus der Hand zu nehmen, die Frauen aus der Illegalität zu holen, das Geschäft für die ausführenden Parteien sicherer zu machen und dem maroden Staat Steuereinnahmen zu bringen.

Statt dessen ist die örtliche Polizei immer mal wieder damit beschäftigt, Prostituierte oder von Prostitution profitierende Dritte aufzuspüren.  Die Dritten, zum Beispiel durch höhere Mieten profitierende Wohnungsvermieter, erwartet dabei ein Verfahren; was aber hier in Italien auch noch nichts heißen will. Was aus den “armen Mädchen, die ihre Würde verkaufen” (Zitat M. Emiliano, Bürgermeister von Bari) wird, ist nicht ganz klar, aber ich denke, wenn sie illegal hier sind, werden sie mit großer Wahrscheinlichkeit in ihre Ursprungsländer abgeschoben und haben damit auch nichts gewonnen.

Prostitution ist ein kontroverses Thema für ein katholisches Land. Doch ich bin wirklich gespannt, wann die bittere Realität, ein bisschen Vernunft oder vielleicht auch nur ökonomisches Denken in Italien endlich die von Religion geprägten Moralvorstellungen einholen werden.

Nie ganz tot – Der Sandalenfilm

Im Südwesten grenzt an unsere Provinz Bari die Region Basilikata. Ein heute nur noch kleiner Wildbach teilt dort ca. eine Autostunde von Bari entfernt die Stadt Matera, deren erste Siedlungsspuren bis in die Altsteinzeit zurückdatiert wurden, in zwei Hälften. Ihre Altstadt mit den in die Schlucht gehauenen Höhlenwohnungen und gemauerten Vorbauten, die sich hügelaufwärts türmen, bildet eine so malerische und historisch einzigartige Kulisse, dass die Stadt bereits Anfang der 1990er Jahre zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurde und sich 2019 auch mit dem Titel “Europäische Kulturhauptstadt” schmücken können wird.

Set in Matera (Quelle: La Gazzetta del Mezzogiorno)

Set in Matera (Quelle: La Gazzetta del Mezzogiorno)

Unzähligen Filmen diente Matera bis heute als Kulisse. Zum Beispiel drehte hier vor 10 Jahren Mel Gibson seine “Passion Christi” und brachte der Stadt weitere Beachtung und einen touristischen Aufschwung. Aktuell haben die Dreharbeiten zu einer Neuverfilmung von “Ben Hur” mit Morgan Freeman (u.a.) begonnen. Mag man sich über den Sinn oder Unsinn einer neuen Version des 11-fachen Oskargewinners aus dem Jahr 1959 auch streiten, eine bessere Kulisse als Matera hätte man für eine Wiederbelebung des Sandalenfilms vermutlich nicht finden können.

Immer noch verliebt in die Lehrerin?

Eigentlich wollte ich den Mantel des Schweigens über die ganze peinliche Angelegenheit breiten, aber da ich nun von mehreren Leuten direkt gefragt, gebeten, bzw. fast angefleht* wurde, zu erzählen, wie die Sache weitergegangen ist, sollen die geneigten Blogleser auch erfahren, was aus mir und meinem debil grinsenden Schüler, der sich jede Woche einmal für zwei Stunden in den Zug nach Bari setzte, um sich die Grundzüge der deutschen Sprache beibringen zu lassen, geworden ist.

Wir erinnern uns: Aus heiterem Himmel hatte er mich plötzlich in einer Unterrichtsstunde mit stark übertriebenen Komplimenten überhäuft und mehrmals zum Essen in seine Heimatstadt eingeladen. Natürlich war es mir nicht möglich, große Teile dieser oder der folgenden Unterrichtsstunden auf dem Schulklo zu verbringen, was ich instinktiv als meine schnellste Rettungsmöglichkeit angesehen hatte. Es ging auch nicht an, wie eine Blogleserin mir geraten hatte, den Unterricht mit diesem Schüler aufzugeben, da die Schule keine zweite Deutschlehrerin hatte. Wie so oft im Leben gab es nur die eine Möglichkeit: Augen zu und durch. Leider musste ich die Augen dabei jedoch geöffnet lassen. Das sähe sonst unprofessionell aus. Man kann auch mit geschlossenen Augen schlecht an der Tafel schreiben.

Zum Glück sagte er seine Stunde in der darauffolgenden Woche ab, sodass mein Panikgefühl zwei Wochen Zeit hatte, um sich auf ein normales Unwohlsein zu reduzieren. Zur nächsten Stunde brachte er dann eine nette Zusammenstellung von Süßigkeiten aus einer Konditorei mit zum Unterricht. Verdammt, verdammt! Wer italienisches – ich nenn’s mal Kuchenkonfekt – kennt, der weiß, wie schwer es ist, dem zu widerstehen, vor allem wenn es eigentlich Abendbrotzeit ist und man zum Mittag nur ein Brötchen hatte. Aber mit dem fröhlichen Hinweis, der in meinen Ohren jedoch wie eine unterschwellige Drohung klang, dass er mir die Pasticceria auch mal zeigen könne, wenn ich nach M. käme, hatte sich mein Hungergefühl schlagartig gelegt, noch bevor ich dazu gekommen war, überhaupt eines der Teilchen zu wählen. „Danke,“ sagte ich also, „ich esse keinen Kuchen.“ – Das verstand er natürlich nicht, weil er auch nach 12 Stunden keine einzige Vokabel gelernt hatte. Doch als ich den Pappteller weit von mir schob, dürfte – glaube ich – klar gewesen sein, was ich gemeint hatte.

„Corinna,“ schalt ich mich zu Hause, „du musst ekliger werden! Schluss mit dem Lächeln, der Freundlichkeit und dem Verständnis für nicht gemachte Hausaufgaben.“ Zur nächsten Stunde frisierte ich mir einen strengen Dutt, kleidete mich formell, als müsse ich vor einem Ausschuss sprechen, und setzte meine intelligente, dunkelblaue statt der unauffälligen, rahmenlosen Brille auf. Dann hielt ich ihm einen oberlehrermäßigen Vortrag darüber, dass er bei nur zwei Stunden in der Woche unbedingt seine Hausaufgaben machen müsse, um das bisschen Gelernte nicht sofort wieder zu vergessen. Ich schrieb’ ihm exemplarisch 10 Lernkarten, ließ ihn 10 weitere schreiben und mehrmals bis 20 zählen… Als er sich erneut bei 18 verzählt hatte, meinte er, dass ich an diesem Tag ganz besonders hübsch aussähe, und fragte im gleichen Atemzug, ob ich auch den Zug um 18:10 nehmen würde und wir zusammen fahren könnten.

Wem jetzt die Fantasie hinsichtlich der folgenden Wochen durchgeht, dem muss und kann ich zu meiner Zufriedenheit sagen: Ich wurde von Luigi abgeholt und musste nicht mit dem Zug fahren. Ich wurde auch nicht plötzlich entführt und nach M. verschleppt oder mit anderen italienischen Leckereien bestochen. Statt dessen wurden die nächsten zwei Stunden ohne Begründung abgesagt, dann war Weihnachtspause und nach der Befana verkündete er mir mürrisch, dass er ab März in den Norden gehen und dort Arbeit suchen wolle. Meine Voraussicht, mit einem Snack vor dem Unterricht vor jeglicher kulinarischer Verführung gefeit zu sein, erwies sich als unnötig. Offenbar war ihm inzwischen klar geworden, dass Deutschunterricht kein Kaffeekränzchen sondern Arbeit war, und sein Grinsen hatte ebenfalls nachgelassen.

So lange er also zum Unterricht kommt, werde ich ihn weiterhin mit Wortkarten und Wiederholungen quälen, sowie in Minitrippelschritten vorwärts gehen. Bisher ist er im Sinne einer Wissenserweiterung nahezu resistent geblieben. Er hält das „ß“ immer noch für ein „B“ und viel mehr als „Guten Tag“ und „Tschüss“ spricht er bis heute nicht. Auch Artikel kann er sich nicht merken; geschweige denn was ein Artikel eigentlich ist. Und wenn er liest, frage ich mich manchmal, in welcher Sprache der Text eigentlich geschrieben wurde. Es fällt mir schwer, mein Temperament unter Kontrolle zu behalten und nicht Rumpelstilzchen gleich vor Wut und Ohnmacht durch den Raum zu springen oder aus Verzweiflung mit dem Kopf gegen eine Wand zu schlagen… oder – sogar schlimmer noch – in unkontrolliertes, hysterisches Lachen auszubrechen.

Dafür verfestigen sich seine Pläne mit dem Norden und er will ab März eine Freundin statt seiner zum Unterricht schicken. Ich freue ich mich jetzt schon darauf und denke die Chancen stehen gut, dass sie sich nicht in mich verlieben wird – hoffe ich jedenfalls.

* Ich neige gelegentlich zur Übertreibung.

Einfaches Traditionsgericht am Internationalen Tag der italienischen Küche

IMGP1098Die itchefs – eine Organisation von italienischen Köchen – haben in diesem Jahr den Auberginenauflauf „Parmigiana di Melanzane“ zum Gericht des Jahres 2015 ernannt. Was lag also näher, als diesen am Internationalen Tag der italienischen Küche, dem 17. Januar, einmal so nachzukochen, wie es die Vereinigung der Köche auf ihrer Internetseite vorschlägt.

Ganz 1:1 ist es dann bei uns aber doch nicht geworden, da ich nur für zwei Personen und nicht für 8 bis 12 kochen wollte. Daher hier meine Zutatenliste für 2 Personen.

1 große Aubergine (ca. 20 cm lang)
200 g fior di latte (ein Typ etwas wabbligerer Mozzarella)
Parmesan (ca. 50g)
400 g stückige Tomaten aus der Dose
1 Knoblauchzehe (vielleicht auch nur halb, je nach Geschmack)
etwas Basilikum
2 Eier, etwas Mehl und Öl zum Frittieren
Salz, Pfeffer

Die Aubergine wird in ca. 1 cm dicke Scheiben geschnitten, in Mehl gewälzt, dann in den mit Salz aufgeschlagenen Eiern gewendet und in heißem Öl kurz goldgelb ausgebacken.

TomatensauceDann habe ich die Knoblauchzehe fein gehackt und in einem Keramiktopf (ein normaler Topf tut’s natürlich auch) angebraten; anschließend die stückigen Dosentomaten hinzugegeben und das Ganze zwanzig Minuten einkochen lassen. Zum Schluss kamen Salz, Pfeffer und Basilikum hinzu. Wie das geduftet hat! Am liebsten hätte ich sofort ein paar Nudeln gekocht uns sie mit dieser Sauce verspeist.

IMGP1104Nun mussten die frittierten Auberginenscheiben noch in eine Form geschichtet werden. Dabei beginnt man mit etwas Tomatensauce, auf die dann eine Lage Auberginen kommt. Auf diese werden ein paar Stückchen der kleingeschnittenen Mozzarella gegeben. Dann wird sie mit etwas Tomatensauce bedeckt und mit Parmesan bestreut. Das kann man beliebig oft wiederholen, bis die Form gefüllt ist. Den Abschluss bildet eine Schicht aus Tomatensauce und Käse.

Man kann mit der Sauce wirklich sehr sparsam umgehen, da beim Kochen aus der Aubergine auch noch Saft austritt und das Ganze sonst zu flüssig wird.

IMGP1107Nach einer halben Stunde im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad hatte der Käse die von mir gewünschte, goldbraune Farbe angenommen und die Parmigiana war fertig. Sie muss jedoch mindestens eine halbe Stunde abkühlen, damit sich die Aromen noch einmal mischen können. Generell wird das Gericht eher lauwarm gegessen. Bei uns war es gestern ein leckeres Abendessen.

Auberginenauflauf – Gericht des Jahres 2015

Seit 2008 hat es sich eine Gruppe von Köchen, die sich inzwischen itchefs – gruppo virtuale cuochi italiani – nennt, zur Aufgabe gemacht, die Einzigartigkeit und Unverfälschtheit der italienischen Küche im Ausland zu fördern und zu bewahren. Den 17. Januar haben sie zum Internationalen Tag der italienischen Küche ernannt und morgen ist es mal wieder so weit.

Nachdem 2013 mein Lieblingsnachtisch „Tiramisu“ zum Gericht des Jahres erkoren wurde, traf es im letzten Jahr ein Gericht, das schon fast als Symbol für Italien gelten kann: „Spaghetti mit Tomatensauce und Basilikum“; ein Bouquet an Düften, wenn man die Sauce aus frischen Tomaten zubereitet und auch das Kraut frisch darüber zupft.

In diesem Jahr wurde der Auberginenauflauf „Parmigiana di Melanzane“ zum Gericht des Jahres ernannt. Dabei handelt es sich um eine Speise, die sich von Sizilien aus vor allem im Süden Italiens verbreitet hat. Sie besteht aus frittierten Auberginenscheiben, Tomatensauce, Mortadella, Mozzarella und Parmesan. Parmigiana wird vor allem im Sommer gern abends gegessen oder als Mittagsmahlzeit zum Strand mitgenommen. Wie bei allen Gerichten, die schon eine Ewigkeit existieren, gibt es auch hier verschiedene Varianten.

Wer Lust hat, der kann am Sonntag hier nachlesen, wie der Auflauf aus Auberginen gekocht wird, denn ich werde mich mal daran probieren und Luigi zur Liebe das Rezept der itchefs verwenden, da ihre als ursprünglichste Version deklarierte Parmigiana entegegen Marias Variante ohne Zwiebeln und ohne Mortadella zubereitet wird.