Mission Traumwohnung 5

Ping Pong

Es war Anfang Januar und der ungefähre Termin, an dem die Renovierungsarbeiten in unserer Traumwohnung beginnen sollten, war erreicht. Fehlte uns nur noch Nicola; nein, nicht unser Maklerfreund, der zufällig den gleichen Namen trägt, sondern unser Handwerker des Vertrauens. Verschollen auf einer Baustelle in Albanien – hieß es von seiner Frau, als Pasquale bei seinen täglichen Anrufversuchen, endlich jemand im Handwerkerbüro erreichte, aber er würde sich bis zum zweiten Januarwochenende mit einem Kostenvoranschlag melden. Es wurden noch mehrere Telefonanrufe und das dritte Januarwochenende, bis wir eines Samstagmorgens wieder mit Nicola in unserer Wohnung standen.

Dieses Mal hatte er auch einen Elektriker mitgebracht, der sich anhand unseres Plans, den wir ihm bereits Anfang Dezember gemailt hatten, nun live und direkt anschaute, wohin er genau die Steckdosen und Anschlüsse verlegen sollte. Alles klar, sagte dieser schließlich. Die Kalkulation käme hin. Auch Nicola nickte zufrieden und nannte uns eine Summe im fünfstelligen Bereich, die wir für alle anfallenden Arbeiten ohne Material berappen werden müssen. Sie lag jedoch relativ weit unter unseren Befürchtungen, so dass mögliche Schreckensekunden ausblieben.

Als Nicola jdoch fragte, welchen Baubetreuer wir hätten, klappte uns doch wieder einmal die Kinnlade herunter. Wieso Baubetreuer? Wir beabsichtigten nicht Wände zu versetzen, sondern ein paar Leitungen zu kontrollieren, Kabel zu verlegen und Fliesen auszutauschen. Daher war es uns gar nicht in den Sinn gekommen, dass wir einen Ingenieur oder einen Architekten benötigen könnten. Offensichtlich führte aber kein Weg an einer solchen Person vorbei, welche die Arbeiten der Handwerker kontrollieren und ihren abschließenden Segen dazu geben muss. Warum Nicola uns das nicht schon im November gesagt hatte, bleibt mir bis heute rätselhaft. Doch mit dieser überraschenden Nachricht lag der Ball wieder bei uns, und wir durften uns innerlich von einem Renovierungsbeginn im Januar verabschieden.

„Ich hab’s dir ja gesagt, wenn ihr Glück habt, dann könnt ihr vielleicht im Sommer einziehen.“, erinnerte mich meine Mutter am Telefon an ihre Worte aus dem letzten Herbst. Ach, Mann! Diese Neigung von Eltern dazu, immer recht zu behalten, ist eine ganz furchtbare Einrichung der Natur.

2 Gedanken zu „Mission Traumwohnung 5

  1. frauhilde

    Och nö, ne? Und wieso kann er euch das nicht gleich sagen? Dann hätte man sich drum kümmern können.
    Wehe, der ist, sobald ihr einen Baubetreuer habt, wieder irgendwo in Albanien verschollen! :/

    Und ja, Eltern haben immer recht. Immer. Das muss so ein Gen-Dings sein.

    Antwort

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