Mission Traumwohnung 10 – Hör mal, wo es hämmert!

Natürlich ist über Ostern kein Wunder in Sachen Traumwohnung geschehen. Als religionsferne Spottdrossel waren meine Erwartungen dahingehend jedoch ohnehin gering. Sie sanken sogar noch, als wir am Dienstag nach Ostern im verschneiten Ostbrandenburg einen Anruf von Pasquale bekamen, der uns erklärte, dass wir ganz schnell Kopien unserer Ausweise an die Architektin mailen sollten, da sie – Ups! – vergessen hatte, dass diese bei der Beantragung der Baumaßnahmen mit eingereicht werden müssen.

Doch mit Hilfe der modernen Technik konnte auch unsere verrückte Architektin den Lauf der Dinge nicht länger aufhalten. Noch am selben Abend waren die Scans per Email in Bari. Die Papiere fanden ihren Weg zum Amt und in der Woche seit unserer Rückkehr aus dem Winterurlaub in Deutschland haben sich wunderbare Dinge ereignet.

Sie begannen damit, dass Luigi mich am Donnerstag exakt in dem Moment anrief, als ich gerade mit triefnassen Haaren unter der Dusche hervorgekommen war, und sagte: „Du hast 15 Minuten Zeit, um unsere Wohnung aufzuschließen. Lorenzo kommt, um die Holzfenster auszubauen.“ Wir erinnern uns: Unsere Traumwohnung ist in den 80er Jahren entstanden. Damals hatte man in der Innenwand der Wohnung Holzfester eingebaut, deren Fensterbretter nach außen zeigten. Eine unbekannte Anzahl von Jahren später waren diese Holzfenster nicht nur niemals gestrichen und daher verwittert sondern auch verzogen und damit undicht geworden. Daher hatte man von außen einfach inzwischen teilweise rostige mit Plastik beschichtete andere Fenster eingebaut und die Holzfenster gelassen, wo sie waren. Nun wollten die Fensterbauer im ersten Schritt die inneren Fenster ausbauen und entsorgen, bevor sie demnächst auch die anderen Fenster aus- und die neuen einbauen werden.

finestraMit dem Anziehen, einem notdürftigen Föhnen meiner langen Haare, die ich in genau solchen Momenten gern gegen meine raspelkurze Igelfrisur von vor 10 Jahren eintauschen würde, und einem Sprint in Richtung Traumwohnung war ich genau zwei Minuten vor IMG_20130412_131216den Fensterbauern vor Ort. Welche Musik war das Klopfen von Hammer und Meißel in meinen Ohren! Es hätte mich nicht einmal gestört, wenn ein paar Fensterscheiben zu Bruch gegangen wären und ordentlich geklirrt hätten. Doch die Jungs arbeiteten sauber und schwangen hinterher sogar den struppigen Besen, der noch von unseren Vorgängern stammt, bevor sie nach zwei Stunden mit einem großen Teil der Holzfenstereinzelteile von dannen zogen.

Kaum war ich wieder zurück und hatte Maria, die mich sofort in der Haustür stellte und nicht eher vorbei ließ, bevor ich ihr alles erzählt hatte, hinter mich gelassen, meldete ich Luigi telefonisch den Vollzug. Danach fiel ich fast in Ohnmacht, als er mir erklärte, dass er inzwischen beim Türbauer wegen unserer Wohnungstür nachgefragt habe. Schon am nächsten Tag sollte es mit dem Ausbau der alten und dem Einbau der neuen Wohnungstür weitergehen. Das war eine noch bessere Nachricht als die vom Ausbau der Holzfenster, denn die alte Wohnungstür entsprach nicht nur keinen Sicherheitsvorschriften mehr, vor ein paar Wochen hatte sich auch das Türschloss verabschiedet. Sofort hatte sich bei mir ein mulmiges „Einbruchsgefühl“ breit gemacht und sich auch nicht abschütteln lassen, als die neue Haustür bestellt und zu in drei Wochen zugesichert war.

portaAber nun sollte sich in dieser Sache alles zum Besten wenden. Beim Türeinbau am Freitagmorgen wollte auch Luigi zugegen sein. Kurz vor acht waren wir in unserer Wohnung, innerlich darauf eingestellt, dass wir mindestens eine halbe Stunde auf die Türfritzen warten müssen würden. Doch pünktlich um acht – wir waren noch damit beschäftigt, uns an den Blättern der Obstbäume und den ersten rundlichen Radieschen zu ergötzen – klingelte Luigis Handy. Die Handwerker standen bereits vor der Haustür und fragten sich, warum wir nicht aufmachten. Pünktliche Italiener! Meine Begeisterung kannte keine Grenzen. Schnell ließen wir sie ein und genossen das zweistündige Hämmern, das Bohren, das Brechen von Holz, das leise Rieseln des Putzes und schließlich die Vorführung des modernen Sicherheitsschlosses wie unlängst eine Symphonie im Teatro Petruzzelli mit dem Unterschied, dass dieses Stück allein für uns gespielt wurde. … und für Signora Calabrese, die zwischendurch aus dem ersten Stock zu uns nach oben kam, selbstverständlich nur, um uns zu unserer Wohnung zu gratulieren und zu fragen, ob wir nun bald einziehen würden.

Ja, liebe Frau Calabrese, ich denke, die Chancen stehen gut!

6 Gedanken zu „Mission Traumwohnung 10 – Hör mal, wo es hämmert!

    1. Corinna Autor

      Am Mittwoch oder Donnerstag möchte der Handwerker mit der Wasserleitungserneuerung beginnen. Ich sage mal vorsichtig: Wir werden sehen. 😉

      Antwort
  1. meineschreibblockadeundich

    Hey, es geht voran! Klasse! (Wird schon werden am Mittwoch oder Donnerstag …)

    Herzlichst
    Marie

    Antwort
  2. kaja

    Ein pünktlicher Italiener! Ich bin ebenso überrascht wie du! Aber schön, dass es voran geht! Du schmeißt ’ne Einweihungsparty, ja? 🙂

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s