Die Ameisenplage oder Keine Ruhe nach dem Sturm

Wenn es im September die ersten herbstlichen Regefälle gibt, spricht der eingeborene Triggianese davon, dass der Sommer vorbei sei – auch wenn die Temperaturen schon wenig später wieder die 30-Grad-Marke erklimmen. Ende September/ Anfang Oktober muss man zwar am Morgen und am Abend schon einen Pullover oder ein Strickjäckchen überziehen, doch tagsüber werden trotzdem immer noch über 25 Grad erreicht. So kann ich mich über der süditalienischen Herbst also nicht beklagen und verbringe noch viel Zeit im T-Shirt auf unserer Traumwohnungsterrasse.

Als sich jedoch vorgestern die Regenwolken nach dem letzten Gewittersturm verzogen hatten, bot sich trotz des Sonnenscheins ein ekelerregender Anblick. Im Vergleich dazu ist die Schweinepest, über die ich im letzten Monat berichtet habe, im wahrsten Sinne des Wortes Kinderkram. Das letzte Unwetter hat – den biblischen Plagen gleich – riesige, schwarze Ameisen nach Triggiano geweht. Und wenn ich „riesig“ schreibe, dann meine ich einen Zentimeter lange Monstertiere, die unter einem sie zertretenden Schuh vernehmliche Knirschgeräusche von sich geben. Diese Monsterameisen treten in zwei Varianten auf – mit und ohne Flügel. Die mit Flügeln sind natürlich noch größer als einen Zentimeter. Woher sie kommen, konnte bisher noch niemand sagen, doch es scheint mir, dass die Zeugen Jeohvas passend zum Event ihre Werbeaktivitäten erhöht haben, denn in den letzten zwei Tagen wurde ich dreimal von ihnen angesprochen, habe sie jedoch nicht bis zur möglichen Weltuntergangstheorie ausreden lassen. Die Anwohner und Ladenbesitzer helfen sich hingegen anders und streuen Ameisengift, so dass man aktuell nicht nur an jeder Ecke auf biblische Propagandisten trifft, sondern auch auf allen Fußwegen über weiße Giftkrümel und die Kadaver der ungebetenen Gäste steigen muss.

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Die Einzige, die sich über diese Invasion zu freuen scheint, ist unsere Katze Gina, die mit Begeisterung Flügelameisen auf der Terrasse jagt und diese auffrisst. Sie kann so gar nicht verstehen, dass wir unser Territorium mehrmals täglich abschreiten und alle ihre Spielkammeraden zertreten und wegfegen, statt mit ihnen zu toben. Dass ich den restlichen Kieshaufen, den die Maurer noch eines unbestimmten Tages abholen wollen, bereits zweimal umgeschippt habe, um zu verhindern, dass sich die schwarzen Biester häuslich darin niederlassen, findet sie allerdings unheimlich aufregend. Nun, ja… wie eine Freundin unlängst sagte: „Besser Ameisen als dicke, haarige Spinnen.“ Obwohl, … ich weiß nicht… ich bin noch untentschlossen… Was meint ihr?

19 Gedanken zu „Die Ameisenplage oder Keine Ruhe nach dem Sturm

  1. janavar

    Aber die Ameisen könn(t)en wenigstens wegfliegen, während die ekligen Spinnen bleiben. Außerdem sind die Spinnen noch größer und ich persönlich kann zwar alleine Ameisen bekämpfen, aber für die anderen Tierchen brauche ich einen „starken“ Mann 🙂

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  2. Gitti

    Ich bin weder für Ameisen noch für Spinnen jeglicher Art und halte es mit Gina; nur die Option, sie zu verspeisen, ist mir noch nicht eingefallen. Gut ich bin keine Katze und über Geschmack ist nicht zustreiten.

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  3. daniela

    also, wenn ich wählen müsste… also nur, wenn mich die zeugen jehovas zwingen, meine ich, dann wähle ich doch lieber die ameisen. irgenwie sind die dann doch händelbarer, oder?
    liebe grüsse
    d.

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    1. Corinna Autor

      *ggg* Ich habe noch nie so viele dicke, schwarze Spinnen auf einem Haufen gesehen, wie in den letzten Tagen Ameisen. Von daher ist immer das Übel am größten, das mich gerade betrifft. Generell hat mich eine Spinne noch nie geschreckt und über eine einzige Ameise würde ich auch nur lachen.
      Zum Glück nimmt die Plage schon ab.

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  4. nussundpoint

    Das klingt echt unschön! Vor vielen Jahren hatten wir auch einmal eine Ameisenplage bei uns… sie hatten es sich wohl unter dem Laminat bequem gemacht und zur Ausflugszeit strömten sie plötzlich alle aufs Mal hinaus! Zum Weglaufen!

    In Thailand haben wir auch viele Ameisen. Und man darf NICHTS an Essen offen stehen lassen. Nicht einmal für wenige Minuten, denn sonst ist es schnell von den Mistviechern in Beschlag genommen. Deswegen hatten wir unser Essen oft auf kleinen Türmen geschichten, mit einem Wassergraben drum herum 😉

    Zum Glück waren in beiden Fällen die Ameisen von der kleinen Sorte.

    Wenn sie einen nicht gerade stürmen, finde ich Ameisen aber ganz nett und auf jeden Fall netter als Spinnen! Auch die großen Ameisen – denn die lassen sich auch schön fotografieren!

    Antwort
    1. Corinna Autor

      Danke für den Tipp mit dem Essen! Ich hoffe, ich weiß noch, falls ich mal nach Thailand gelangen sollte. Ans Fotografieren habe ich erst gedacht, als sie schon tot waren… und tote Ameisen krümmen sich echt unschön (unt gar nicht fotogen) zusammen. Da haben sie mir schon wieder fast leid getan. Die Fotografierte habe ich Gina entrissen. Die tötet scheinbar etwas eleganter.

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      1. nussundpoint

        Es ist aber nicht überall in Thailand so schlimm! Letztes Jahr wohnten wir ein Haus weiter. Dort musste man die Sachen nur halbwegs gut verschließen, dann ging das schon. Aber diesesmal haben sie echt jede noch so winzige Lücke gefunden. Beispiel: Ich hatte ein paar 5 Minuten Terrinen Kartoffelpürree im Schrank. Die Mistviecher haben die winzigen Lücken in der Bodenfalz (heißt es so?) entdeckt und haben sich so tatsächlich in den Pappbecher geschummelt. Unglaublich…

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        1. Corinna Autor

          Äääh… das erinnert einen dann wieder daran, wie gut man es bei sich zu Hause eigentlich hat. 🙂

          Allerdings weiß ich von einem begeisterten Freund. der dort immer zum Tauchen und Motorradfahren hinfliegt schon, dass Thailand noch mehr zu bieten hat, als freche Ameisen. Von daher vermute ich, dass Du trotz der Krabbeltiere einen tollen Urlaub verbracht hast. Ein paar Fotos habe ich ja schon auf Deinem Blog gesehen. 🙂

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  5. Emily

    Dicke haarige Spinnen? Da ist die Entscheidung für mich eindeutig für die Ameise. Sorry. Ich habe gelernt, dass sie Zimt überhaupt nicht mögen. Zimt wird sogar weiträumig umgangen. Allerdings weiß ich nicht, ob diese Exemplare dem Tipp ebenfalls folgen… 🙂

    Viele liebe Grüße, Emily

    Antwort
    1. Corinna

      Ich werd’s mal ausprobieren. Heute haben ich allerdings nur noch eine ohne Flügel und zwei mit Flügel gefunden. Es scheint so, als hätten sie sich nicht wieder zusammenrotten können und würden entweder von selbst eingehen oder sich woanders hin verkrümeln. … oder sie sind vor Gina und ihren merkwürdigen Fressgewohnheiten weggerannt. *lol*

      Antwort
      1. Emily

        Oder so… alles denkbar! Wichtig ist doch, dass du sie los bist. Meine Madame würde sie nur ansehen und bestenfalls mit ihnen spielen. Fressen? Undenkbar! 😆

        Antwort
    1. Corinna

      Vermutlich ist immer die Plage am unangenehmsten, die einen selbst trifft. Eine Fruchtfliegeninvasion kann auch lästig sein. Es ist doch sehr schade um den schönen Wein, den Du nicht mehr trinken kannst. Wenn Du den Fliegen ein Extraglas hinstellen würdest, dann könntest Du sie bestimmt ganz leicht erschlagen, wenn sie dann betrunken vor sich hintorkeln. 😉

      Antwort
      1. notiznagel

        Deinen Vorschlag habe ich ausprobiert. Die Biester wollen trotz Extra- auch aus meinem Glase kosten. Ich setze nun meinem wieder den Hut auf.

        Antwort

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