Ferienfreuden – Wacken lässt grüßen!

Es sind Sommerferien in Italien. Meine privaten Sprachschulen haben das auch begriffen und sind nun fast alle geschlossen. Das Sommerloch ist endlich da und dem Entspannungsprogramm dürfte nichts mehr im Weg stehen: Morgendliches Teetrinken, ein bisschen aufräumen, lesen, im Internet surfen… alles ganz ruhig, schließlich muss ich nachmittags noch ein bisschen unterrichten oder meine Kräfte für Luigis kleine Cousine Giorgia sammeln, die immer noch zur Bespaßung bei Maria abgegeben wird und die sich langsam aber sicher nicht mehr mit einer omalichen Tante zufrieden gibt, weshalb sie gelegentlich zu uns auswandern darf.

Der Nachbarsjunge unter uns sieht das mit der vormittäglichen Entspannung auch so; nur entspannt er sich hörbar anders. Gegen elf Uhr Mittags – ich nehme an, seine Eltern befinden sich in diesem Moment nicht zu Hause – tönen jetzt regelmäßig schwere Metallrhythmen durch unseren sonst so stillen Palazzo. In unserem Schlaf- und Wohnzimmer kommt man sich plötzlich vor wie auf dem freien Feld in Wacken. „Uaaah!“, möchte man da mit dem Sänger um die Wette brüllen. Aber man hört sich ja selbst nicht vor lauter Gitarrengeschrammel und wildem Schlagzeughämmern.

Der Fußboden vibriert. In meinem Kopf pocht der Schmerz. Jeden Tag. Da hilft nur die Flucht. Heute noch einmal! Aber warte ab Bürschchen! Morgen schlage ich zurück. Sobald Luigi aus dem Haus ist, werde ich mein altes Akkordeon vorholen und über Deinem Kinderzimmer so lange ein und denselben Ländler üben, bis er wieder so flüssig aus der Qietsche kommt, wie vor fünfzehn Jahren.

9 Gedanken zu „Ferienfreuden – Wacken lässt grüßen!

  1. Gitti

    Toll die Idee mit dem Gegenschlag. Bitte laut und lange solche Bürschchen brauchen mal andere Klänge. Sie halten ihren Geschmack für den einzig akzeptablen. Schöne Ferienzeit und trotzdem etwas Entspannung und Ruhe sind dir zu wünschen.

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    1. Corinna Autor

      Ja, keine Bange. Ich werde mich bald ins Gartenhäuschen zurückziehen können. Da gibt’s nur Grillen, alte Leute und garantiert keinen Heavy Metall.

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  2. neuerunsinnvondagi

    Lach. Aber ganz ehrlich, letzte Woche kam ich durch Wacken. Am Freitag des W.O.A. Die Stimmung war klasse, die Zeltburgen endlos und ich unendlich traurig nur durchfahren zu können und keine Karte mehr bekommen zu haben.

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  3. janavar

    Haha, so habe ich früher meine Nachbarn auch gequält, also mit Gitarre statt Akkordeon. Irgendwann meinte die Frau über uns mal zu mir, dass es inzwischen zum Glück bedeutend besser klinge … wenn du also noch Verstärkung brauchst, unterstütze ich dich jeder Zeit 😀

    Antwort

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