Vom Reiz der Leere – Das Stauferkastell in Trani

Trani - Kathedrale und Stauferkastell

Trani – Kathedrale und Stauferkastell

Wenn der Besucher in die apulische Hafenstadt Trani kommt, dann sollte er natürlich nicht nur die bereits beschriebene Kathedrale besichtigen, sondern sich auch in das gut erhaltene und seit 1998 vollständig restaurierte Kastell begeben. Davon, dass es im 19. Jahrhundert als Provinz-Gefängnis diente, ist nichts mehr zu sehen. Tatsächlich erinnert an die Moderne nur ein Uhrenturm, der sich jedoch unaufdingtlich in das Gesamtbild einfügt.

IMGP0145Da in dem Gebäude kaum etwas anderes herumsteht, als mit einem Fotoapparat bewaffnete Touristen, kann man das Gebotene mit etwas Fantasie beliebig ausfüllen. Man kann sich zum Beispiel vorzustellen versuchen, wie die Ritter und Damen des Mittelalters durch die hohen Hallen gewandelt sind und im Winter so Nahe am Wasser vermutlich oft gefroren haben und klamm waren.

IMGP0143Vielleicht versucht ihr euch auch, eine mittelalterliche Hochzeit vorzustellen, wie die von Manfred, Sohn aus der Verbindung des in Apulien allgegenwärtigen Stauferkaisers Friedrich II. und dessen langjähriger Geliebten Bianca Lancia, mit Elena Ducas, die hier stattgefunden hat. Leider ist auch dieser Verteidigungsbau des berühmten Staufers gänzlich ohne Einrichtungsgegenstände, so dass es vielleicht doch gar nicht so leicht fällt, sich etwas in den sandsteinweißen Räumen aus dem 13. Jahrhundert vorzustellen. Probiert es einfach mal aus und seht selbst (5 Euro, ermäßigt 3)!

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weitere Kastelle in Apulien

Castel del Monte

8 Gedanken zu „Vom Reiz der Leere – Das Stauferkastell in Trani

  1. prete2013

    erhöhte Frequenz

    mit Vergnügen verfolge ich Deine Beiträge welche wie mir erscheint in letzter Zeit mit stark erhöhter Frequenz erscheinen und dabei erfreulicher Weise nichts an Qualität einbüssen.

    Nicht zuletzt diese Beiträge haben uns auf die Provinz Bari neugierig gemacht und unsere Suche nach einer geeigneten Immobilie auf diese Region ausdehnen lassen.

    Nun sind wir an einer Masseria bei Polignano a Mare und arbeiten sowie hoffen auf einen erfolgreichen Abschluss.
    Wenn es zu diesem Abschluss kommt würden wir uns freuen die „Lust auf die Provinz“ Macherin und ihren Marito nach erfolgter Renovierung zur Eröffnungsfeier einzuladen.

    In diesem Sinne

    tanti saluti

    prete

    Antwort
    1. Corinna Autor

      Potzblitz! (War das erste Wort, das mir eben in den Sinn kam.)

      Ich freue mich sehr, dass Du 1. noch meinen Blog liest, 2. ein Häuschen nach Deinen Vorstellungen gefunden hast und 3. darüber, dass es sich um eine Masseria handelt, auf die Du uns 4. auch noch einlädst. Das ist schon fast zu viel des Guten. Und nun muss ich erstmal mein freudiges Herzklopfen unter Kontrolle bringen. Ich hoffe sehr, dass der Kauf von Erfolg gekrönt wird, aber sollten es jemals zu diesem Besuch kommen, dann muss Dir klar sein, dass Du unsere Hütte auch mal besuchen musst. Quit pro quo.

      Seit einiger Zeit schon habe ich mit dem Gedanken gespielt, mir mal eine Masseria anzusehen… und zwar seit ich mir ein Buch über Masserien in Apulien gekauft habe. Ich bin zwar mit unserer Traumwohnung immer noch hoch zufrieden, aber so eine alte Farm…. ach, im tiefsten Grunde meines Herzens werde ich wohl immer ein Bauer bleiben (auch wenn mir klar ist, dass Masserien heute keine richtigen Bauernöfe mehr sind).

      Ja, also… weiter noch viel Spaß beim Lesen! Ich bemühe mich darum, regelmäßig mittwochs und samstags einen Beitrag zu schalten. Es klappt nicht immer. Manchmal fehlt mir die Zeit und manchmal auch die Inspiration. Wenn ich nichts Ansprechendes zu schreiben habe, dann haue ich auch nicht in die Tastatur.

      In bocca al lupo!
      Corinna

      Antwort
  2. prete2013

    ein langer Weg

    welcher uns durch Dein 1. erst dazu brachte uns auch Angebote in der Provinz Bari anzusehen, 2. ist das Häuschen ein relativ sehr ausgewachsenes Gut welches „sottoposto al vincolo architettonico dal Ministero per i Beni e le Attività Culturale…“ steht, was zwar bedeutet das die Masseria aus dem 16. Jhd. erfreulicher Weise völlig intakt erhalten ist, andererseits allerdings erhebliche Einschränkungen bez. Adaptierung für unsere Verhältnisse mit sich bringt.
    (zB. bezüglich grosse Fenster bei den ehem. Stallungen um sie als Ateliers nützen zu können, Solarpanele, etc…..)

    Wir gehen trotzdem davon aus das es klappt und hoffen das Objekt bis spätestens Sommer 2015 auch bewohnen zu können. (der generelle Erhaltungszustand ist sehr gut und läuft zu Recht unter „abitabile“).
    Hier gibt es einen Blick auf das Häuschen zu werfen:
    http://www.amarepolignano.it/masseria-lamafico/

    Es freut mich das Du offenbar sowohl Inspiration wie auch derzeit offenbar Zeit zum Schreiben hast.
    Und ich hoffe auch in Eurem Städtchen ist wieder Ruhe eingekehrt und die merkwürdigen Festivitäten hätten merklich nachgelassen – den Lärm machen wir dann bei der Einweihungsfeier!

    saluti

    prete

    Antwort
    1. Corinna Autor

      Wow, die ist aber wirklich „fico“ und heißt nicht nur so! 😉

      Mit guten Handwerkern findet ihr bestimmt eine Lösung für alle eure Ideen. … und wenn man dort Lärm macht, dann stört es nicht gleich eine ganze Stadt. Drumherum ist noch reichlich Karenzgebiet. 🙂

      An Inspiration zum Malen wird es Dir auch nicht mangeln. Da bin ich sicher. Ja, alles in allem sehr schön, eine sehr gute Wahl… auch die Nähe zu Polignano und Bari. Lecce in allen Ehren, aber ich denke, in Bari ist mehr los als dort. (Leider findet man das meiste immer erst hinterher heraus, wenn der Bericht darüber in der Gazetta steht.)

      Ja, also, ich freu‘ mich auf den nächsten Sommer. 🙂

      Antwort
  3. Gitti

    Im letzten Urlaub in der Region wollte ich auch gern mal von der Straße abbiegen. Schon das Wort Masseria hat was. Habe es aus Feigheit oder so unterlassen zu drängeln. Als Ossi ist eine gewisse Neugier zwar angeboren, aber auch die Vorsicht nicht zu wissen, wo man landet. Das Schloss ist sehr hübsch, sehr leer und vor allem nicht so groß. Es ist schön zu besichtigen. Die Lage direkt am Meer macht es reizvoll. Es erscheint mir richtig, es anzupreisen. Vor allem ist die Stadt unaufdringlich auf Touristen eingerichtet. Es hat einen Tag ausgefüllt, ohne anstrengend zu sein. Es ist schön zu lesen, dass es anderen Menschen auch so gut in dieser Gegend gefällt.

    Antwort
    1. Corinna Autor

      Beim nächsten Mal unbedingt vorschlagen.

      Ich habe mich schon bei Gewitter auf schlammigen Feldwegen verfahren. Wie kann mich da eine apulische Nebenstraße bei schönstem Sommerwetter schrecken!

      Antwort
  4. Friederike

    eine Masseria in Apulien kaufen, was für eine Idee, ich komme ins Schwärmen!! und wünsche viel Glück dabei.

    In Trani haben wir ehrlich gesagt das Kastell links liegen gelassen und haben uns ins unglaubliche Freitag Abend Gewühl in die Stadt begeben, eine absolut faszinierende und lebendige Stadt auch im Winter!!
    lg

    Antwort

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