Bari goes Top Gun – Besuch auf Italiens größtem Flugzeugträger

Es gibt so Sachen, von denen man annimmt, dass man sie nie im Leben tun wird. Jedenfalls würde man annehmen, dass man sie nie im Leben tun wird, wenn diese Sachen nicht so unwahrscheinlich wären, dass man gar nicht erst darauf kommt, überhaupt darüber nachzudenken, dass man sie tun könnte. Dazu gehört zum Beispiel das Herumstrolchen auf einem Flugzeugträger – also auf einem dieser Schiffe, die so riesig sind, dass ein auf ihnen herumstehendes Kampfflugzeug wie ein einsames Auto auf dem Parkplatz vor einem Einkaufszentrum wirkt.

Der Flugzeugträger Cavour im Hafen von Bari

Die Cavour im Hafen von Bari

Helikopter auf der CavourDoch als Luigi am letzten Wochenende vorschlug, das schöne Sonntagswetter und die Möglichkeit zu nutzen, die Cavour, den größten Flugzeugträger der italienischen Marine, zu besichtigen, war ich sofort dabei. Zwei Tage lang lag dieser Ozeanriese nämlich zum ersten Mal im Fährhafen von Bari und war zur kostenlosen Besichtigung freigegeben. Den einzigen Flugzeugträger, den ich bis dahin in meinem Leben bewusst wahr genommen hatte, war der auf dem Tom Cruise dazumal in seinem Erfolgsfilm „Top Gun“ Dienst getan hatte. Aber ehrlich, sooo groß wirkte das Schiff da gar nicht, was aber auch an unserem damals noch sehr kleinen Fernseher gelegen haben könnte.

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Die Flugzeugstaffel nennt sich „Wölfe“.

Flugzeug der Staffel "Wölfe" der CavourGlücklicherweise waren wir schon eine Stunde vor Einlass dort, denn scheinbar hatten sich noch sehr viel mehr Baresen vom Sonnenschein, möglichen Jugenderinnerungen oder dem Ruf der Cavour zum Hafen locken lassen, was besonders die Schlange bewies, die sich entlang des Schiffs gebildet hatte, als wir es verließen (siehe erstes Foto).

IMGP0727Scheinbar hatte man keine Angst vor Besuchern, denn die Taschenkontrolle war weniger streng als auf einem Flughafen und Ausweise musste man schon gar nicht vorzeigen. Aber natürlich wurden wir nur in einen sehr begrenzten Teil des 244m langen Schiffs gelassen, denn der normale Betrieb mit über 600 Männern und Frauen an Bord ging auch in diesen Tagen weiter.

Zuerst gab es einen kurzen Werbefilm zu sehen, während dessen uns ein weiß-bärtiger Marineoffizier von einigen Missionen der Cavour erzählte. Unter anderem wird das Schiff nämlich auch für Hilfstransporte und als Krankenhausschiff in Krisengebieten eingesetzt, worauf die Seemännern öffenbar besonders stolz sind. Sie betreiben sogar ein eigenes Hilfsprogramm für sehbehinderte Kinder in Afrika, für das sie mit dem Verkauf von Kalendern an diesem Tag Spenden gesammelt haben.

IMGP0712Nach dem Film durften wir über schmale Treppen auf das Deck klettern und uns dort nach Herzenslust umsehen. An den Flugzeugen und Hubschraubern standen Soldaten bereit, die geduldig die Fragen der neugierigen Schiffstouristen beantworteten. Natürlich hatten wir von dort oben auch einen fantastischen Blick auf Bari. Und hinunter in den Frachtraum mit der riesigen Eingangsklappe brachte uns dann ein Fahrstuhl, der sonst nur für Krankentransporte benutzt wird.

IMGP0708Ich interessiere mich eigentlich gar nicht für das Militär oder Technik, aber ein technisch ausgefeilter Koloss wie dieser, auf dem Menschen nur noch wie Ameisen wirken, und in dem sie auch ameisenähnlich zusammenleben, verlangte mir doch einiges an Respekt für die Konstrukteure und die Besatzung ab. Deshalb fand ich diesen Vormittag trotz des langen Anstehens wirklich gut genutzt.

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Blick von der Cavour auf Bari

6 Gedanken zu „Bari goes Top Gun – Besuch auf Italiens größtem Flugzeugträger

  1. notiznagel

    Ich möchte dich nicht kränken, aber bei diesem Beitrag gefällt mir besonders der tief blaue Himmel. Kriegsgeräte sind nicht mein Fall. Mögen sie noch so beeindrucken.

    Antwort
    1. Corinna Autor

      Ja, das Wetter war wirklich top an diesem Tag! … und mit einer ehrlich geäußerten Meinung wirst Du mich nie kränken. 🙂

      Antwort
  2. Gitti

    Nur gut, dass diese Dinge auch zum Helfen unterwegs sind. Nicht auszudenken, was sonst damit getan werden könnte. Gut das die Hilfe besonders herausgestellt wurde. Aus diversen Filmen wissen wir auch anderes. Das beste wäre, so denke ich, es würde nicht gebraucht werden. Nun es ist kein Grund nicht auf die Technik und die Menschen stolz zu sein. Ich wünsche allen alles Gute. Ich bin froh das es uns so gut geht. Im Allgemeinen und im Besonderen. Schön so was mal im Orginal zu sehen.

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  3. BOWMORE Darkest

    So einen schönen großen Abenteuerspielplatz würde ich auch gerne mal erkunden. In Fort Lauterdale habe ich einmal ein Atom U-Boot besichtigt. Ich habe mich einfach in die Warteschlange gestellt. Niemand hat bemerkt, dass ich nicht zur Gruppe dazugehörte.
    LG Charles

    Antwort
    1. Corinna Autor

      Oh, da hätte ich bestimmt Beklemmungen bekommen; spätestens im U-Boot. Aber interessiert hätte es mich auch. Gut gemacht. So eine Gelegenheit kommt sicher nie wieder. 🙂

      Antwort

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