Viva, viva la Befana!

Heute ist es wieder so weit – mit dem Dreikönigstag geht die Weihnachtszeit offiziell zu Ende.

Während die Erwachsenen den Baum abschmücken und die Weihnachtsdeko verstauen, freuen sich die italienischen Kinder über die gute Hexe Befana, die in der Nacht vom 5. zum 6.1. in die Häuser und Wohnungen eindringt und den braven Kindern Süßigkeiten und kleine Geschenke bringt. Den unartigen Kindern hingegen hinterlässt sie, ähnlich unserem deutschen Nikolaus, eine Kohle. Aber auch eine „Kohle“ ist dieser Tage kein Grund zu übermäßiger Betrübtheit mehr, denn die moderne Variante besteht aus süßem Zuckerschaum. Trotzdem wünschen sich die lieben Kleinen natürlich angeregt von den Auslagen in Geschäften und der Fernsehwerbung lieber eine Socke mit Motiven und Überraschungen der Lieblingscartoons oder anderer Lieblingsmarken. Die Auswahl ist riesig und preislich ist von 5 bis 30 Euro alles drin.

Heilige Könige und eine alte Hexe – wie passt das zusammen?

Der Legende nach sollen die Heiligen drei Könige auf dem Weg zum Jesuskind an die Tür der Befana geklopft und diese nach dem Weg nach Jerusalem gefragt haben, den sie ihnen auch bereitwillig wies. Jedoch schlug sie die Einladung der drei Weisen aus, diese auf ihrem Weg zu begleiten und dem Neugeborenen die Ehre zu erweisen. Hinterher ärgerte sie sich über die verpasste Chance und versuchte, die Männer einzuholen. Es gelang ihr jedoch nicht. So kommt sie noch heute auf ihrem Besen angeflogen und klopft an die Tür eines jeden Kindes, um eine kleine Gabe zu hinterlassen, immer in der Hoffnung, dass eines der Kinder vielleicht das Jesuskind sei.

Eine nette Geschichte und eine schöne Geste, wie ich finde, die jedoch wie alle Feiertage inzwischen stark kommerzialisiert wurde.

9 Gedanken zu „Viva, viva la Befana!

  1. Gitti

    Sehr hübsch und für die Familien bestimmt recht stressig , so kurz nach Weihnachten. Die Geschichte dahinter ist interressant und rührend. Ich freue mich für alle Kinder, die bedacht werden.

    Antwort
    1. Corinna Autor

      Doch, natürlich! Die Bescherung erfolgt entweder am Heilgabend nach Mitternacht oder am 25.12. nach dem Kirchgang.

      Der Nikolaustag wird hier nicht wie bei uns in Deutschland mit Geschenken im Stiefel begangen. Dafür haben Sie dann im Januar die Befana. Danke für den Link!

      Antwort
  2. notiznagel

    Stimmt, schon gestern standen abgeschmackte Weihnachtsbäume vor den Häusern unseres Quartiers. Heute gab es den Dreikönigskuchen am Arbeitsplatz, als Süssigkeit für alle. Ich hatte Glück, wurde nicht zum König gekürt und musste keine Goldkrone aus bemaltem Karton tragen.

    Antwort
    1. Corinna Autor

      Oh, Mann! Im Protestantischen Brandenburg haben wir keinen Dreikönigstag. Von daher ist mir die Sache mit dem Kartonkronenkönig komplett neu. Ich muss mich mal umhören, ob es das hier in Apulien gibt. … ich stell’s mir einigermaßen peinlich vor und kann verstehen, dass Du froh warst, nicht gekürt worden zu sein. 🙂

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    1. Corinna Autor

      In Ermangelung der Socken verschenkenden Tante kommt bei uns die Hexe auch nicht mehr, aber Corinna feiert Knut und trägt ihren Weihnachtsbaum zum Möbelhaus zurück, um das inzwischen schon recht struppige Teil in einen Gutschein für das nächste Möbelstück einzutauschen. 😉

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  3. Katha

    Das ist ja süß! Die arme Hexe … 😉 Aber genau wie du finde ich die ganze Kommerzialisierung christlicher und auch sonstiger Feste einfach schade. Die Herzensangelegenheit geht da doch verloren …

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