Suchanfragen I: Prostitution in Apulien

WordPress und kooperierende Suchmaschinen machen es möglich, dass man sieht, über welche Suchanfragen, Leser auf einen Blog weitergeleitet werden. So auch auf meinen Apulienblog. In loser Folge werde ich mich zukünftig mit diesen Anfragen auseinandersetzen. Da geht es beispielsweise um Übersetzungen, um halb Philosophisches, um Anfragen zu Traditionen und, und, und… Oder eben um Prostitution in Apulien.

Allgegenwärtig und für alle sichtbar

In der Nähe von Einkaufszentren oder an den Ausfallstraßen von Bari stehen vom frühen Morgen bis spät in die Nacht bei Wind und Wetter mehr oder weniger leicht bekleidete Frauen am Straßenrand. Abends an der Straße nach Tarant oder an Baris Seepromenade in Richtung San Giorgio sieht es fast ein wenig nach Romantik aus, wenn sie auf Plastikeimern sitzend in ihren Lagerfeuern herumstochern. Aber der Eindruck dürfte wohl täuschen.

Luigis kleine Cousine dereinst zu ihrer Mutter: „Mama, warum stehen die Frauen hier an der Straße?“ – Antwort: „Die warten auf den Bus.“

Luigis kleine Cousine im folgenden Sommer zu ihrer Mutter: „Mama, warum fahren die alle im Bikini mit dem Bus?“ – Antwort „Ähm…“

Prostitution legalisieren oder weiter Hasch-Mich spielen

Kirsten Wulf hat das Thema Prostitution in ihrem ersten Apulienkrimi „Aller Anfang ist Apulien“ aufgenommen und beschreibt in dem sonst sommerleichten Buch, wie eng es auch mit der illegalen Einwanderung verknüpft ist. Natürlich wäre es besser, wenn die Frauen ihren Lebenunterhalt auf andere Art und Weise verdienen könnten, aber meiner Meinung nach sollte Prostitution in Italien endlich legalisiert werden, um der organisierten Kriminalität diese Einkommensquelle aus der Hand zu nehmen, die Frauen aus der Illegalität zu holen, das Geschäft für die ausführenden Parteien sicherer zu machen und dem maroden Staat Steuereinnahmen zu bringen.

Statt dessen ist die örtliche Polizei immer mal wieder damit beschäftigt, Prostituierte oder von Prostitution profitierende Dritte aufzuspüren.  Die Dritten, zum Beispiel durch höhere Mieten profitierende Wohnungsvermieter, erwartet dabei ein Verfahren; was aber hier in Italien auch noch nichts heißen will. Was aus den „armen Mädchen, die ihre Würde verkaufen“ (Zitat M. Emiliano, Bürgermeister von Bari) wird, ist nicht ganz klar, aber ich denke, wenn sie illegal hier sind, werden sie mit großer Wahrscheinlichkeit in ihre Ursprungsländer abgeschoben und haben damit auch nichts gewonnen.

Prostitution ist ein kontroverses Thema für ein katholisches Land. Doch ich bin wirklich gespannt, wann die bittere Realität, ein bisschen Vernunft oder vielleicht auch nur ökonomisches Denken in Italien endlich die von Religion geprägten Moralvorstellungen einholen werden.

5 Gedanken zu „Suchanfragen I: Prostitution in Apulien

  1. frauhilde

    Ich habe so meine Zweifel daran, dass in den nächsten Jahren die Realität gegen die religiös geprägten Moralvorstellungen gewinnen wird. Leider.

    Antwort
  2. janavar

    Interessante Suchanfragen auf jeden Fall. Ich wäre auch für eine Legalisierung, aber da haben ja die meisten Länder/Gesellschaften ihre Probleme mit.

    Antwort
    1. Corinna Autor

      Das könnte daran liegen, dass der Mensch an sich ein Heuchler ist, und das mit der Vernunft müssen die Aufklärer damals auch irgendwie falsch verstanden haben … oder ich.

      Antwort

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