Aprilfische

Heute ist der 1. April und damit dieses besondere Datum auch nicht unbemerkt vorübergeht, wurden wir von den Radiomoderatoren in den 10 Minuten des Weckradiohörens mindestens zehnmal daran erinnert.

Offensichtlich sind die Italiener wahre Scherzkekse und beglücken ihre Umgebung mit zahlreichen Aprilscherzen, den sogenannten Pesci d’aprile (Aprilfischen). So erzählte mir Luigi, dass es zu seiner Schulzeit gebräuchlich war, besonders ahnungslosen Freunden mit einem Begrüßungsschlag auf den oberen Rücken heimlich ein Papierfischchen anzukleben. Ich habe meinen Rücken schon kontrolliert, nachdem Luigi zur Arbeit gegangen ist, und keinen Aprilfisch gefunden.

Trotzdem wollte ich nun wissen, warum man den Aprilscherz nicht einfach wie in Deutschland „scherzo d’aprile“ nennt. Wikipedia spuckt dazu einige Ideen aus, aber sie sind im Grunde nur Hypothesen. Demnach wäre beispielsweise der 1. April 33 laut dem gregorianischen Kalender das Todesdatum von Jesus Christus und der Fisch wurde als Erkennungszeichen der Gläubigen aus der Zeit der Christenverfolgung übernommen. Ich weiß nicht, wie witzig so ein Fisch auf dem Rücken noch ist, wenn man sich überlegt, was zu dieser Zeit mit Christen geschehen ist, die als solche erkannt wurden. Aber vielleicht bin ich auch nur ein Spaßbremse und mir fehlt das Gen für diese Art von Humor.

Besser gefällt mir die Erklärung, die ich auf focus junior gefunden habe. Laut dieser italienischen Website für Kinder wurde vor dem gregorianischen Kalender die Zeit vom 25. März bis 1. April als Neujahr gefeiert. Als im 16. Jahrhundert der neue Kalender eingeführt und Neujahr auf den 1. Januar verlegt wurde, lachte man über die „ewig Gestrigen“, die noch am 1. April feierten, als „sciocchi d’aprile“ (etwa April-Dummerjan).

In Italien kam die Idee, den 1. April als Scherztag zu begehen, erst Ende des 19. Jahrhunderts auf und schwappte vermutlich von Frankreich herüber, wo der Tag ebenfalls mit Aprilfischen („poisson d’avrile) begangen wird.

Wie auch immer, ich gebe die Warnung vor dem ersten April hiermit an alle Bloglesenden weiter und wünsche euch genau den Tag euer Wahl – mit Aprilfischen oder ohne Aprilfische, ganz wie ihr möchtet!

6 Gedanken zu „Aprilfische

  1. Gitti

    In den April schicken bedeutet hier, jemandem etwas Unwahres als Neuestes zu erzählen und es ihm als Wahres glaubhaft zu machen. Mit dem Hintergrund das derjenige eine Eselei im Ernst begehe und alle dann über ihn lachen können. Was nicht immer ganz harmlos ist.

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  2. Katha

    Wow, falls die Erklärung aus wikipedia stimmen sollte, finde ich es ebenfalls überhaupt nicht mehr witzig, jemandem Fische auf den Rücken zu kleben. Da sind wir schon zwei, die offensichtlich keinen Humor haben. Ansonsten bin ich überhaupt kein Fan von Aprilscherzen, vermutlich aus zweierlei Gründen: 1. falle ich auf JEDEN Scherz herein und bin darum gerne Ziel von Veralberungen und 2. fallen mir selbst jedoch überhaupt keine Geschichten ein oder ich erzähle sie so, dass klar ist, dass sie eben nichts als Erfundenes sind. So ein Mist! 😉

    Antwort
    1. Corinna Autor

      *ggg* Danke für Deinen Kommentar! Das Problem kenne ich auch. Ich mag es nur, wenn man mit mir und nicht über mich lacht. Von daher: absolut kein Freund von Aprilscherzen.

      Antwort

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