Pajare – Die weniger berühmten Verwandten der Trulli

Während die Trulli (Sing. Trullo) nicht zuletzt Dank des Unesco-Weltkulturerbes von Alberobello auch außerhalb Italiens inzwischen bekannt sind, findet man die Pajare (Sing. Pajaru) eher einzeln stehend im apulischen Hinterland zwischen Oliven- und anderen Bäumen.

Trullo 2Die stufenförmig angelegten Gebäude haben mit den Trulli ihre konische Form und die Trockenbauweise gemeinsam. Je nach Region werden sie auch pagghiaru, furnieddhu, furnu, truddu, chipuru oder caseddhu genannt (Quelle: Wikipedia). Ihre dicken, fensterlosen Steinmauern halten die sommerliche Wärme ab und dienten den Bauern dereinst als Unterschlupf während der Feldarbeit oder als Lagerplatz für ihr Stroh, auf Italienisch paglia. Daher stammt vermutlich auch der Name „pajaru“.

Auf der Suche nach dem Dolmen della Chianca trafen wir auf viele, recht gut erhaltene Pajare. Im Allgemeinen sieht man sie jedoch (wie auch viele Trulli) auf den Feldern verfallen.

alle Fotos by MD

14 Gedanken zu „Pajare – Die weniger berühmten Verwandten der Trulli

  1. Arno von Rosen

    Italien tut sich schwer mit seinen ländlichen Kulturstätten, auch viele alte Kornmühlen und uralten Bauernhäuser verfallen, es sei denn diese werden mit EU Subventionen von Engländern, Franzosen usw. zu neuen Touristikplätzen umgebaut ohne die Substanz zu verändern. Da aber die Erwerbsrechte von Immobilien in Italien eher kompliziert sind, verfallen die meisten Gebäude und sind nur noch gut als Fotomotiv.

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    1. Corinna Autor

      Ja, da hast Du allerdings völlig recht. Dieses Foto-Phänomen läuft bei mir unter „romantischer Verfall“. (Leider.)

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  2. kinder unlimited

    das ist wirklich schade, wenn das alles nicht erhalten werden würde. Wie bei den meisten Dingen eine Frage des Geldes, leider! Ich finde Deine Reihe übrigens sehr interessant und informativ, Corinna ……

    Antwort
    1. Corinna Autor

      Danke für Dein Kompliment. Es ist mir ein Anliegen, die Schönheit Apuliens zu entdecken und zu lobpreisen, aber manchmal kann ich auch das Witzeln nicht lassen. 😉

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      1. kinder unlimited

        die Kombi ist genial und ich finde es immer aufregend, einen Ort von Insidern vorgestellt zu bekommen. Ich freue mich immer auf Deine Beiträge….auch wenn sie nicht von Anelli handeln ;-)))

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    1. Corinna Autor

      *lach* Deswegen sind Dialekte hier auch eine eigene Sprache und nicht bloß „Verfärbungen“. Mit der Zeit versteht man mehr, aber sprechen werde ich wohl nicht mal den hiesigen Dialekt irgendwann.

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      1. La Giù~Lia

        Ich hatte das Vergnügen ja, einen Einblick in den baresischen Dialekt zu kriegen („Wir lassen immer nur die Endungen weg“ – jaja, von wegen! 😀 ) und war völligst überfordert. 😀 Ich versteh‘ Dich da total! Zumal die Dialekte sich auch nicht wie hier von Region zu Region ändern, sondern bisweilen schon von Stadt zum nächsten Dorf eklatante Unterschiede aufweisen. Das Termolesisch habe ich mit der Zeit immer besser verstanden und einige Wörter sind mir auch hängengeblieben, aber in Neapel war ich völlig aufgeschmissen! 😀 Viel zu viele SCH- und J-Laute, wo sie gar nicht hingehören… Invece, ein Freund aus Rom spricht schon nahezu nur noch römisch mit mir. Verstehen ja, sprechen…ehhhh, nein 😀 Ich bin also voll mit Dir! 🙂

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  3. afrikafrau

    In Verbindung mit meinem traditionellen Rundhaus in Westafrika, bin ich auch
    schon auf die Trullis aufmerksam geworden, die es vereinzelt auch in Deutschland gibt. Noch existierendeTraditionen, die Kultur dahinter, scheinen
    heute nicht wichtig zu sein. Freue mich darüber, immer wieder in deinen posts Interessanes darüber zu lesen.

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    1. Corinna Autor

      Ja, das Bewusstsein dafür, etwas Besonderes zu haben, ist irgendwie nicht ausgeprägt, wenn es sich um Dinge handelt, die man vor der Haustür hat. Das geht uns in Deutschland vielfach nicht anders. Wir fahren auch lieber weit weg, statt das Schöne zu bewundern, das nahe liegt. 😉

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  4. Gitti

    Trulis und Alberobello sind für Gäste nach meiner Meinung ein Muß. Und Süditalien vergibt sich viel, wenn auf fremde Hilfe und Käufer gewartet wird. Es heißt nicht umsonst „wenn weg ,dann weg “ Verkauft ist schnell und der Einfluß auf einen Käufer nach meiner Meinung gering.Mit Kulturgütern sollte doch sorgsamer umgegangen werden.

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  5. Friederike

    ich würde mich am liebsten sofort ins Auto setzen und in den Süden Apuliens düsen… oft sieht man diese Bauwerke aber auch renoviert und die rundum nach oben führenden Außentreppen oder eher Trittsteine begehbar, im Salento zB… lg

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    1. Corinna Autor

      Die Exemplare, die wir gesehen haben, waren auch in Ordnung. Ich bin das eine sogar ein bisschen nach oben geklettert. Aber dann hatte ich Angst, etwas kaputt zu machen. Also hab ich es dabei belassen. 🙂

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