Das Schloss von Otranto

Je nach dem von wo aus man schaut, gibt sich das Schloss von Otranto spitz und schroff oder wuchtig gemütlich. Aber immer zeugen die dicken, hohen Mauern von seiner Wehrhaftigkeit. Und darauf kam es in der häufig heiß umkämpften Hafenstadt immer an.

Von seinem Hügel aus wacht das Schloss über die Altstadt von Otranto.

Als eine der letzten byzantinischen Bastionen wurde Ortranto nach der ersten Jahrtausendwende von den Normannen eingenommen. Dann kamen die Staufer und ließen Apulien erblühen. Friedrich II. wies wie in so vielen apulischen Städten an, ein Kastell zu errichten, und stieß von Otranto aus zu dem ihm aufgezwungen Kreuzzug in See. Den zahlreichen Apulien- und Stauferfreunden, die das Schloss jedes Jahr besuchen, macht es jedoch nichts aus, dass seine Spuren am heutigen Schloss kaum noch zu erkennen sind. Gut 200 Jahre später tobten sich nämlich die Türken in Otranto aus und ließen von der einst so bedeutenden Stadt nurmehr Trümmer und Leichen übrig.

Im Inneren bietet das Schloss viel Platz für wechselnde Ausstellungen.

 

Wie sich das Schloss heute präsentiert, dafür sorgten vornehmlich die Aragonier, die das Schloss mit einem fünfeckigen Grundriss, Eckbastionen und Türmen neu errichteten. Napoleons Truppen kehrten hier ein. Dann wurde es als Gefängnis, Schule und bis in die 80er Jahre hinein auch als Wohnraum für die Bevölkerung genutzt. Ähnliches hat man auch vom Stauferkastell in Bari schon gehört, aber mich persönlich verwundert so ein Umgang mit Kulturgütern doch ein bisschen. Zum Glück wurde das Bewusstsein für den kulturhistorischen Wert doch noch geweckt und heute ist das Schloss sehr gut restauriert beherbergt wechselnden Ausstellungen. 

Uns hat es gefallen, in der weitläufigen Anlage mit mehreren Stockwerken umherzuwandeln und den Ausblick von den Zinnen auf die Boote und Yachten im Hafen oder über Otranto zu genießen. Es gibt auch Führungen im unterirdischen Teil des Schlosses, aber das werden wir erst machen, wenn Davide ein bisschen älter ist. 

3 Gedanken zu „Das Schloss von Otranto

    1. Corinna Autor

      Ja, es ist sehr gut restauriert. Ein bisschen fehlt noch, aber das Unperfekte ist ja gerade das Sympatische an Apulien. 😉

      Antwort

Schreibe eine Antwort zu B Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.