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Che cazzo volete da me!? – Schimpfen auf Italienisch II

Da immer wieder Menschen auf meinen Blog fanden, weil sie auf der Suche nach italienischen Übersetzungen von Ausdrücken aus dem Deutschen waren, habe ich verstanden, dass mein Bericht vom letzten Jahr über italienische Schimpfwörter nicht genügt und ich einen weiteren Artikel darüber schreiben muss – Schimpfen für Fortgeschrittene quasi.

Ich werde im Folgenden also alle Suchmaschinenanfragen beantworten und einige Recherchen bei italienischen Teenagern wiedergeben, die im Gebrauch von unflätigen Schimpfwörtern bewanderter sind, als Luigi oder seine Eltern es jemals sein oder in Bezug auf sich selbst zugeben werden.

Ich erinnere mich noch, wie ich das Wort “puttana” zum ersten Mal hörte. Es wurde mir von einer bettelnden Punkerin entgegengeschleudert, als ich gerade mal wieder auf Marias Rat gehört habend nur mit meiner Kamera und meinem Zugticket bewaffnet in Bari unterwegs war, und besagter Punkerin kein Geld geben konnte. Nachdem ich herausgefunden hatte, dass “puttana” “Hure” heißt, habe ich es auch nicht bereut, dass ich an diesem fernen Tag gerade klamm war. Normalerweise habe ich ein großes Herz für Leute, die alternative Verdienstmöglichkeiten nutzen müssen; zum Beispiel für mein Patenkind in Afrika, Straßenmusikanten oder abgewrackte Omas vor Kirchen. Bei jugendlichen Bettlern hingegen hält sich mein Mitleid bis heute in Grenzen. Ich hoffe, ich begegne dieser Person noch einmal. Dann werde ich ihr erklären, warum sie niemals Geld von mir bekommen wird.

Hier weitere von Internetnutzern angefragte und recherchierte Begriffe:

1. Vulgäre italienische Schimpfwörter

Cazzo! – Arsch, Vollidiot

Figlio di puttana! – Hurensohn

Stronzo! – Scheißkerl, Wichser, Arsch mit Ohren (wörtl. eher “Scheißhaufen”)

Maledetto stronzo! – Steigerung von stronzo

Mi stai sul cazzo! – Du gehst mir auf den Sack (die Eier, die Nüsse)!

Vaffanculo! – Arschloch! Leck mich (am Arsch)!

Vai a cacare! – Verpiss dich! (wörtl. “Geh kacken!”)

zoccola – Nutte (nicht zu verwechseln mit zoccolo, einem Holzschuh)

2. Weniger vulgäre Ausdrücke

Che te ne frega!? – Das geht dich einen Dreck an!

Che porcheria! – Was für eine Sauerei!

Merda! – Scheiße!

Bertuccia! Vecchiaccia! – Alte Schachtel!

Vattene via, idota! – Hau‘ ab, du Blödmann!

3. überhaupt nicht vulgär

Poveretta, tua madre! – Deine arme Mutter! (Im Mitleid mit der Mutter wird die Missbilligung mit derem missratenen Kind deutlich. Gern auch von den entsprechenden Müttern selbst benutzt.)

4. Flüche

Dannazione! Maledizione! – Verdammt! Verflucht! (unlängst erst bei Verdi gehört und daher vermutlich gesellschaftsfähig)

Porca miseria! – So ein Mist! (wörtl. “elende Armut”)

Porca puttana! – Verdammte Scheiße! (wörtl. “Schweineschlampe”)

Cazzo! – Mist! Scheiße! (Wird auch wie “Ach, du Schreck!” im täglichen Sprachgebrauch verwendet oder z.B. so: “Che cazzo fai!? – “Was machst du bloß für einen Mist!?” oder siehe Überschrift “Che cazzo volete da me!?” Was zum Teufel wollt ihr von mir!?”)

4. Andere Übersetzungsanfragen

Ich hoffe sehr, dass diese Frage noch vor meinem Artikel geklärt werden konnte und zu keinem Zerwürfnis geführt hat. Trotzdem hier zur Sicherheit: Nimm mich das nächste Mal mit! – La prossima volta portami con te!

Und, weil diese Übersetzung zwar kein Schimpfwort beinhaltet, aber auch nach fast einem Jahr Apulien noch ein Lebensmotto von mir ist, klären wir zum Abschluss die folgende Anfrage:

 “Ich bin sehr gespannt auf Italien.” – “Sono molto curioso (m)/ curiosa (w) dell’Italia.”

Sollte noch jemand Wünsche oder Anregungen zur Erweiterung dieser Zusammenstellung haben, nehme ich gern Ergänzungen vor.  

 

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