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Kaminträume

Kamin alt

Der alte Kamin Marke „Eigenbau“ musste aus Sicherheitsgründen abgerissen werden

Als wir am Anfang unserer Wohnungssuche vor knapp vier Jahren auf die Behausung stießen, die sich sofort als unsere Traumwohnung entpuppte, war ein Kamin neben der enormen Terrasse das zweite, schlagkräftige Argument für unsere Entscheidung in einen dritten Stock ohne Fahrstuhl zu ziehen. Eigentlich ist selbst die Sache „ohne Fahrstuhl“ bei genauerem Hinsehen ein Pro, denn sie hält Verwandtschaftsbesuche in Grenzen. Aber das nur am Rande.

Leider entpuppte sich der Kamin Marke „Eigenbau“ dann als nicht sicher und daher abrissbedürftig. Was vom Kamintraum also zunächst übrig blieb, waren ein langes, kupfernes, uns an strenges Sparen mahnendes Rauchabzugsrohr und der klappernde Windfang auf dem Dach. In diesem Herbst war es nun soweit, dass wir ein Geschäft unseres Vertrauens aufsuchen und einen Kamin ordern konnten. Vorausgegangen waren Überlegungen wie Holz oder Pellets, vielleicht doch nur ein zierlicher Pelletofen statt eines raumfüllenden Kamins, Anschluss an die Warmwasserbereitung oder nicht… Schließlich entschieden wir uns für einen Holzkamin, der trotz seiner Möglichkeiten nicht ans Heizungssystem angeschlossen werden sollte, denn wir besitzen erstens keinen Wald und zum Heizen mit Holz ist zweitens der dritte Stock ohne Fahrstuhl dann doch ungünstig.

Transport

Es ist so weit – der neue Kamin wird geliefert

Kamin neuVor zwei Wochen fuhr uns ein Umzugsunternehmen das Innenleben unseres zukünftigen Kamins mit einer elektronischer Leiter auf die Terrasse und schleppte dann die Kleinigkeit von 180 Kilogramm ins Esszimmer. Bei den umliegenden Nachbarn sorgte die Aktion im morgendlichen Schummerlicht für allerhand Spekulationen, wie ich später von den Mechanikern der gegenüberliegenden Autowerkstatt erfuhr. Diese sahen bereits die Annehmlichkeit von gelegentlichen Kuchenlieferungen mit uns nach Deutschland entschwinden. Doch ich konnte sie natürlich sofort beruhigen.

Gespannt bin ich darauf, was die Nachbarn denken werden, wenn wir im Frühjahr daran gehen, den Metallkörper unseres Kamins so zu umhüllen, dass er dann auch seinen Namen verdient. Bis dahin gewöhnen wir uns ans Holztragen und zünden ihn gelegentlich an, um dem Spiel der Flammen zuzusehen und das Knacken der Funken zu hören – atmosphärisch schön und warm wird’s auch in der Bude.