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Auf den Spuren der Prominenz – Residenza Ducale Bovino

Dass die Übernachtung in der Residenza Ducale, also dem B&B im Schloss von Bovino der Hauptgrund für unseren Besuch auf dem Hügel im Foggianischen war, habe ich im vorhergehenden Beitrag schon geschrieben. Dadurch hatte sich natürlich eine gewisse Erwartungshaltung aufgebaut und – was soll ich sagen – wir sind bis heute begeistert.

Auch bei Nacht macht das trutzige Gebäude eine gute Figur.

Blick in den romantischen Schlossgarten

Kommen wir deshalb noch einmal zurück zum Schloss. Während sich die Wissenschaft noch nicht einige darüber ist, wer den Grundstein für das Kastell gelegt hat, scheint es doch ziemlich sicher zu sein, dass die Römer hier um 100 v.u.Z. eine erste Festung errichteten. Diese wurde über die Jahrhunderte immer wieder um- und ausgebaut, sodass es im Moment anmutet, als habe man es mit einem Bau aus dem 11./12 Jahrhundert zu tun. Manfredi, der Sohn Friedrichs des Zweiten hat hier schon genächtigt, auch der italienische Dichter Torquato Tasso, Maria Teresa von Östereich und mit Benedikt XII sogar ein Papst. Und nun im Jahr 2020 auch noch die Grillos aus Triggiano.

Durchgang zur Altstadt

Die erste schriftliche Erwähnung fand Bovino jedoch schon 200 v.u.Z. als Hannibal hier mit seinen Truppen lagerte, bevor er den Römern in der Schlacht bei Cannae eine Empfindliche Niederlage verpasste.

Baustelle und trotzdem gefällt es

Heute versuchen Francesco, Michele und Carmen etwas aus dem über die Jahrhunderte immer wieder aus- und umgebauten Kastell etwas zu machen. Mit Hilfe der von ihnen gegründeten Cooperative sind sie immer auf der Suche nach Fördergeldern und restaurieren weiter, sobald neues Geld eintrifft. Das B&B „Residenza Ducale ist nur ein kleiner Teil der Anlage, doch kann man es sich hier in einem der 5 Zimmer gemütlich machen und in einen von zwei Früstückszimmern seinen morgendlichen Kaffee, Tee, Croissants und Vieles mehr genießen. Ein weiterer Teil beherbergt ein Diozösenmuseum. Es gibt auch Konferenzräume. Zur Zeit wird eine Bibliothek gebaut, in der ein paar Tausend bibliophile Werke ihre Heimstatt finden sollen. Obwohl man dadurch auf einer Baustelle nächtigt, ist es dennoch ruhig. Die dicken Mauern lassen nichts vom Handwerkerlärm durch. Dafür bieten die Fenster des Kastells einen wunderbaren Ausblick über die Dächer Bovinos und die bewaldeten Hügel drumherum. Von 40 bis 120 Euro pro Nacht ist man dabei.

Viel Platz zum Residieren.

Zimmer mit Aussicht und im Sommer schön kühl (man achte auf die Dicke der Wände)

Einer von zwei gemütlichen Frühstücksräumen

Bovino eigenet sich gut als Etappe auf einer Rundreise oder für einen Wochenend-Kurzurlaub, wenn man einfach mal nur ein bisschen Erholung und Entschleunigung braucht.