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Ich glaub‘, ich See nicht richtig

Dass es in Apulien jede Menge Wasser gibt, dürfte den Lesern meines Blogs schon lange klar sein. 800 km Meeresküste locken Badelustige mit unzähligen Traumstränden an, deren weißer oder goldener Sand und glasklares Wasser schon fast Südseefeeling aufkomman lassen. Sonst ist Wasser in Apulien eher knapp, denn der sandige Boden mit seinem karstigen Gestein hat dafür gesorgt, dass Süßwasser schnell unter dem Boden verschwindet und hauptsächlich unterirdische Flüsse bildet, die in der Vergangenheit zu so beeindruckenden Höhlensystemen wie den Höhlen von Castellana geführt haben.

Trotzdem lässt sich Apulien an Vielfalt nicht lumpen und so schauten wir bei unserem Ausflug auf den beeindruckend bergigen Gargano auch bei den beiden enormen Seen Lago di Varano und Lago di Lesina vorbei. Mit ihrer Ausdehnung von 50 bzw. 60 qkm kann man die eigentümlich viereckigen und langgezogenen Gewässer auch kaum übersehen. In ihnen mischen sich Süß- und das vom Meer über zwei Kanäle eindringende Salzwasser und sorgen für einen reichen Fischbestand. Besonders bekannt ist der See von Lesina für seine Aale, die von der Sargassosee kommend über die Kanäle einwandern. Schon von Friedrich II. ist bekannt, dass er den gekochten und marinierten Gaumenschmaus aus Lesina liebte. Und bis heute ist man bei der Fortpflanzung dieser Fische allein auf Mutter Natur und die merkwürdige Wanderung der Aale angewiesen, da sie sich nicht züchten lassen (italienische Quelle: hier).

Beide Seen gehören zum Naturschutzgebiet Gargano und sind vor allem im Winter bei Ornithologen für ihre Vielfalt an gefiederten Freunden beliebt. Zwecks geführter Ausflüge auf den See einfach mal beim Besucherzentrum in Lesina nachfragen.