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Im Wolfsmaul

Jedes Volk hat seine Eigenarten, wenn es jemandem gutes Gelingen wünscht: Wir Deutschen drücken oder halten die Daumen. Die Engländer halten die Finger für die betreffende Person gekreuzt. Vielleicht kennt ihr aus anderen Sprachen ähnliche Redensarten, dann lasst sie gern in einem Kommentar zurück.

In Italien hingegen wünscht man den anderen ins Wolfsmaul. „In bocca al lupo!“ heißt es, wenn eine schwierige Situation gemeistert werden muss. Woher diese Redensart kommt und warum man den Anderen gerade in den Rachen des Feindes wünscht, ist wie bei den meisten Redensarten schwer nachzuvollziehen. Was ich zunächst sehr merkwürdig bis unverständlich fand, erschien mir jedoch weniger eigenartig, als mir einfiel, dass wir im Deutschen die Art und Weise, jemandem genau das Gegenteil von dem zu wünschen, das eintreten soll, ebenfalls kennen. Wenn wir beispielsweise „Hals- und Beinbruch“ sagen, heißt das noch lange nicht, dass wir unser Gegenüber im Gips oder gar Sarg wiedersehen wollen.

Am ehesten kann man sich also vorstellen, dass diese Redensart aus dem Jagdjargon kommt, möglicherweise auch aus dem Ambiente der Hirten, für die der Wolf sicherlich eine der größten Bedrohungen darstellte, und genau das Gegenteil von dem ausdrücken sollte, was es wörtlich bedeutet.

In bocca al lupo“ – sagt also der Italiener, wenn er jemandem Erfolg wünschen möchte. Daraufhin sollte man aber keinesfalls mit „Danke!“ antworten. Die richtige Antwort lautet: „Crepi (il lupo)!“ und bedeutet wörtlich, dass der Wolf krepieren soll, und im übertragenen Sinn, dass man die Oberhand über die schwierige Situation behalten wird.

Soweit mein kleiner Exkurs in die Eigenheiten der italienischen Sprache und für all eure heutigen Vorhaben: In bocca al lupo!