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Suchphrasen XIII – Von Menschen in Müllcontainern

Die recht bizarre Suchphrase „Mensch in Restmüllcontainer werfen“ hat die suchende Person aus irgendeinem Grund nicht nur auf meinen Blog geleitet und zu deutlichem Stirnrunzeln bei mir geführt, sondern mich auch daran erinnert, dass es längst überfällig ist, dass ich davon berichte, wie die vor drei Jahren eingeführte Mülltrennung in Triggiano denn nun läuft.

Wir erinnern uns: der normale, italienische Müllalltag sah so aus, dass eine Entsorgung in riesige am Straßenrand aufgestellte Müllcontainer erfolgte, die kurz nach ihrer Leerung schon wieder überliefen. Dann hieß es plötzlich „Ciao, ciao Müllcontainer“ und jeder stellte an bestimmten Tagen die entsprechenden, vom Entsorgungsunternehmen zur Verfügung gestellten Mülleimer vor die Haustür. Diese reihen sich auch heute noch über Nacht und am frühen Morgen die Fußwege entlang und man kann sagen, das dass System weitestgehend funktioniert.

Trotzdem sind einige Zeitgenossen nun dazu übergegangen, ihren Müll in Plastiktüten vor das Haus zu legen, wo sich wilde Hunde und Katzen über sie hermachen – mit dem entsprechenden Bild, das so ein aufgerissener und durchwühlter Müllsack vor Haustüren bietet. Deswegen findet man in den betreffenden Häusern nun Aushänge mit Androhung von Abmahnungen und Bußgeldern. Noch habe ich persönlich von keinem Fall gehört, in dem ein Bußgeld tatsächlich verhängt wurde, aber es würde mich interessieren, wie das in einem mehrstöckigen Wohnblock tatsächlich gemacht werden wird; vermutlich in Kollektivhaft.

Ich weiß jedoch von den  Mechanikern der nahe gelegenen Autowerkstatt, dass sie bereits Mitmenschen, die ihren dubiosen Müll nach Eintritt der Dunkelheit scheinbar clever und unerkannt an der Ecke der besagter Autowerkstatt jedoch im Sichtfeld der Überwachungskamera deponierten, angesprochen und gebeten haben, so etwas zu unterlassen, weil es erstens falsch sei und sie zweitens keine Lust hätten, jeden Morgen erst den Fußweg zu putzen.

Ein weiteres Problem ist, dass es einige Entsorgende mit der Mülltrennung nicht so genau zu nehmen scheinen, sodass inzwischen verboten wurde, nicht transparente Säcke für den „Gelben Sack“ oder andere Mülleimer als die ausgegebenen zu verwenden. Der nicht richtig sortierte Müll wird auch zum Problem der ganzen Gemeinde, weil der italienische Stadt dafür eine höhere Öko-Abgabe und Strafzettel vorsieht, die dann natürlich auf die gesamten Bewohner umgelegt werden.

Abgesehen von diesen Entwicklungen würde ich spontan sagen, dass man einen Menschen wohl in den Biomüll werfen müsste. Allerdings stellte man damit die Werfenden bei unseren vergleichsweise winzigen Mülleimern vor einige Probleme. Die Entsorgung müsste über einen langen Zeitraum erfolgen, was Fragen nach chirurgischen Fähigkeiten oder der Zwischenlagerung des Mülls aufwirft. Besonders bei sommerlich heißen Temperaturen käme es da sicher schnell zu Geruchsbelästigung. Außerdem ist gar nicht gesagt, dass es sich bei einem Menschen in allen Teilen um Biomüll handelt. Ich denke da z.B. an mit Amalgam versehene Zähne. Wären diese unsortierter Restmüll oder im Werthof abzugebender Sondermüll?

Ich empfehle dem Suchenden in Anbetracht all dieser Umstände also, die in den Restmüllcontainer zu werfende Person nach Bari zu schaffen, um sie in einem am Straßenrand stehenden, großen Container loszuwerden – und das möglichst schnell, noch bevor dort die Müllentsorgung von Haustür zu Haustür eingeführt wird und die Container verschwinden.

Suchanfragen XI – Entschuldigung

Margerite

1. Gut bei Entschuldigungen kommen in der Regel auch Blumen an.

Alpenfeilchen

2. Allerdings sollte man sich gegen Topfpflanzen entscheiden.

Ganz neu, dass mal jemand keine Schimpfwörter auf meinem Blog sucht, sondern sich im Gegenteil bei jemandem entschuldigen möchte.

Hier also zur schnellen Beziehungsrettung:

„Vergib mir!“ – „Perdonami!“ (Mit Betonung auf dem „o“.)

Hyazinthe rosa

3. Sollte die Entschuldigung nämlich nicht akzeptiert werden, könnte es weh tun.

„Es tut mir Leid.“ – „Mi dispiace!“ (Gesprochen in etwa: Mi dispjatsche. Mit Betonung auf dem „a“.)

…und wem das noch nicht reicht, der kann sich ja zur Abwechslung mal selbst beschimpfen. Inspiration nötig? Hier.

Suchphrasen X – Mausefalle oder Honigtopf?

Im ersten Moment musste ich lachen, als ich die gestrige Statistik mit den Suchphrasen sah: „Liebesfalle Schwiegereltern„. Das hört sich fast schon nach dem Titel eines lustigen Romans an. Tatsächlich habe ich den Begriff aber schon einmal gebraucht, als ich über meine eigenen Schwiegereltern schrieb, denen es schon immer eine Freude war, mich mit lieb gemeinten Geschenken zu bedenken, die nicht meinem Geschmack oder meinen Maßen entsprechen.

Allerdings habe ich mit meinen Schwiegereltern sehr großes Glück gehabt, und meine persönliche Liebesfalle ist eher eine aus süßem Honig. Das passiert wohl nur, wenn sich die Besagten über die Wahl ihres Familienneuzugangs freuen, und ich glaube, so herzlich wie ich die Apulier bisher erlebt habe, dürfte es allgemein einfach sein, hier von den Schwiegereltern akzeptiert und wohlwollend aufgenommen zu werden. Zumal die italienischen „Mammas“ eigentlich nur darauf warten, dass endlich ein liebes Mädel ihren „Mammone“, den Kleinen im fortgeschrittenen Jugendalter bis ca. 40 Jahre, der es sich im Hotel Mama gemütlich eingerichtet hat, dort abholt. Deutsche Frauen scheinen dabei häufiger Schwiegereltern in Italien zu finden und sich in Italien niederzulassen, als deutsche Männer, denn ich persönlich kenne nur binationale Beziehungen, bei denen die Frau nach Italien gezogen ist. Sollte dem nicht so sein, widersprecht bitte unbedingt in den Kommentaren!

Ich habe das Verhältnis zu Schwiegereltern in weit zurückliegenden Jahren schon anders erlebt. Da war die „Liebesfalle“ eher eine Mausefalle für die Beziehung und quetschte ganz schön in der Herzgegend. Letztendlich hat die Liebe das mangelnde Wohlwollen der Schwiegereltern nicht überstanden. Aber das ist nur meine Erfahrung.

Von daher ist jetzt auch mal eure Altersweisheit gefragt. Helft den Suchenden bei einer künftigen Entscheidungsfindung! Mausefalle oder Honigtopf – Wie sieht es aus mit der Liebe und den Schwiegereltern? Welche besonderen Erfahrungen habt ihr mit Schwiegereltern bei binationalen Beziehungen gemacht?

Ich freue mich über eure Beiträge!

Suchanfragen IX – Neue Frittierfrage

Kinder, Kinder… scheinbar ist das Frittieren ganz groß in Mode. Wissbegierige Internetnutzer wollen nicht nur Salami oder Panzerotti frittieren, sondern aktuell auch Rosen. Ich gehe davon aus, dass sich die Frittieridee auf die Blütenblätter und nicht die dornenbesetzten Stängel bezieht.

Ja, also dann macht mal ohne mich! Ich denke, das Frittiergut wird nur einen ganz dezenten Geschmack nach Rose haben. Sollte ich hingegen an meinen Pflanzen genügend Blütenblätter und Zeit finden, dann stände mir der Sinn eher nach Rosenmarmelade als nach frittierten Rosen.

Suchanfragen VI – Frittierfrage

Manche Fragen, die Nutzer auf meinen Blog führten, finde ich einfach verblüffend; so auch die folgende: Kann man Salami frittieren?

Leider ist mir nicht ganz klar, worauf diese Frage abzielt. Warum sollte jemand eine ganze Salami frittieren? Davon abgesehen bin ich überzeugt davon, dass sich alles frittieren lässt, seit ich vor fast 20 Jahren in einem chinesischen Restaurant frittierte Eiscreme gegessen habe.

Bekömmlicher dürfte es jedoch sein, die Salami beispielsweise zu zerschnippeln und zusammen mit Tomate und Mozzarella  in einem leckeren Panzerotto unterzubringen, den man anschließend frittiert. Wie wir kürzlich gelernt haben, könnte man das Ganze auch noch mit Roculablüten garnieren. Na, dann: Guten Appetit!

Suchanfragen V – Kann man die Rucolablüten essen?

Interessante Frage, fand ich, als „kann man Rucolablüten essen“ unter den Suchphrasen auftauchte. Sofort habe ich den Selbsttest gewagt, denn unter unserem Aprikosenbaum auf der Traumwohnungsterrasse wächst ein Büschel Rucola, das ich dort bisher für die Insekten blühen ließ.

Insekt am Rukola

Biene nascht vom Rucola

Die Antwort ist: JA. Die kleinen, gelben Blüten schmecken etwas milder als die Rucolablätter und durchaus nach mehr. Es tut mir leid für die Bienen und Insekten, aber sie haben jetzt definitiv Nahrungskonkurrenz bekommen.

 

Suchanfragen IV – Kartoffelblüte

Immer wieder finden Leute auf meinen Blog, weil sie sich die Frage stellen, warum Kartoffeln blühen. Schuld daran, dass man mit dieser Frage ausgerechnet auf meinem Apulien-Blog landet, ist ein Blog-Kartoffelexperiment, welches die Giftige Blonde dereinst ins Leben gerufen hat.

Leider ist mein Kartoffelanbauversuch auf der Terrasse damals kläglich gescheitert. Hier oben ist es im Frühling und Sommer einfach zu warm dafür und im Winter zu feucht. Da bräuchte ich sehr durchlässige und gute Erde.

In Apulien existiert dennoch eine lange Tradition des Kartoffelanbaus. Wie man auf der Seite „Coltura & Cultura“ nachlesen kann, gibt es schon seit 1837 einen regen Export von Kartoffeln nach Frankreich, England, Österreichen, Deutschland, Russland u.a.. Gerade wegen der Wärme werden sie hier in einem Herbst-Winter-Zyklus angebaut und schon ab März geerntet. Typisch apulische Kartoffelsorten sind dabei „Sieglinde di Galatina“, für die ein Verfahren zu Anerkennung als DOP-Produkt (geschütztes, regionales Produkt) läuft, und die „Kartoffel von Zapponeta“.

Wie auch immer aus der Erfahrung eines brandenburgischen Landkindes heraus kann ich sagen, dass sich Kartoffeln sowohl durch Samen als auch durch ihre Früchte vermehren lassen. Legt man eine Kartoffel in die Erde, wächst praktisch ein Pflanzenklon der Mutterkartoffel. Das garantiert, dass alle Kartoffeln einer Sorte die gleichen Eigenschaften haben und somit auch gleich schmecken. Will man jedoch neue Kartoffelsorten züchten und kreuzen, benötigt man die Samen. Das Blühen der Kartoffel garantiert also in einem gewissen Sinne die Artenvielfalt.