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Ungeahnte Möglichkeiten

Die geneigten Leser meines Blogs wissen, dass ich mir vor zwei Jahren einen Komposthaufen für die Terrasse zugelegt habe. Eigentlich war meine Absicht, das herabfallende Laub und andere Pflanzenteile zu kompostieren, um das Heraufschleppen schwerer Blumenerde in den dritten Stock zu reduzieren. Man wird ja nicht jünger.

Wie groß war meine Überraschung, als im späten Frühling plötzlich eine Ranke aus dem grünen Plastikwürfel herauswucherte. Melone oder Kürbis – hieß nun die Frage, denn beides hatten wir im letzten Jahr reichlich verzehrt und Schalen sowie Samen auf dem Kompost entsorgt.

Erst der Sommer brachte Klarheit und der Herbst dann einen leckeren birnenförmigen Kürbis, der bald als Risotto, Kürbiskuchen und im Ofen gebacken endete.

Was auf einer Terrasse doch so alles möglich ist!

Bunter Besucher blauer Blümchen

Wer hatte sich denn heute auf unserer Terrasse eingefunden? Fröhlich umflatterte der gelb-schwarze Geselle unsere „Blaue Säckelblume“ und labte sich am Pollen. „Schwalbenschwanz“ nennt man diesen auffällig großen Schmetterling passend auf Deutsch – „macaone“ auf Italienisch. Wieder was gelernt.

Frühlingserwachen?

Eigentlich erwacht der Frühling in Apulien meiner Meinung nach Ende Oktober. Dann verwandelt sich nämlich die sommerlich verbrannte Erde unter den Olivenbäumen in einen grünen Teppich, der von kleinen gelben und weißen Blüten betupft wird. Plötzlich schlagen die Geranien wieder aus und die Astern blühen zum zweiten Mal im Jahr. … und statt winterlich wird einem mai-lich zu Gemüte.

Aber natürlich trügt der Schein. Es regnet einfach zu viel. Es hagelt. Es stürmt. Es regnet und stürmt. Mal ist es warm, dann wieder kalt. Strickjacke an. Strickjacke aus. In diesem Jahr sind wir seit November von einer Erkältung zu nächsten gesprungen. Davide hat auch bei allem, was es im Kindergarten zu holen gab, „Hier!“ gerufen und so war aus unserer Familie über drei Monate immer jemand krank. Blöder Winter!

Wenigstens vergeht er schnell, weil es viel zu tun gibt. Und plötzlich scheint die Sonne hartnäckiger. Plötzlich sieht man eine dicke Hyazinthentraube aus einem Blumenkübel heraus grüßen. Plötzlich leuchtet das Rot der Alpenveilchen mit dem strahlenden Weiß oder Gelb der Margeriten um die Wette.

Ja, ist denn tatsächlich der Frühling im Anmarsch? Der Echte?

 

Gelbe Weihnachtsbäume auf der Terrasse

Rote Glocken, die von der Lampe hängen. Ein niedliches Rentier vor der Fensterscheibe. Ein Weihnachtsmann, der auf einem Bilderrahmen sitzt – obwohl wir am Wochenende scheinbar gründlich entweihnachtet haben, finden wir immer noch weihnachtliche Kleinigkeiten in der Wohnung verteilt.

Auch bei einem Kontrollgang über die Terrasse wurde ich heute früh wieder an das kürzlich überstandene Fest erinnert: Eine unverwüstliche Pflanze, die wir schon bei unserem Einzug auf der Terrasse vorgefunden haben, hat gerade Blütenstände angelegt und reckt der spärlichen Morgensonne gelbe Weihnachtsbäume  entgegen. Bei 10 Grad irgendwie sympathisch, findet ihr nicht?

Gut für die Disziplin

Birne – faul in der Herbstsonne

Es regnet mal wieder in Bari und Umgebung. Eigentlich regnet es schon seit vier Tagen ununterbrochen. Mal mehr. Mal weniger. Da musste ich ein paar Fotos von Anfang November hervorkramen, um mich daran zu erinnern, dass wir in Apulien keinesfalls über herbstliches Wetter meckern dürfen.

Außerdem ist Regen gut für die Disziplin. Wenn man nicht noch einen Blog hätte. Dafür könnte ich ja mal wieder etwas schreiben, habe ich gedacht. Und nun sitze ich hier.

Es ist still in unser Wohnung. Irgendwie unheimlich. Kontrastierend dazu der Regen, der in Abständen auf das Dach rauscht. Auch irgendwie unheimlich.

Echt? Gab es wirklich Monate, in denen ich täglich gießen musste?

Davide ist im Kindergarten. Yeah, FREIHEIT! … aber irgendwie unheimliche Freiheit. Leere, Stille und ein Haufen unnötiger Zweifel und überflüssiger Fragen. Normalerweise bin ich kein ängstlicher Mensch, aber alles was mein Kind betrifft, macht mich gelegentlich irrational. Beispielsweise merke ich schon jetzt, dass er mehr Italienisch als Deutsch spricht. Wie soll Mama da mithalten, wenn sie ihr Kind nur noch zum Frühstück und abends im Bett sieht? Hab aus schlechtem Gewissen gleich mal ein neues Kinderbuch gekauft: große Fahrzeuge kommen schon seit Monaten gut an. Sind heute Morgen ein paar Cornflakes drauf gelandet. Immerhin haben wir uns auf Deutsch darüber geärgert. Also ich. Davide wollte sie eigentlich in den Betonmischer stecken.

So. Zurück zur Disziplin! „Freiheit“ bedeutet nämlich nicht automatisch „Freizeit“. Eher erleichtert sie es, die Notwendigkeiten zu erledigen, weil ohne Kind die meisten Dinge schneller gehen. Es sei denn, man hat einen Blog und lange nichts geschrieben, um seine freie Zeit damit verbringen zu können, mit dem Nachwuchs einen ominösen Nuckeldieb zu jagen. Was er wohl gerade mit den Kindergartentanten macht? …und überhaupt! Lag er nicht gestern noch im Kinderwagen? Mir kommt es auch wie gestern vor, als er die ersten Schritte am Sofa entlang machte.

Irgendwie stimmt hier was nicht!

Das waren noch rosige Zeiten!

Ach, ja, hatte ich nicht „Disziplin“ gesagt? Ich darf im Moment viel arbeiten. Das ist zwar schlecht für meine neu gewonnene Freiheit/ Freizeit, aber gut für die Bau- bzw. Sanierungsprojekte, die wir noch in der Pipeline haben. … und ich fürchte, ich werde in der nächsten Zeit auch weitere Kinderbücher kaufen. Deshalb wechsle ich jetzt mal die Seiten und schreibe bei Marco Polo über mein Apulien weiter. Also bis dann!

 

Gegen das Kind – Neues Projekt aus Holzpaletten

Nach dem Abschluss des letzten Terrassenprojektes – einer fahrbaren Mülleimerumzäunung – haben wir unser nächstes Palettenprojekt in Angriff genommen. Dieses hat ursächlich damit zu tun, dass Davide inzwischen so mobil und abenteuerlustig ist, dass wir seinen Bewegungsraum auf der Terrasse unseren Nerven zuliebe einschränken müssen.

Daher haben wir überlegt, gut die Hälfte der Terrasse mit einem Zaun abzuriegeln, so dass die Kaktusecke nicht mehr zugänglich ist und der liebe Filius auch nicht einfach um die Wohnungsecke aus der elterlichen Sicht verschwinden kann. Ein einfacher Zaun aus dem Baumarkt, den man an der Ballustrade und der Hauswand hätte festmachen können, hätte es sicher auch getan, aber mir schwebte ein mobiler Zaun vor, für den man keine Löcher zu bohren brauchte, die später nur die Wände verunzieren würden.

Da ein Zaunfeld jedoch nicht von selbst steht und ich generell schnell dabei bin, einen neuen Blumenkübel zu bepflanzen, lag es nahe, beides zu verbinden. Daher steht jetzt schon das erste Blumenkübeluntersetzerzaunfeld an seinem vorherbestimmten Ort. Es sieht noch ein wenig verloren aus, aber der schulfreie Juli kommt und dann wird das Projekt komplettiert.

Die Tomaten fühlen sich wohl in ihrem Zaunkübel.

Sonntagmorgens um acht auf der Terrasse

Die Sukkulenten lassen schon seit einem Monat ihre gelben Blüten leuchten und haben die allerersten Insekten angelockt.

Der Frühling ist da. Eigentlich scheint es schon der Frühsommer zu sein, weil die Temperaturen in der letzten Woche täglich auf über 20 Grad kletterten. Das bringt natürlich mit sich, dass die Blütenpracht auf der Terrasse förmlich explodiert. In diesem Jahr springe aber  nicht nur ich wild auf der Terrasse herum, um zu fotografieren, sondern auch Davide, der neugierig die Formen, Farben und alles, was da kreucht und fleucht, entdeckt.

Daher begleitet und doch einfach mal an einem Sonntagmorgen auf unsere Terrasse, auch wenn heute schon Mittwoch ist.

Die kleinen Hyazinthen waren von allen Zwiebeln, die ich gesteckt habe, als erste da.

Davide muss sich das Innenleben der Tulpenblüten ganz genau ansehen.

 

Hier habe ich eine Mischung aus weißen und dunkellilafarbenen Tulpen gesteckt. Was da sonst noch unter unserer Lantana wächst – ich lass mich überraschen.

Die Mittagsblumen warten nicht bis Mittag, bevor sie sich öffnen.

Was da für ein Strauch seit November hinter dem Liegestuhl blüht, weiß ich nicht, aber man findet ihn hier in ganz vielen Gärten.

Gina sind die Blumen ziemlich egal. Sie will lieber frühstücken gehen.