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Gegen das Kind – Neues Projekt aus Holzpaletten

Nach dem Abschluss des letzten Terrassenprojektes – einer fahrbaren Mülleimerumzäunung – haben wir unser nächstes Palettenprojekt in Angriff genommen. Dieses hat ursächlich damit zu tun, dass Davide inzwischen so mobil und abenteuerlustig ist, dass wir seinen Bewegungsraum auf der Terrasse unseren Nerven zuliebe einschränken müssen.

Daher haben wir überlegt, gut die Hälfte der Terrasse mit einem Zaun abzuriegeln, so dass die Kaktusecke nicht mehr zugänglich ist und der liebe Filius auch nicht einfach um die Wohnungsecke aus der elterlichen Sicht verschwinden kann. Ein einfacher Zaun aus dem Baumarkt, den man an der Ballustrade und der Hauswand hätte festmachen können, hätte es sicher auch getan, aber mir schwebte ein mobiler Zaun vor, für den man keine Löcher zu bohren brauchte, die später nur die Wände verunzieren würden.

Da ein Zaunfeld jedoch nicht von selbst steht und ich generell schnell dabei bin, einen neuen Blumenkübel zu bepflanzen, lag es nahe, beides zu verbinden. Daher steht jetzt schon das erste Blumenkübeluntersetzerzaunfeld an seinem vorherbestimmten Ort. Es sieht noch ein wenig verloren aus, aber der schulfreie Juli kommt und dann wird das Projekt komplettiert.

Die Tomaten fühlen sich wohl in ihrem Zaunkübel.

Sonntagmorgens um acht auf der Terrasse

Die Sukkulenten lassen schon seit einem Monat ihre gelben Blüten leuchten und haben die allerersten Insekten angelockt.

Der Frühling ist da. Eigentlich scheint es schon der Frühsommer zu sein, weil die Temperaturen in der letzten Woche täglich auf über 20 Grad kletterten. Das bringt natürlich mit sich, dass die Blütenpracht auf der Terrasse förmlich explodiert. In diesem Jahr springe aber  nicht nur ich wild auf der Terrasse herum, um zu fotografieren, sondern auch Davide, der neugierig die Formen, Farben und alles, was da kreucht und fleucht, entdeckt.

Daher begleitet und doch einfach mal an einem Sonntagmorgen auf unsere Terrasse, auch wenn heute schon Mittwoch ist.

Die kleinen Hyazinthen waren von allen Zwiebeln, die ich gesteckt habe, als erste da.

Davide muss sich das Innenleben der Tulpenblüten ganz genau ansehen.

 

Hier habe ich eine Mischung aus weißen und dunkellilafarbenen Tulpen gesteckt. Was da sonst noch unter unserer Lantana wächst – ich lass mich überraschen.

Die Mittagsblumen warten nicht bis Mittag, bevor sie sich öffnen.

Was da für ein Strauch seit November hinter dem Liegestuhl blüht, weiß ich nicht, aber man findet ihn hier in ganz vielen Gärten.

Gina sind die Blumen ziemlich egal. Sie will lieber frühstücken gehen.

Frage: Braucht man im dritten Stock einen Komposthaufen?

Antwort: Na, aber selbstverständlich!

Ich möchte nicht wissen, was unsere Nachbarn, welche das Vorgehen auf unserer Terrasse stets mit Interesse verfolgen, gedacht haben, als ich dieser Tage mit meinen dreckigen Gummibotten freudestrahlend über dieselbe stiefelte und pechwarzes Stollenprofil hinter mir ließ, als käme ich gerade vom heimischen Acker. Wenn es für die süditalienischen Eingeborenen mit 20 Grad nicht zu kalt zum freiwilligen Hinaustritt auf den Balkon gewesen wäre, wüsste ich es vielleicht, denn es werden sich gern ein paar höfliche Worte von Balkon zu Balkon zugerufen. Möglicherweise werde ich es im nächsten Frühjahr erfahren oder, wenn ich Nachbarn aus dem näheren Umkreis im Supermarkt treffe. Wie auch immer… dieser Bericht handelt von einem Komposthaufen und meinem diesjährigen Weihnachtsgeschenk.

Wie man in der Stadt zu einem Komposthaufen kommt

Wer hier häufiger mitliest, weiß, dass ich passionierte Stadtgärtnerin bin und gelegentlich mit meinen Händen in Erde wühlen muss. Außerdem bin ich williges Opfer einer Internetseite namens Dalani geworden, von der angeblich (und auch tatsächlich) stark heruntergesetzte Markenware aus verschiedensten Bereichen per Newsletter zu mir auf den heimischen Computer flattert. Viel zu oft schaue ich mir diese Angebote dann auch an und bestelle zum Beispiel so nützliche Sachen wie einen Komposthaufen. Komposthaufen? Ja, Komposthaufen.

herumwuelen-im-kompost

Mit einem Komposthaufen lässt man nicht nur Erde entstehen, wo man sie benötigt, sondern reduziert auch noch das lästige Hinuntertragen von Biomüll.

Als ich im letzten November die Komposthaufen oder vielmehr Plastik“würfel“ mit Deckel, in die man seine Abfälle schmeißen kann, auf der Seite sah und feststellte, dass der größte nur die Hälfte des Preises des kleinsten von ihnen kostete, traf es mich wie ein Blitzschlag: Was meine Terrasse dringend brauchte, war ein Komposthaufen, in den ich all die abgefallenen Blätter und Pflanzenteile werfen konnte, die ich so tagtäglich in den Ecken zusammenfegte und über den Biomüll entsorgte. Und da meine Terrasse recht groß ist, fand ich auch, dass der größte Komposthaufen gerade gut genug war. Außerdem hoffte ich natürlich, dass sich mit der häuslichen Produktion von Komposterde der Kauf von Säcken mit Blumenerde und vor allem das Treppensteigen mit denselben reduzieren würde.

Von den Schwierigkeiten einer Terrassenkompostproduktion

Natürlich bringt so ein Projekt „Terrassenkomposthaufen“ auch Bedenken mit sich. Schließlich muss unbedingt verhindert werden, dass sich Wasser auf den schon recht maroden Fliesen staut oder gar in diese eindringt. Das hoffte ich mit Plastikfliesen zu lösen, die ich unter dem Komposthaufen verlegte und die den gewünschten Abfluss z.B. von Regenwasser gewährleisten sollten. Dann legte ich zwei alte Wachstuchtischdecken darauf und stellte den Plastikcontainer an seinen Ort. So weit, so gut.

Blätter und anderer Pflanzenschnitt fallen bei uns genug an. Das zunächst sehr magere Häufchen Abfälle wuchs über den Winter und Frühling zu einem recht stattlichen Hügel, allerdings knisterte es verdächtig nach Heu und sah so gar nicht nach Erde aus. Eine vorsichtige Bewässerung des Heuhaufens im Sommer, ein/ zwei Eimer Gartenerde mit den darin enthaltenen Würmern und anderem winzigen Getier, sowie hin und wieder eine Zeitung (damit den Asseln und Würmern auch nicht langweilig wird) schien dennoch keinen Befeuchtungserfolg zu bringen, so dass ich immer mehr davon überzeugt war, dass ich eine Art Plastikwanne brauchte, in welcher der Komposthaufen stehen musste, um feucht genug gehalten werden zu können.

Man soll die Weihnachtsgeschenke pflanzen wie sie fallen (oder so)

weihnachtsgeschenk

Geschenketipp: Blumen kommen immer gut an!

Luigis diesjähriges Weihnachtsgeschenk (Ja, ja! Wir sind halt ein bisschen früher dran.), eine enorme Strelizie, die in einem enormen Blumentopf enorm viel Erde brauchte, führte mir wieder vor Augen, wie schön es wäre, wenn der Komposthaufen endlich funktionierte. Also machte ich mich auf die Suche, nach einem passenden Untersatz. Über die von meinem Mechanikervater vorgeschlagene Kofferraumwanne, gelangte ich schließlich zu einem quadratischen, 1,20 m großen und 12 cm hohe Pflanzgefäß, das findige Leute, welche es bei Amazon gekauft und bewertet hatten, auch als Katzenklo oder Hundbadewanne benutzten. Komposthaufenuntergrund fügt sich nahtlos in die Liste der kuriosen Nutzungsmöglichkeiten ein. Bestellt und nur kurz daran gedacht, wie viel Blumenerde man für den Preis kaufen können hätte…

sympathische-bluetenAls ich mich letztendlich daran machte, den Komposthaufen umzuschichten, um die „Wanne“ unter den selbigen zu befördern, kam die große Überraschung. Der von außen trocken anmutende Kegel aus Pflanzenschnitt und Blättern, bestand innen aus fetter Komposterde, in der sich sogar relativ große Würmer aalten und aus der ein Battalion Kellerasseln in alle Richtungen davonstürmte. So kam es, dass ich wie eingangs beschrieben mit dreckigen Gummistiefeln freudestrahlend über meine Terrasse bottet und alle Eimer zusammensuchte, deren ich habhaft werden konnte. Vier große Eimer Erde und eine Neuinstallation später, pflanzte ich auch meine Strelizie ein und feierte die einsetzenden Rückenschmerzen als Siegestrophäe über die Widrigkeiten des Stadtgärtnerns.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten (morgen ist der 1. Advent)!

Ergänzend, weil ich fürchte, dass der Kommentar von ihr untergehen könnte, möchte ich auf einen Beitrag von Ulrike über ein sehr interessantes „Regenwürmerbuch“ und einen tollen Balkonkomposthaufen hinweisen, der das Kompostieren ganz leicht und macht und einigen Aufwand erspart: Hier lesen.

Auf die Palme gebracht

Buchstäblich auf die Palme gebracht hat die Stadt Bari ihre Einwohner, die über 40 Jahre in einer der wichtigsten Einkaufsstraßen, der Via Sparano, unter inzwischen recht stattlich gewordenen Exemplaren dieser Gattung lustwandeln oder in ihrem Schatten sitzen konnten. Im Zuge eines Projekts zur „Aufwertung“ der Straße werden die Sitzgelegenheiten, welche die Palmen bisher umfassten, zerstört und die Bäume unter den bedauernden bis ungläubigen Blicken der Baresen mit schwerem Gerät ausgegraben und zum Beispiel in den Park des 2. Juni oder an die Stadtmauer gebracht.

entpalmisierung-2Natürlich gab es im Vorfeld der Aktion zahlreiche Proteste, aber Stadt und der Bürgermeister halten an ihrem Projekt, das neben einer Aufteilung der Via Sparano in sechs unterschiedliche Bereiche mit individueller Note auch eine Neubegrünung mit Sträuchern und Blumentöpfen vorsieht, fest. Je nach Tagesform gibt man in Interviews dafür eine Fläche 150 bis 250 qm an. Die Palmen haben ca. 160 qm Fläche eingenommen. Ich persönlich frage mich, warum niemand auf die Idee gekommen ist, die mehr 4,5 Millionen Euro für die Umgestaltung der Via Sparano zur Verschönerung von Flächen einzusetzen, die bisher nichts zu bieten haben. Nur zwei/ drei Querstraßen weiter und schon steht man in einer Straße mit bröckelnden Fassaden, ohne jegliches Grün. Statt dessen investiert man in die Zerstörung eines Wahrzeichens der Stadt. Via Spanaro, die mit den großen Palmen. Es war einmal.

Eines hat das Projekt jedenfalls schon erreicht: Die Straße bietet einen traurig-grauen Tunnelblick auf die Piazza Umberto mit dem dahinter liegenden Bahnhof. Von den Baresen wird sie inzwischen „Friedhofsstraße“ genannt.

Von Bienen und Blumen

Biene und Blume 1

Viele Bienen schleppten schon richtig schwer am Pollen, den sie an ihren Hinterbeinen sammeln (zum Vergrößern anklicken).

Bienen und Blumen 2Ich erwähnte bereits (vermutlich mehrmals), dass ich ein großer Kakteenfan geworden bin, seit die von unseren Vorbewohnern hinterlassenen Kakteen sich nicht nur vervielfachen sondern auch mehrmals im Jahr auffällige Trichterblüten entwickeln, welche die Größe der Kakteen deutlich überbieten. Aktuell rollt die zweite Blütenwelle über die Terrasse und heute früh ist mir aufgefallen, dass die weiß-rosa Trichter die reinsten Bienenmagneten sind. Es brummte und summte so fröhlich in der Kaktusecke, dass ich das hastige Treiben fotografisch festhalten musste. Die fleißigen Bienen müssen sich auch beeilen, denn die Pracht dauert jetzt im Sommer nur einen Tag. Dann fällt die Blüte schon in sich zusammen.

Über das Summen freue ich mich natürlich, denn sowohl Bienen und Kakteen als auch Bienen und Obstbäume sind nicht nur eine wünschenswerte sondern im wahrsten Sinne fruchtbare Kombination. Offenbar hatte sich unser Zwergbirnenbaum in diesem Jahr von den Kakteen anstecken lassen und ebenfalls zweimal Blüten angesetzt. Nun trägt er neben fast ausgereiften Birnen auch ein paar kleine aus den Juniblüten. Ich bin gespannt, ob diese ebenfalls reif werden.

Hitzemüde

Boot 1„Hot town, summer in the city“ geistert es mir seit ein paar Wochen fast täglich durch den Kopf. Es gibt eigentlich keinen Moment, in dem ich nicht schwitze. Davide hat’s gut! Dem haben wir anlässlich seines Boot 2ersten Geburtstags eine Wasserspielecke auf der Traumwohnungsterrasse eingerichtet, wo er nun die meiste Zeit seines täglichen Wachzustands mit den Händen oder anderen Körperteilen im Wasser verbringt. Da möchte man glatt eines von diesen Gummitierchen sein, die den ganzen Tag Boot fahren! Zum Glück gibt es Arbeitsstellen, in denen Klimaanlagen laufen. So kann ich mich wenigstens einmal am Tag richtig abkühlen und mir die obligatorischen, sommerlichen Halsschmerzen holen.

WasserspieleckeVor Davides und meinem Doppelgeburtstag-Taufe-Event ist es mir noch gelungen, einen großen Teil der Terrasse intensiv zu entalgen. Offensichtlich wird das alle drei Jahre ein fester Bestandteil meines sommerlichen Bräunungsprogramms, bis wir in neue Terrassenfliesen investieren können. Nur die Nachbarn aus dem neunstöckigen Haus neben uns wissen, dass meine Karamellfarbe nicht vom stundenlangen liegen am Meer stammt und wo sie ungefähr in meine natürliche Mozzarellafarbe übergehen dürfte. Arbeitskollegen und Schüler/-innen hingegen denken, ich fröne in diesem Jahr ganz besonders dem Dolce Vita. Ich belasse es dabei, denn es klingt nicht ganz so irre, als wenn ich sagen würde, dass ich bereits drei Drahtschwämme auf der Terrasse zerschlissen habe. (Mein alter Freund, der Spachtel, ist in den Ruhestand gegangen, seit ich herausgefunden habe, dass es mit Drahtschwämmen und viel Wasser leichter und gründlicher geht.) Ich denke übrigens daran, mir einen Kärcher zuzulegen. Allerdings müsste ich dann im nächsten Sommer doch ans Meer fahren, um nicht als Bleichgesicht in Apulien aufzufallen. Junge, Junge, hab ich vielleicht Probleme!

Dann habe ich eine große Blumentopfumräumaktion durchgeführt und die hohen Yukkapalmen dazu genutzt die neuentstandene Wasserspielecke nach der einzigen noch offenen Seite vor neugierigen Blicken abzuschirmen. Die blühenden Oleander machen sich vor der Terrassentür übrigens auch sehr gut.

DurchblickSeit vorletztem Sonntag bin ich nun wieder der einzige Atheist in meiner Familie und werde es wohl auch bleiben. Ob das hier zum Allgemeinwissen gehört, kann ich nicht sagen. Tante Anna jedoch meinte nach Davides Taufe zu Luigi, dass er daran denken solle, dass uns immer noch ein Sakrament fehle. Nie zufrieden, diese Katholiken! Also wer weiß, vielleicht wird es doch noch irgendwann eine Hochzeit geben… wenn ich das Geld dafür nicht vorher in neue Terrassenfliesen investiere, was mir wirklich vernünftiger scheint.

Oder ich gehe ein Eis essen.

Sommerliche Grüße,

Corinna (wieder ein Jahr weiser)

Sich selbst übertroffen

sichselbstübertroffenSich selbst übertroffen hat in diesem Jahr unser Feigenbaum Federico. Die ersten Feigen, Fironi genannt, sind normalerweise immer etwas größer, aber, was in diesem Jahr im Blumenkübel auf unserer Terrasse herangereift ist, nenne ich nicht „etwas größer“, sondern spektakulär.