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Musikalische Gärten

Garten der Rockmusik

Während die heiße apulische Sommersonne gerade feste dabei ist, alles unter ihr zu verbrennen, gedenke ich der vergangenen, lauwarmen Frühlingstage, denn den Frühling mag ich in jedem Jahr am allerliebsten. Und was wäre der Frühling ohne frisches Grün und bunte Blumen! Hier in Bari versucht man den Frühlingsgefühlen mit temporären Gärten in der Via Agiro auf die Sprünge zu helfen.

Leider ist diese Aktion immer zeitlich begrenzt, aber in jedem Jahr steht sie unter einem anderen Motto. In diesem Mai hieß es: Musik als Garten. Daher tummelten sich in der sonst asphaltgrauen Straße plötzlich blumige Instrumente, Porträts von musikalischen Größen,  sowie Notenschlüssel und bepflanzte Noten. Besonders gut fand ich das Gartenhäuschen für Kinder, das mich an den „Zauberer von Oz“ erinnerte. Aber natürlich kamen auch die vielen Sitzgelegenheiten auf grünem Rasen und unter beeindruckenden Bäumen super an. Außerdem gab es auch Musikanten, die in den musikalischen Gärten aufspielten. Wirklich schade, dass die Aktion nur temporär ist!

Grüner Süditaliens Städte!

IMG_1946Vom 14. bis 18. Mai fand zum vierten Mal das Mediterrane Symposium in Bari statt. In diesem Jahr ging es um nachhaltige Nutzung von Freiflächen in Städten und biologische Vielfalt, als langfristige Voraussetzung für funktionierende Ökosysteme in Städten.

OrtaggioGast des Symposiums war u.a. Richard Reynolds, der Gründer der Bewegung Guerilla Gardening. Hier bei uns in Triggiano hatte ich unlängst Ansätze von „wilder Bepflanzung“ entdeckt, die leider schon ein paar Tage später von weniger begeisterten Leuten oder Dieben wieder entfernt worden war. Schade. Ich finde, den italienischen Städten tut jede Pflanze mehr einfach gut. Dabei zeigten die Baumschulen auch, wie man Obst und Gemüse in der Stadt ansprechend unterbringen kann (siehe nebenstehendes Foto) oder stellten Zwergversionen von Obstbäumen vor, die auch im Kübel gut gedeihen und Früchte tragen.

IMG_1938IMG_1942Anlässlich dieses Garten-Events wurde wie schon in den vergangenen Jahren die Via Agiro, eine Parallelstraße zu Baris Hauptflaniermeilen, dem Corso Cavour und der Via Sparano, in einen temporären Garten verwandelt. Baumschulen und Landschaftsgestalter waren eingeladen, die schon seit längerem für den Verkehr geschlossene Straße mit Pflanzen zu dekorieren.

Maria1Zu diesen Baumschulen gehörte auch der Familienbetrieb meiner Schülerin Maria, die nicht nur mit Bäumen und Blumen sondern auch mit Gemüsekisten und Paletten kreativ wurde. Von ihr erhielt ich auch jede Menge Anregungen dafür, welche Pflanzen mir auf meiner Terrasse noch fehlen. Daher muss ich sie unbedingt demnächst in ihrem Betrieb in Sammichele besuchen und etwas für die biologische Vielfalt auf meiner Terrasse tun.

Maria 2Maria 3Ich fände es schön, wenn für die Via Agiro und auch andere Straßen eine dauerhafte Lösung für mehr Grün gefunden werden würde und könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass Geschäfte verpflichtet werden, Patenschaften für Blumenkübel oder Bäume vor ihrer Tür zu übernehmen.