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Von der Schwierigkeit, in Apulien Weihnachtsgefühle zu entwickeln

 Adventszeit draußenIMGP0817Die Rosen hören nicht auf zu blühen.  Adventszeit drinnenIMGP0862Der Versuch, mit exzessivem Plätzchenbacken, Weihnachtsstimmung zu erzeugen.
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Im Herbst sind plötzlich Sonnenblumen nachgewachsen, die jetzt auf Sommer machen.

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Ein bisschen Stimmung mit Weihnachtsbaum.

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Der Birnbaum hat sich gerade herbstlich umgefärbt.

 IMGP0855Man beachte die typisch weihnachtlichen, rosafarbenen Einhörner. Das kommt davon, wenn kleine Cousinen mitbacken.

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Viel Licht und blauer Himmel – nicht gerade weihnachtlich, aber auch kein Grund, sich zu beklagen.

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Wenigstens können wir uns nun weihnachtliche Kilos auf die Hüften futtern, während wir draußen in der Sonne sitzen.

Volle Dröhnung Weihnachten

Nachdem unsere Wohnung im letzten Jahr eine nahezu weihnachtsfreie Zone war, haben wir in diesem Jahr beschlossen, das volle Programm zu fahren. Dazu gehörte, dass wir gestern bereits die Adventszeit mit einem Besuch des Wochenmarkts in Triggiano eingeleutet und uns mit zwei weihnachtlichen Tischdecken eingedeckt haben. Im CD-Player läuft heute eine Rock-Christmas nach der anderen und am Vormittag haben wir meinen importierten erzgebirgischen Holzschmuck, zwei Weihnachtspyramiden und die Weihnachtskrippe von Tante Margherita in der Wohnung verteilt und dabei festgestellt, dass durchaus Potenzial für noch mehr und vor allem noch größere, weihnachtliche Staubfänger vorhanden ist. Für das nächste Wochenende ist ein großes Plätzchenbacken mit den kleinen Cousinen geplant, doch heute Nachmittag werden wir uns erstmal einen echten Weihnachtsbaum besorgen.

„Ja, wo gibt’s denn in Süditalien Weihnachtsbäume?“, werdet ihr euch vielleicht fragen. Ich gebe zu, dass ich für einen Moment daran gedacht habe, unseren Olivenbaum vor das Terrassenfenster zu rollen und mit ein paar Kugeln zu behängen. Aber Olivenbaum und Weihnachtskugeln … ? „Sieht aus wie gewollt und nicht gekonnt“, würde meine liebe Mama dazu sagen. Unser Retter in der Nadelbaumnot ist das gelb-blaue Möbelhaus, das scheinbar jedes Jahr ein paar LKW-Ladungen an lebenden Tannen aus Schweden einführt. Seinen Baum kann man nach Weihnachten zurückbringen oder aber darauf hoffen, dass er weiter wächst. Doch zunächst hoffe ich, dass wir heute Nachmittag noch ein anständiges Exemplar dort finden werden, denn am nächsten Montag ist schon der 8. Dezember und damit der Tag, an dem man hier traditionell seinen Weihnachtsbaum aufstellt und schmückt.

Ich wünsche euch allen eine stimmungsvolle Vorweihnachtszeit und einen schönen ersten Advent!

Eure Corinna

Auch der Türstopper wird von Weihnachtsvirus befallen.

Selbst der Türstopper ist vom Weihnachtsvirus befallen.

Weihnachtsfreie Zone oder Grüße zum Neuen Jahr

Wenn man Ende November umzieht und auch noch eine nahe Verwandte stirbt, deren Wohnung man bis Ende Dezember auflösen soll, dann gestaltet sich die Adventszeit wenig weihnachtlich – so meine Erkenntnis aus dem Dezember 2013.

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Bald nun ist . . . Natale

Weihnachen steht praktisch vor der Tür. È praticamente natale. Doch abgsehen von dem Stapel an Weihnachtsgeschenken auf Marias Kommode, der seit Anfang Dezember immer größer wird, war bisher nicht viel davon in unserer Wohnung zu sehen. Dafür war umso mehr zu riechen, denn seit zwei Wochen backe ich Weihnachtspläzchen – mal allein, mal mit Unterstützung. Aber die Blechdosen sind hier wie Fässer ohne Boden: ich fülle oben ein; doch bald darauf sind sie schon wieder leer. Das merkwürdige Verschwinden hat damit zu tun, dass immer wieder Nachbarn an der Wohnungstür klingeln und fragen, was so gut rieche. Bevor man da lange erklärt, werden die Dosen eben aufgemacht und verkostet. Auch bei der lieben Verwandtschaft kommt deutsches Weihnachtsgebäck hervorragend an.

In der letzten Woche hat Maria mich zudem in die Herstellung eines für Apulien typischen Weihnachtsgebäcks eingeweiht. Ich mag besonders die gewöhnliche Variante, die nach dem Ausbacken in Vincotto „gebadet“ und auch damit gefüllt wird. Luigis Familie verwendet dafür einen dicken, fast schwarzen Feigensirup. Vincotto gibt es aber auch etwas heller aus eingekochtem Weintraubenmost. Einen Bericht von der handwerklich etwas aufwendigeren Herstellung dieser klebrigen Süßigkeit namens Cartellate werde ich im Laufe der Woche nachliefern.

So weit, so gut. Man riecht also seit zwei Wochen im ganzen Haus, dass wir uns auf Weihnachten vorbereiten, aber man sah es bisher nur auf Luigis Kommode, wo ich Anfang Dezember aus nostalgischen Gründen ein paar erzgebirgische Holzschnitzerein aufgestellt hatte. Eigentlich wird in Italien am 8.12. weihnachtlich aufmunitioniert. Der arbeitsfreie Tag der „Maria Empfängnis“, der in diesem Jahr auf einen Samstag fiel, wird dazu genutzt, den (Plaste)Baum zu schmücken und sich gegenseitig im Aufstellen voluminöser Krippen zu überbieten. Nachdem sich die Balkons des Häuserblocks gegenüber in ein blinkendes Las Vegas verwandelt haben, und wir bei einer Bekannten Krippenaufbauten, die ein Drittel des Wohnzimmers einnahmen, bewundern durften, ist in Pasquale nun auch der Weihnachtsvirus ausgebrochen. Über die mäßige Begeisterung der restlichen Familie empört stapfte er mit einer Woche Verspätung in die Garage und trug nicht nur von dort diverse Pappkartons im Wohnzimmer zusammen. Darin befanden sich mehrere Krippen, zwei Weihnachtsbäume, mindestens fünf Lichterketten und anderes Zubehör, welches wir dekorativ in der Wohnung verteilten. Die Krippe kann mit dem Miniaturbethlehem der Bekannten natürlich nicht mithalten, denn sie findet bequem auf einem Tischchen Platz, aber dafür haben wir zwei Weihnachtsbäume und jede Menge Gebäck.

Weihnachten kann kommen. Wir sind vorbereitet.