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Über Corinna

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Mein Apulien goes Ho Chi Minh

Zweisprachigkeit auf dem Bau

Ich möchte hier mal ausdrücklich eine Lanze dafür brechen, Fremdsprachen zu lernen und den Wert des vereinigten Europas und der Reisefreiheit, sowie auch der Freiheit, sich dort niederzulassen, wo man glücklicher und zufriedener leben zu können glaubt, nicht zu unterschätzen.

Wie ich darauf komme?  Indem ich meine sonnenbeschienene Terrasse in Süditalien mal verlassen habe, um für einen Weltkongress nach Vietnam zu fliegen. Am Flughafen habe ich mir einen Spiegel gekauft und mich in dessen Themen überhaupt nicht mehr wiedergefunden. Was passiert denn da bei euch in der alten Heimat?  Vermeintliche Juden, die eigentlich Muslime sind, werden von Muslimen verprügelt. In Deutschland. Und dann weiß man nichts Besseres, als noch einen Jesus dazuzuhängen, statt zu sagen, ihr wollt Deutsche sein, also benehmt euch auch so: weltoffen und tolerant.

In Ho Chin Minh Stadt bewegen sich die Meisten auf Motorrollern, die auch mal stehen bleiben. Kein Grund zur Verzweiflung. Die mobile Straßenwerkstatt hilft.

Ich hänge hier gerade mit den Leuten aus 48 Ländern ab und diskutiere darüber, wie eine Fima weltweit erfolgreich Englischtests an den Mann (und die Frau) bringen kann, damit diese sich um Visa und/ oder Aufenthaltsgenehmigungen bewerben können, weil sie in anderen Ländern arbeiten, leben und/ oder studieren wollen.

Meine Erkenntnis: Die ganze Welt ist in Bewegung. Wirklich überall. Und mit ihr die verschiedensten Religionen und Hautfarben.

Essen ist in Vietnam genauso wichtig und ebenso lecker wie in Apulien

Dass ich nun ausgerechnet als Deutsche in einer von einem Kanadier geführten Sprachschule in Italien Englischexamen für eine Firma organisiere, deren Hauptquartier in Australien sitzt und die uns nach Vietnam einlädt, gehört vermutlich in die Kategorie „Ironie der Geschichte“.

Frohe Ostern!

Wie ihr sehen könnt, ist es Davide gelungen, die Terrasse bis zum aktuellen Osterfest vom Schnee zu räumen. Außerdem – so scheint es im Moment – werden wir statt Aprikosen in diesem Jahr vermehrt Birnen ernten.

Wie auch immer: Wir wünschen euch allen noch einen schönen Feiertag und spielen sofort weiter mit den Autos aus den Überraschungs Ostereiern, die der aus Deutschland eingewanderte Osterhase gestern in den Blumentöpfen versteckt hat.

Frohe Ostern aus Apulien!

Corinna und Familie

Warum Mandeln, Pfirsiche und Aprikosen in diesem Jahr teurer werden

Blassrosa oder gelbe Blüten mit einem lockeren Schneehäubchen – was auf den Fotos so idyllisch wirkt, hat in Wahrheit einen bitteren Beigeschmack. Hier ist es nur der spaßeshalber gehegte Kübelgarten auf unserer Terrasse, aber tatsächlich war in Apulien die Blüte der Mandel-, Aprikosen- und Pfirsichbäume bereits in vollem Gange, als uns der plötzliche Wintereinbruch erwischte.

Was bei den Landwirten einen Schock auslöste, bedeutete für die Kinder natürlich eine Freude. Davide war gestern Nachmittag völlig aus dem Häuschen und hat sofort mit Schneeballwerfen und Räummaßnahmen begonnen. Heute wird die Sonne vermutlich nicht lange brauchen, bis auch die letzten Schnee- und Eisreste weggetaut sind. Doch die Folgen der weißen Überraschung werden wir im Frühsommer beim Obsthändler im Geldbeutel spüren, wobei es für die Bauern fraglich sein wird, ob steigende Preise die Verluste ausgleichen können.

Frühlingserwachen?

Eigentlich erwacht der Frühling in Apulien meiner Meinung nach Ende Oktober. Dann verwandelt sich nämlich die sommerlich verbrannte Erde unter den Olivenbäumen in einen grünen Teppich, der von kleinen gelben und weißen Blüten betupft wird. Plötzlich schlagen die Geranien wieder aus und die Astern blühen zum zweiten Mal im Jahr. … und statt winterlich wird einem mai-lich zu Gemüte.

Aber natürlich trügt der Schein. Es regnet einfach zu viel. Es hagelt. Es stürmt. Es regnet und stürmt. Mal ist es warm, dann wieder kalt. Strickjacke an. Strickjacke aus. In diesem Jahr sind wir seit November von einer Erkältung zu nächsten gesprungen. Davide hat auch bei allem, was es im Kindergarten zu holen gab, „Hier!“ gerufen und so war aus unserer Familie über drei Monate immer jemand krank. Blöder Winter!

Wenigstens vergeht er schnell, weil es viel zu tun gibt. Und plötzlich scheint die Sonne hartnäckiger. Plötzlich sieht man eine dicke Hyazinthentraube aus einem Blumenkübel heraus grüßen. Plötzlich leuchtet das Rot der Alpenveilchen mit dem strahlenden Weiß oder Gelb der Margeriten um die Wette.

Ja, ist denn tatsächlich der Frühling im Anmarsch? Der Echte?