Archiv für den Monat April 2015

Eine Olive, ist eine Olive, ist eine Olive oder doch nicht?

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Oasi – La fiera dell’olivo

Apulien und Olivenbäume gehören zusammen wie Italien und Dolce Vita. Das ist den Baresen natürlich auch klar und so hoben sie am letzten Wochenende die Messe „Oasi“ aus der Taufe, auf der sich alles um den Olivenbaum und Produkte aus Oliven drehte. Der Eintritt war kostenlos und, wer sich rechtzeitig online anmeldete, konnte obendrein noch eine kleine Flasche Olivenöl abstauben. Das waren also schon drei gute Gründe, die uns am Sonntagmorgen auf das Messegelände führten.

Zu verkosten und kaufen gab es natürlich vor allem Olivenöl, aber auch andere Bioprodukte aus der Region: Nudeln, Obst, Gemüse, Mehl, Käse und, und, und… Die Aussteller waren allesamt sehr gesprächig und bemühten sich nicht nur nett angerichtete Häppchen zu reichen, sondern die Otto-Normal-Verbraucher auch über die Eigenschaften ihrer Produkte und vor allem über die gesundheitsfördernden Eigenschaften von hochreinem Olivenöl (extra vergine) aus der Kaltpressung aufzuklären.

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Olivenölhäppchen angerichtet in einem Brotlaib aus Altamura

Scheinbar schätzen die durchschnittlichen Apulier bisher eher süßliches Olivenöl, das entsteht, wenn man die Oliven vorher erhitzt und auch noch den letzten Tropfen aus ihnen herauspresst. Beim Erhitzen werden jedoch die sekundären Pflanzenstoffe, die den eigentlichen gesundheitsfördernden Wert des Olivenöls ausmachen, fast komplett zerstört. Daher erkenne man ein gutes Olivenöl daran, dass die Polyphenole noch auf der Zunge prickeln und eine gewisse „Schärfe“ erkennen lassen, erfahre ich. Das ist natürlich aufwendiger, weil die Oliven unmittelbar nach der Ernte quasi noch baumfrisch in der Presse landen müssen. Zum schonenden Anbau und zur schnellen Verarbeitung kommen noch jede Menge Kosten und Aufwand für den Hersteller, wenn er ein Bio-Zertifikat für seine Produkte erwerben möchte.

Grandolfo

Weniger Wagnis als vielmehr lecker – Schokolade mit Olivenöl statt anderen Fetten

Kurze Wege, Verzicht auf chemische Düngung und im Nacken die Angst vor dem Bakterium Xylella, das sich im Moment in Apulien verbreitet und wegen dem bereits Hektar-weise Olivenhaine im Salent abgeholzt werden mussten – so ein Olivenanbauer hat offensichtlich an Vieles zu denken, unter anderem auch an neue Verwendungs- oder Kombinationsmöglichkeiten wie bei Grandolfo in Schokolade oder bei der Cooperativa Agricoltura Progresso aus Terlizzi, deren mit Basilikum, Limone, Pfefferminz oder Zwiebeln aromatisierte Öle geschmacklich ihrem gehobenen Preis von 6 Euro für 250 ml Öl voll gerecht werden.

Latorre

Cosimo Latorre bei der Arbeit

Doch nicht nur die Anbaufirmen haben auf der Oasi Überzeugungsarbeit hinsichtlich der Vielseitigkeit von Oliven geleistet. Auch bildende Künstler der Region zeigten, was sich alles in einem Stück Olivenbaumholz verbergen kann: angefangen bei eher einfachen Formen wie Löffel über Schmuckstücke bis hin zu großformatigen Skulpturen. Von der schweißtreibenden Seite der Kunst konnte man sich beispielsweise überzeugen, als Cosimo Latorre am Sonntagmorgen an einem Stück zu arbeiten begann. Ich traf auch Tonino Zurlo wieder, einen alten Bekannten aus Ostuni, in dessen kleine, versteckte Werkstatt ich immer wieder gern einkehre, obwohl er seine Kunstwerke nur schweren Herzens oder gleich gar nicht verkauft.

Tonino Zurlo Ostuni

Schnecke von Tonino Zurlo

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Olivenholz – auch als Schmuckstück ein Hingucker

Kaspertheater, Showkochen, Kosmetik, Musik sowie eine Videokonferenz mit Paolo de Castro, dem Vorsitzende des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung der EU, rundeten die Veranstaltung ab. Lohn der organisatorischen Mühe war dann auch die überraschend hohe Zahl von 8000 Besuchern anPastaherstellung den drei Veranstaltungstagen. Wir waren jedenfalls begeistert und ich warte nun gespannt darauf, ob unser Olivenbaum auf der Terrasse in diesem Jahr nicht nur Blüten ansetzen, sondern auch zum ersten Mal in seinem Leben Früchte hervorbringen und ausreifen lassen wird. Alles Bio versteht sich.

Bari im Mai – Wer ist dabei?

Wer die Chance hat, noch kurzfristig Urlaub und einen günstigen Flug nach Bari zu bekommen, der sollte das jetzt Anfang Mai nutzen, denn bedeutsame Events stehen ins Haus.

Alte Kisten und dröhnende Motoren

Gran Premio di Bari, 2013

Revocazione del Gran Premio di Bari, 2013

Vom 1. bis 3. Mai organisiert der „Old Cars Club“ zum vierten Mal eine Erinnerungsveranstaltung an die gute, alte Zeit, als auf der Seepromenade, dem Lungomare, von Bari noch Rennwagen um die Wette brausten und Renngeschichte geschrieben wurde. Das letzte Mal hat diese Erinnerungsveranstaltung vor zwei Jahren stattgefunden und ich war total begeistert von den charismatischen Wagen und der von Benzin geschwängerten Atmosphäre in der Stadt.

Mit verschiedenen Ausstellungen („Kunst und Motoren“, Galleria Forma, Via Argiro 73, u.a.) kann man sich jetzt schon auf das Event einstellen. Am 26. April wird es im Saal Murat auf der Piazza Ferrarese sogar ein Fotoshooting und eine Modenschau unter dem Titel „L’auto è di moda” geben. Und auf der Piazza Prefettura wird wie bei der letzten „Revocazione del Gran Premio di Bari“ eine Fotoausstellung in einem historischen Eisenbahnwagon gezeigt. Richtig los geht’s jedoch am 2. Mai um 19 Uhr auf der Piazza Mercantile mit einer nächtlichen Präsentation der Oldtimer-Rennwagen aus den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, nach welcher bei Musik noch die halbe Nacht gefeiert werden kann. Am Sonntag, dem 3. Mai, werden die Rennwagen schließlich wieder ihre Kreise um die Altstadt ziehen und jeder Pilot versuchen, das Möglichste an Zeit herauszufahren.

Festa di San Nicola – Bari im jährlichen Ausnahmezustand

Lichterschmuck, Festa di San Nicola 2013

Lichterschmuck, Festa di San Nicola 2013

Nur eine Woche später, vom 7. bis 9. Mai, feiert Bari dann wie in jedem Jahr seinen Stadtheiligen San Nicola und dessen „Heimführung“ aus der Türkei, die sich 2015 zum 920. Mal jährt. Daher gibt es am Abend des 7. Mais einen großen historischen Umzug in der Altstadt, der an die Überbringung der Knochen des Heiligen Nikolaus von Myra erinnert. Am 8. Mai wird die Statue des Heiligen aufs Meer hinausgefahren und am 9. wieder an Land, sowie auf ihren Ehrenplatz auf der gewöhnlich mit einer imposanten Lichtinstallation geschmückten Piazza Ferrarese zurückgebracht. Am 9. Mai sind die kirchlichen Riten weitestgehend beendet. Es schließt sich das sogenannte „Fest der Baresen“ an. Nun wird die Seepromenade in eine rummelartige Flaniermeile verwandelt und am Abend gibt es ein großes Feuerwerk über dem Hafen zu bestaunen.

Wiederauferstehung des Mittelalters in Altamura

FedericusDoch nicht nur Bari trumpft in den nächsten Wochen mit anziehenden Veranstaltungen auf. Die sich ganz in der Nähe befindende Stadt Altamura, die sonst hauptsächlich für ihr haltbares und schmackhaftes Brot bekannt ist, feiert vom 1. bis 3. Mai ihr Mittelalterfest Federicus. Dreimal dürft ihr raten, wem dieses Fest gewidmet ist, oder lest einfach den Beitrag von Britta noch einmal. Mit historischen Umzügen, Straßenkünstlern, Märkten, Raubvogelvorführungen und Bogenschießen feiert Altamura an diesen Tagen ihren in Apulien wohlbekannten Neugründer Friedrich II., welcher dazumal der ersterbenden Stadt zu neuem Ansehen verholfen hat.

Die Auswahl fällt im Moment also direkt schwer, wenn man nicht gerade Tourist ist und entsprechend Zeit mitbringen kann. Solltet ihr daher kurzfristig noch Urlaub bekommen: Bari und Umgebung lohnen sich aktuell nicht nur wegen des schönen Frühlingswetters.

70 Jahre Freiheit und Frieden

Der heutige 25. April ist ein wichtiger Jahrestag für die Italiener. Vor 70 Jahren endete an diesem Tag der Partisanenaufstand, der vom „Komitee zur nationalen Befreiung Oberitaliens“ ausgerufen worden war, mit der Befreiung aller wichtigen Städte Norditaliens von der deutschen Wehrmacht und den faschistischen Kräften Italiens, während die Alliierten Italien von Süd nach Nord durchkämmten. Nach 20 Jahren Diktatur hatte der Faschismus damit in Italien ein Ende. Um dieses Ereignis zu feiern und der vielen Toten zu gedenken, wurde der 25. April im Jahr 1946 zum nationalen Feiertag erklärt.

Anlässlich dieses Feiertages finden heute zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt. Hier in Bari werden zum Beispiel militärische Feierlichkeiten auf dem Gedenkfriedhof für die im Ausland gefallenen Italiener begangen.

Wir Deutschen haben noch ein paar Tage Zeit, bis sich der Tag der Befreiung auch bei uns zum 70. Mal jährt. Allzu leicht vergessen wir Europäer in dem, was wir Krise nennen, dass wir als die nach dem zweiten Weltkrieg in Europa geborenen Generationen das Glück haben, in Frieden, Freiheit und Wohlstand aufzuwachsen, den unsere Vorfahren mit ihrem Blut für uns erkämpft haben. Doch wenn wir die Nachrichten einschalten, dann sehen wir täglich, dass es nicht selbstverständlich ist. Deshalb ist es mal wieder höchste Zeit, sich daran zu erinnern.

Gastbeitrag: Friedrich II. – Das Staunen der Welt

Ich freue mich sehr darüber, dass mir Britta von Rome and Home als promovierte Historikerin heute dabei unter die Arme greift, euch einen wichtigen oder vielleicht sogar DEN wichtigsten Menschen der apulischen Geschichte näher zu bringen. Als Besucher meiner Wahlheimat stolpert man nämlich immer wieder über seinen Namen und kommt natürlich auch nicht umhin, mindestens eines seiner Kastelle zu bewundern. Die Rede ist von Friedrich 2., dem Stauferkaiser.

Doch, wenn man beginnt, sich näher mit ihm zu beschäftigen, wird man von der Fülle des Materials und der Informationen förmlich erschlagen. Von daher bin ich sehr froh, dass Britta diesen Beitrag übernommen und einen kurzweiligen, informativen Einstieg in das Leben dieses interessanten Menschen geschrieben und illustriert hat.

Und mit dieser Vorrede sowie einem herzlichen Dankeschön übergebe ich das Wort an meine Gastautorin Dr. Britta Kägler. Viel Spaß beim Lesen!

Ein Staufer in Apulien? – Friedrich II. oder: das Chint von Pülle!

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Rückseite der 1 Cent-Münze

Haben Sie die italienische 1 Cent-Münze schon einmal in der Hand gehabt? Bestimmt! Zu sehen ist eines der faszinierendsten Bauwerke des Mittelalters: das Castel del Monte. Der Grundriss dieser wehrhaften Burg zeigt ein ideales Achteck. An den Ecken des Oktogons ragen jeweils achteckige Türme in den Himmel. Zwei Seiten eines solchen Turms fallen mit den Seiten des großen Achtecks zusammen. Ich bin mir sicher, dass jedes italienische Kind in Puglia im Mathe-Unterricht schon mal die Fläche von Castel del Monte berechnen musste. Aber auch in Geschichte bietet der rätselhafte Bau jede Menge spannende Fragen und nicht unbedingt auf jede Frage eine Antwort… Die perfekte Vorbereitung für einen Ausflug zum Castel del Monte hat Corinna ja schon gegeben.

Für mich war Castel del Monte der erste Kontakt mit Kaiser Friedrich II. in Italien.

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Imposante Erscheinung – Castel del Monte

Klar, ich habe Geschichte studiert und ich beschäftige mich viel mit dem Mittelalter und mit (Süd)Italien sowieso. Aber trotzdem war mir Friedrich II. vorher nicht wirklich begegnet… Erst eine Reise nach Apulien zeigte mir wie präsent Friedrich II. gerade dort immer noch ist.

Wer war dieser Friedrich, der in Italien bekannter zu sein scheint als in Deutschland?

Er gehörte zur Dynastie der Staufer, deren Stammburg – die Burg Hohenstaufen – in der Schwäbischen Alb bei Göppingen lag. Das schwäbische Adelsgeschlecht hat so berühmte römisch-deutsche Könige und Kaiser wie Barbarossa (Friedrichs Opa), Heinrich VI. (Friedrichs Vater) und eben Friedrich II. hervorgebracht, den „stupor mundi“! – Der was? Der Reihe nach: Weshalb schlägt man so viele Bücher über Friedrich auf und liest, er sei das „chint aus pülle“ gewesen? Chint = Kind und Pülle = Apulien! Friedrich aus Apulien? Ja, genau! Denn Friedrich wurde im Dezember 1194 in Jesi geboren, das damals zum Königreich Sizilien gehörte. Die Umstände kann man sich filmreifer kaum vorstellen: Sein Vater hatte 1194 ein nicht unbeträchtliches Lösegeld für Richard Löwenherz herausgeschlagen (das ist eine andere Geschichte!). Mit diesem Geld ließ sich ein Feldzug gegen Sizilien eröffnen und tatsächlich zog Heinrich VI. am 20. November siegreich in Palermo ein. Am ersten Weihnachtstag wurde er dann im Dom zum König von Sizilien gekrönt. Und nur einen Tag später brachte Heinrichs Frau seinen einzigen Sohn zur Welt: Friedrich! Dass der Kleine öffentlich in einem Zelt vor der Kirche geboren wurde, ist übrigens eher eine Legende aus späterer Zeit…

Sizilien war in der damaligen Zeit ein Zentrum von Wissenschaft und Kultur! Ein bekannter Kulturhistoriker – Jakob Burckhardt – bezeichnete Friedrich II. einmal als den ersten modernen Menschen auf dem Kaiserthron. Das mag daran liegen, dass Friedrich in einer höfischen Gesellschaft aufwachsen konnte, die zukunftsweisenden Ideen offen gegenüberstand. Er lernte mehrere Sprachen, förderte später Wissenschaftler und zeigte z.B. sein Leben lang Interesse am Islam; was ihn für die heutige Geschichtsforschung ziemlich interessant macht. Einflüsse, Bauten und Ideen von Arabern, Normannen und Staufern mischten sich im Königreich Sizilien wie vielleicht nirgendwo sonst in dieser Dichte.

Als 17jähriger wurde Friedrich zum deutschen König gewählt. Ungefähr acht Jahre hielt sich der apulische junge Mann im Deutschen Reich auf. Damals zog der Kaiser mit seinem Hofstaat von Pfalz zu Pfalz, von Burg zu Burg, um mit dieser „Reiseherrschaft“ möglichst in seinem ganzen Territorium präsent zu sein. Aber von 39 Regierungsjahren war Friedrich 28 in Italien. Dort lag – für ihn – der Kern seines Reichs. Er schuf eine funktionierende Verwaltung, förderte den Handel zwischen dem christlich-abendländischen und dem arabischen Kulturkreis, er holte Wissenschaftler und Künstler an seinen Hof. Burgen, Paläste und Kirchen entstanden in Altamura, Brindisi, Catania, Gioa del Colle, Lucera, Maniace, Milazzo, Oria und nicht zuletzt eben das bereits erwähnte Castel del Monte. Vielleicht haben auch diese beeindruckenden Bauten zu seinem Beinamen „stupor mundi“ geführt: Friedrich wurde von Zeitgenossen als das Staunen der Welt bezeichnet.

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Castel del Monte – Innenhof

Wer Lust bekommen hat, sich ein bisschen intensiver mit Friedrich II. zu beschäftigen, dem möchte ich gern ein paar Bücher empfehlen:

weiterführende Literatur:

Horst Stern: Mann aus Apulien: Die privaten Papiere des italienischen Staufers Friedrich II., römisch-deutscher Kaiser, König von Sizilien und Jerusalem, Erster nach Gott, über die wahre Natur der Menschen und der Tiere, geschrieben 1245-1250, München 1986.

Ernst Kantorowicz: Kaiser Friedrich der Zweite. [Erstausgabe 1927] – Das Buch ist wissenschaftlich nicht mehr auf dem aktuellen Stand, aber es gilt als Meilenstein der Friedrich-Publikationen und Bestseller. Immer noch lesenswert!

Hubert Houben: Kaiser Friedrich II. (1194–1250). Herrscher, Mensch, Mythos. Stuttgart 2008.

Olaf B. Rader: Friedrich der Zweite. Der Sizilianer auf dem Kaiserthron. München 2010.

Knut Görich: Die Staufer. Herrscher und Reich. München 2006.

Oder einfach ‚mal ein Blick ins Detail:

Martina Giese: Die Tierhaltung am Hof Friedrichs II. Zwischen Tradition und Innovation, in: Knut Görich u.a. (Hg.): Herrschaftsräume, Herrschaftspraxis und Kommunikation zur Zeit Kaiser Friedrichs II. München 2008, S. 121–171.

Sindy Schmiegel: Gerechtigkeitspflege und herrscherliche Sakralität unter Friedrich II. und Ludwig IX. Herrschaftsauffassungen des 13. Jahrhunderts im Vergleich 

Gastbeitrag geschrieben und illustriert von Dr. Britta Kägler: Rome and Home

Im Hafen von San Vito

Wachturm San Vito bei Bari

Die schroffen Klippen, die Polignano umgeben, öffnen sich am Meer hin und wieder zu kleinen Sandbuchten, zu denen es im Sommer die Badelustigen zieht. Jetzt im Frühling sieht man nur wenige Touristen und was im Sommer Einbahnstraßen sind, auf denen Auspuff an Auspuff vorwärts kriecht, ist von Oktober bis Juni sympathisch leer und noch von beiden Seiten aus befahrbar.

Wenn man sich also schon die Trullis aus dem vorherigen Beitrag an der schmalen Küstenstraße parallel zur S 16 angesehen hat, sollte man sich auch den winzigen Naturhafen von San Vito nicht entgehen lassen.

Hier steht ein gut erhaltener Küstenwachturm aus dem 16. Jahrhundert, wie es einst viele an der apulischen Küste gegeben haben soll, und zeugt von der ständigen Bereitschaft zur Auseinandersetzungen mit den Türken.

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Ihm gegenüber und direkt an der Hafenkante liegt eine etwas vernachlässigt anmutende Abtei, deren Ursprünge auf das 9. Jahrhundert zurückgehen. Hinter ihrer Loggia lugt der Turm der dazugehörigen Kirche hervor, die ich bisher jedoch immer nur verschlossen angetroffen habe.

Frühling bei Polignano

An der Küstenstraße zwischen Cozze und San Vito bei Bari verfallen malerisch am Meer gelegen zahlreiche Trulli, die typischen Kegelbauten von Süditalien.

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Gerade jetzt im Frühling bieten sie ein schönes Fotomotiv – vor allem dort, wo sie nicht nur vom echten, sondern auch von einem Margeritenmeer umgeben sind.

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Falls ihr sie noch irgendwann fotografieren wollt, solltet ihr euch vielleicht beeilen.

Terrassenhit Kumquat

KumquatbäumchenSeit dem letztem Jahr steht auf unserer Traumwohnungsterrasse ein Kumquat-Bäumchen. Kumquats werden auch Zwergorangen genannt, obwohl ich finde, dass ihr süßlich-herber Geschmack mit „Mischung aus Orangen und Zitronen“ besser beschrieben werden kann. Dieses, sich im Kübel scheinbar äußerst wohlfühlende, Baumwunder hatte uns über den Winter ein gutes Kilogramm seiner kleinen, birnenförmigen Früchte beschert, die ich nicht alle einfach so abnaschen wollt. Was lag da näher, als sich den leuchtend orangefarbenen Spaß in Marmeladenform haltbar zu machen.

KumquatkorbKumquatmarmeladeMit Gelierfix 2:1 war das auch kein Problem. Die gewaschenen Früchte kann man mit Schale verarbeiten, muss sie allerdings halbieren, um die relativ großen Kerne herauszupulen. Danach waren es nur noch gute 900 g Fruchtmasse. Da die pürierten Früchte jedoch ziemlich musartig waren, gab ich noch den Saft von zwei Orangen und einer Zitrone hinzu. So wurde es eine gut streichbare Marmelade, die mit ihrem leicht bitteren Geschmack einen schönen Kontrast zu süßem Weißbrot bildet. … und die leuchtende Farbe sorgt für gute Laune auf dem Frühstückstisch.