Archiv für den Monat Dezember 2015

Suchphrasen X – Mausefalle oder Honigtopf?

Im ersten Moment musste ich lachen, als ich die gestrige Statistik mit den Suchphrasen sah: „Liebesfalle Schwiegereltern„. Das hört sich fast schon nach dem Titel eines lustigen Romans an. Tatsächlich habe ich den Begriff aber schon einmal gebraucht, als ich über meine eigenen Schwiegereltern schrieb, denen es schon immer eine Freude war, mich mit lieb gemeinten Geschenken zu bedenken, die nicht meinem Geschmack oder meinen Maßen entsprechen.

Allerdings habe ich mit meinen Schwiegereltern sehr großes Glück gehabt, und meine persönliche Liebesfalle ist eher eine aus süßem Honig. Das passiert wohl nur, wenn sich die Besagten über die Wahl ihres Familienneuzugangs freuen, und ich glaube, so herzlich wie ich die Apulier bisher erlebt habe, dürfte es allgemein einfach sein, hier von den Schwiegereltern akzeptiert und wohlwollend aufgenommen zu werden. Zumal die italienischen „Mammas“ eigentlich nur darauf warten, dass endlich ein liebes Mädel ihren „Mammone“, den Kleinen im fortgeschrittenen Jugendalter bis ca. 40 Jahre, der es sich im Hotel Mama gemütlich eingerichtet hat, dort abholt. Deutsche Frauen scheinen dabei häufiger Schwiegereltern in Italien zu finden und sich in Italien niederzulassen, als deutsche Männer, denn ich persönlich kenne nur binationale Beziehungen, bei denen die Frau nach Italien gezogen ist. Sollte dem nicht so sein, widersprecht bitte unbedingt in den Kommentaren!

Ich habe das Verhältnis zu Schwiegereltern in weit zurückliegenden Jahren schon anders erlebt. Da war die „Liebesfalle“ eher eine Mausefalle für die Beziehung und quetschte ganz schön in der Herzgegend. Letztendlich hat die Liebe das mangelnde Wohlwollen der Schwiegereltern nicht überstanden. Aber das ist nur meine Erfahrung.

Von daher ist jetzt auch mal eure Altersweisheit gefragt. Helft den Suchenden bei einer künftigen Entscheidungsfindung! Mausefalle oder Honigtopf – Wie sieht es aus mit der Liebe und den Schwiegereltern? Welche besonderen Erfahrungen habt ihr mit Schwiegereltern bei binationalen Beziehungen gemacht?

Ich freue mich über eure Beiträge!

Santo Spirito – Provinzielles Küsten-Kleinod getarnt als baresische Vorstadt

Für den heutigen Beitrag habe ich einen Gastautor gewinnen können, der drei Jahre lang in der Peripherie von Bari gelebt und gelernt hat. Vielen Dank für den langen Bericht! Wenn Leo nicht gerade über Apulien schreibt, dann denkt er sich Beiträge für seinen eigenen Block ANABCA aus. Schon merkwürdig, dass sich ein so junger Mensch so intensiv mit kommunistischen Systemen beschäftigt, dass er zum Brüllen komische Satire daraus machen kann. Sehr sympathisch. Reinsehen!

Hallo, liebe meinapulien-Leser, mein Name ist Leo, und ja, das ist ein Gastartikel.

Ich komme ursprünglich aus Stuttgart im schönen Baden-Württemberg, wohnte aber 3 Jahre in Bari, genauer gesagt in Bari – Santo Spirito. Was hatte mich denn hier her verschlagen? Also mich: gar nichts. Eher meinen Vater und demnach auch die ganze Familie, denn mein Vater ist Ingenieur bei einer deutschen Firma, die unter anderem eine Niederlassung in Bari hat. Zuletzt ging ich in eine 9. Klasse eines „Liceo Classico“, eines sog. Klassischen Gymnasiums, in dem ich unter anderem Latein und Altgriechisch lernte. Ich habe also den Alltag in einer süditalienischen Vorstadt von der Schule über’s Einkaufen bis zu Problemen bei der Stromversorgung ziemlich umfassend kennengelernt. In den drei Jahren hatte ich mich an alles gewöhnt und mochte zuletzt nichts mehr missen (jetzt vermiss‘ ich zum Beispiel die Schreie meiner Mutter, wenn der Wasserkocher die Sicherung „raushaut“, weil ein anderes Großgerät zur selben Zeit angeschaltet wurde), spreche immer noch ziemlich gut Italienisch, brauche die Sprachkenntnisse zur Zeit aber nur beim Italiener.

Mappa

Jeder, der schon einmal mit dem Flugzeug nach Bari geflogen ist, kennt den Flughafen Palese, und ungefähr 5 Kilometer weiter Richtung Meer, liegt Santo Spirito, früher zu Bitonto gehörend, heute – Vorstadt von Bari. Und tatsächlich… Von Bari sind wir nur ungefähr 16 Kilometer entfernt und damit praktisch der letzte Arm der Gemeinde. Die genaue Einwohnerzahl lässt sich nicht ermitteln, da Santo Spirito administrativ mit den Vierteln Palese, Catino und San Pio das so genannte „Quinto Municipio“ bildet, das zusammen ungefähr 28.000 Einwohner hat.

Santo Spirito ist aber noch mal ein Fall für sich, denn viele Leute haben hier eine „Sommer-Datsche“ am Meer, die halt eben nur im Sommer bewohnt ist. Deshalb kommt es vor, dass im Städtchen im Winter nur noch die Hälfte der „Einwohner“ da ist. Also können wir das schon mal als ersten Punkt in unserer „Sehenswürdigkeiten-Liste“ aufnehmen: das Meer.

Es ist zwar nicht besonders komfortabel hier zu baden (wir haben fast überall nur Steine und man sollte auch immer Bade-Schuhe aus Plastik benutzen), aber dafür ist das Meer recht warm im Sommer und außerdem ziemlich sauber. Wenn man sich dann noch so glücklich schätzen kann wie ich, der 3 Jahre lang 200 Meter weit vom Meer weg wohnte (und das die letzten Tage noch genießt), dann hat man’s gleich vor der Haustür. Überhaupt ist in Santo Spirito so ziemlich alles nah beieinander. Das ganze Städtchen besteht aus einer Hauptstraße, der Via Napoli und aus einem Gefüge an Nebenstraßen links und rechts, die alle (fast) parallel zueinander verlaufen.

Via Malta

Hier zum Beispiel die Via Malta, eine Querstraße der Via Napoli

Wenn man die Via Napoli Richtung Palese weiterfährt oder -läuft, dann kommt man auf jeden Fall an der Kirche vorbei, die dem ganzen Vorort seinen Namen leiht: die „Chiesa dello Spirito Santo“, also die Kirche des heiligen Geistes.

ChiesaDiese Kirche mit den markanten zwei Türmen, die man schon von weitem sieht, ist auch deshalb sehr wichtig, weil es dahinter ein Fußballfeld gibt, das von den Kindern und Jugendlichen Santo Spiritos rege benutzt wird. Ich, als chronischer nicht-Fußballer, habe daher nie genau verstanden, was „andiamo a giocare alla chiesa?“ (wörtlich: „spielen wir in der Kirche?“) heißt; bis ich das herausfand.

Begeben wir uns jetzt von der Kirche in eine der Querstraßen, kommen wir zum Hafen, also zum „Häfchen“, dass wirklich sehr malerisch ist. An warmen Sommersonntagabenden ist das Lungomare am Hafen für Autos gesperrt und man kann sinnlich flanierend die vielen bunten Stände der fliegenden Verkäufer bestaunen. Von Kleidern über Taschen zu Schmuck ist alles vorhanden was das Herz des Marktgängers begehrt. Im Hafen selbst liegen verschiedenste Boote und Schiffe vor Anker (einige auch genauso tief wie ihr Anker). Die vielen santospiritesischen Fischer haben selbstverständlich auch ihre eigenen Kähne, die sie hin und wieder auch versenken. À apropos Fischer: Fisch, Oktopus, Krabben und sonstige Meerestiere sind in Santo Spirito reichlich vorhanden und man bekommt ihn am frischesten auf dem örtlichen Fischmarkt am Hafen.

porto

Außer Fisch kann man auch sehr lecker Eis essen. Dazu bieten sich das Café „Gabbiano“ und die Bar „Ghiacciobollente“ an. Das Eis ist natürlich „artigianale“ und man kann auch ohne Probleme zwei Coni vertragen. Ich persönlich greife gerne auf die Sorten Schokolade, Fiordilatte und Nocciola zurück.

Italien ist nichts ohne Pizza, Focaccia, Panzerotti und co. Das gilt wohl auch in besonderem Maße für Santo Spirito. Es gibt mehrere Restaurants und auch einige „Front-Cooking-Tavernen“, die durchaus zu empfehlen sind. In unserer Familie hat sich mittlerweile Samstagabends der Satz eingebürgert: „Geh’n wir zum Country, zum Da Donato oder zum Angelo?“. Mein Vater bevorzugt den „Angelo“ (in der Nähe des Fischmarktes), weil er frischen „Polpo-Döner“ anbietet. Mit Döner hat der aber wenig zu tun, es ist ein Polpo im Ofen gebacken in einem Döner-Brötchen serviert. Angelo kann auch Pizza und das ziemlich gut, vor allem was die „Pizza della Casa“ angeht, die wohl mit allem belegt ist, was er gerade da hat. Das Country ist eine Steh-Trattoria in der Nähe des Kinos; ja wir haben auch ein Kino, auch wenn es „Il Piccolo“ heißt. Dort gibt es alles, was das apulische Fastfood-Herz begehrt (Focaccia, Pizza, Panzerotti, Sgagliozze, Burger, Arancini, Pommes). Wer das örtliche Restaurantbusiness stärken will und gerne etwas mehr Geld da lassen will, dem kann man drei Restaurants an der Seepromenade empfehlen. Das erste ist „L’Aragosta“, in dem vorzüglicher Fisch serviert wird. Wer richtig nobel speisen will, geht entweder ins „Lo Scoglio“ oder ins „Paradise“. Diese beiden Lokale sind zwar offiziell schon in Palese aber nur wenige hundert Meter vom Hafen entfernt. Zu erwähnen ist auf jeden Fall das Vorspeisen-Buffet im „Paradise“ und der Preis im „Lo Scoglio“.

Von Bari aus kann man Santo Spirito ziemlich bequem erreichen. Wir haben einen Bahnhof, mit der Staatsbahn „TRENITALIA“ erreicht man Santo Spirito innerhalb von 15-20 Minuten. Das halbstaatliche Busunternehmen „STP“ verbindet das nördliche Apulien mit der Hauptstadt der Region und macht auch Halt in Santo Spirito.

Es gibt zwei Schulen im Städtchen, die administrativ zueinander gehören. Eine Grundschule (Scuola elementare, 1. bis 5. Klasse) und eine Mittelschule (Scuola media, 6. bis 8. Klasse). Beide Schulen befinden sich in „wunderschönen“ 80-er Jahre Betonbauten.

Insgesamt ist Santo Spirito auf jeden Fall einen Besuch wert, vor allem wenn man länger in Bari ist und mal etwas Abwechslung braucht. Und es hat mir auch richtig gut gefallen.

Jetzt weiterlesen bei Leo: Anabca

Zwischen Gruselstimmung und Ostergefühlen

Seit ein paar Tagen munkelte man schon, Weihnachten würde sich nähern, und gestern hieß es dann sogar, es wäre wieder soweit. Mit Panzerotti und Pettole begannen wir das große Schmausen, das unweigerlich mit dem Weihnachtsfest einhergeht.

Triggiano an HeiligabendAuf dem Weg von Luigis Eltern nach Hause fühlte es sich am Abend allerdings ein bisschen gruselig an. So leer sieht man Triggianos Straßen sonst höchstens an Ferragosto um die Mittagszeit.

Heute, am ersten (und in Italien auch einzigen) Weihnachtsfeiertag, scheint es allerdings eher Ostern als Weihnachten zu sein. Während ich am Vormittag auf der Terrasse eine zu einem Blumenroller umfunktionierte Palette strich und die Rosen zurückschnitt, nahm ich zugleich unfreiwillig an der Messe, der nur 100 Meter entfernten Kirche San Giuseppe teil, die wahrscheinlich mit Lautsprechern nach draußen übertragen wurde, was immer passiert, wenn das Kirchlein für die vielen Besucher nicht ausreicht.

GartenarbeitDabei wurde mir nicht nur bewusst, dass Weihnachten für einige Leute doch mehr bedeutet als gutes Essen und Geschenke, sondern auch, dass katholische Priester nicht nach ihren Sangesfähigkeiten eingestellt werden und deshalb weniger oft „Halleluja“ singen sollten. Dem ungeachtet ertappte ich mich irgendwann dabei, mit dem Kirchenchor „Stille Nacht“ mitzusummen und schon war die Muse da, die mir sagte, dass es Zeit für weihnachtliche Bloggrüße geworden ist.

In diesem Sinne: BUON NATALE! Euch allen ein frohes Weihnachtsfest! Schöne Feiertage und viel Spaß bei allen Dingen, die euch an diesen Tagen wichtig sind!

Corinna

Apulische Weihnachtsbaumversion

Zum ersten Mal blüht eine Pflanze, die wir mit unserer Traumwohnung mitgekauft haben. Möglicherweise handelt es sich dabei um eine apulische Weihnachtsbaumversion

Hufeisen auf dem Plätzchenteller

Nähert sich das Weihnachtsfest, dann nähern sich auch die zahlreichen uns verwandten und bekannten Naschkater sowie Naschkatzen, denn es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass meine deutschen Weihnachtsplätzchen ziemlich lecker sind.

PräsentiertellerVor zwei Wochen hatte mich meine Freundin Elena nach Rezepten gefragt. Während ich schon begann, über Mürbeteige zu referieren, kam mir noch eine bessere Idee und ich meinte spontan: „Weißt du was, komm‘ einfach am Sonntag vorbei und wir backen zusammen Weihnachtsplätzchen. Dann weißt du genau, wie es geht.“

Danach gefragt, was sie mitbringen solle, kam mir gleich eine noch bessere Idee: Ich bat sie um ein typisch italienisches Keksrezept. Auf diese Art und Weise gelangten neben Mürbeteigplätzchen und Vanillekipferln auch ferri di cavallo auf den sprichwörtlichen Präsentierteller.

Für drei Bleche dieser leckeren Hufeisen braucht ihr: 300 g Mehl, 150 g Zucker, 1 Ei, 150 g Butter und eine Prise Salz, außerdem 3 Teelöffel voll Backpulver und ein bisschen Vanillezucker, Alle Zutaten schnell zu einem kompakten Teig verkneten und ihn mindestens zwei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Ferri di CavalloFür die typische Hufeisenform formt ihr den Teig zu kleinen Rollen, die ihr gebogen auf das mit Backpapier bedeckte Backblech legt. Während des Backens laufen sie leicht auseinander und werden relativ platt. Von daher plant genug Abstand zwischen den einzelnen ferri di cavallo ein. Wenn das Gebäck ein wenig Farbe angenommen hat, ist es auch schon fertig (bei 180 Grad ca. 15 min). Nun müssen die abgekühlten Hufeisen nur noch mit ihren Enden in geschmolzene Schokolade getaucht werden und schon sind sie schneller aufgegessen als gebacken.

Einen schönen vierten Advent euch allen und guten Appetit!

„Bella figura“ oder trendiges Balzverhalten?

Die Italiener sind gemeinhin dafür bekannt, dass sie in der Öffentlichkeit eine „bella figura“ machen möchten. Dazu gehört, sich stets adrett zu kleiden, sein Aussehen durch Accessoires wie locker in der Armbeuge baumelnde Handtaschen oder lässig um den Hals geschlungene Schals, beinverlängernde High Heels und – sobald es so kalt geworden ist, das es nicht mehr zerfließen kann – ein umfangreiches Make-up aufzuwerten. Ob das nun gerade dunkelpink ausgemalte Lippen und zwei rosa Rougebalken auf den Wangen unter blondgefärbten Haaren mit einem leichten Orangestich sein müssen, wie bei der Check-in-Mitarbeiten auf dem Flughafen neulich, sei dahingestellt.

Die Mehrheit der unter 30jährigen arbeitet aber nicht nur schminktechnisch der „Bella-figura“-Tradition entgegen. 1,50 m hohe Italiener und Italienerinnen kleiden sich seit einigen Monaten in Hosen, deren Schritte vollen Babywindeln gleich auf Kniehöhe hängen, und, als wenn dieser Modetrend nicht bereits genug verkleinern würde, schlagen sie den Saum ihrer Hosenbeine noch so um, dass exakt zwei Zentimeter nackter Haut zwischen Schuhen und Hosenbeinen hervorlugen.

Oben Wattejacke – unten ohne! Was im Sommer noch als Belüftungsmechanismus verstanden werden könnte, lässt im Winter den Wunsch erwachen, vor den Kinderchen auf die Knie zu fallen und ihnen liebevoll aber bestimmt, die Hosenbeine wieder herunterzukrempeln. Dabei wird wirklich alles gekrempelt, was Beine hat: hautenge und andere Jeans, Jogginghosen (!) oder merkwürdig gemusterte Hosen, die aus der Pyjamaschublade zu stammen scheinen.

Offensichtlich verstehe ich nichts von Mode und, wie man diesem Blogbeitrag entnehmen kann, habe ich nur wenig Verständnis dafür. Oder vielleicht bin ich – um es mal mit „Lethal Weapon“ zu sagen – „zu alt für diesen Scheiß“. Andere in meinem Alter stellen sich diese Fragen anscheinend nicht oder kommen zu anderen Schlüssen, denn heute Morgen kam mir auf Baris Hauptflaniermeile, der Via Sparano, ein schätzungsweise gleichaltriger Mann im Businessanzug entgegen – die Beine seiner Anzughose sorgsam bis zwei Zentimeter über seine Converse umgeschlagen. Für einen Moment glaubte ich da, den tieferen Sinn hinter diesem Modetrend erkannt zu haben. Möglicherweise handelt es sich beim gewaltsam freigelegten, pelzigen Knöchelkranz um das neue Brusthaar und die Krempelei versteht sich als Ausdruck modernen Balzverhaltens; als Zeichen von Virilität bei den Männern und eines funktionierenden Rasieres bei Frauen.

Welch‘ ein Glück, dass ich nicht mehr zu balzen brauche! So krempele ich auch weiterhin nicht mit, denn ich kleide mich nach wie vor mit dem geraden Schnitt mit komfortabler Beinweite. Aber auch weil ich ständig irgendwo Flecken von Tafelkreide oder Striche von Witeboardmarkern zur Schau trage, ist bei mir schon von vornherein sowohl jeglicher modischer Hopfen als auch trendiges Malz verloren. (Siehe Zitat „Lethal Weapon“ oben.)

Adventsbaden

Für alle diejenigen, die es auf dem obigen Bild nicht erkennen sollten oder es nicht glauben können, hier ein weiterer fotografischer Beweis dafür, dass am zweiten Advent in Trani noch gebadet wurde. Wir sahen auch viele sich sonnende Mitmenschen wie Robben auf den Steinen der Hafenmole liegen und ihre Gesichter in die Dezembersonne halten.

 

Dezemberbad

Kaminträume

Kamin alt

Der alte Kamin Marke „Eigenbau“ musste aus Sicherheitsgründen abgerissen werden

Als wir am Anfang unserer Wohnungssuche vor knapp vier Jahren auf die Behausung stießen, die sich sofort als unsere Traumwohnung entpuppte, war ein Kamin neben der enormen Terrasse das zweite, schlagkräftige Argument für unsere Entscheidung in einen dritten Stock ohne Fahrstuhl zu ziehen. Eigentlich ist selbst die Sache „ohne Fahrstuhl“ bei genauerem Hinsehen ein Pro, denn sie hält Verwandtschaftsbesuche in Grenzen. Aber das nur am Rande.

Leider entpuppte sich der Kamin Marke „Eigenbau“ dann als nicht sicher und daher abrissbedürftig. Was vom Kamintraum also zunächst übrig blieb, waren ein langes, kupfernes, uns an strenges Sparen mahnendes Rauchabzugsrohr und der klappernde Windfang auf dem Dach. In diesem Herbst war es nun soweit, dass wir ein Geschäft unseres Vertrauens aufsuchen und einen Kamin ordern konnten. Vorausgegangen waren Überlegungen wie Holz oder Pellets, vielleicht doch nur ein zierlicher Pelletofen statt eines raumfüllenden Kamins, Anschluss an die Warmwasserbereitung oder nicht… Schließlich entschieden wir uns für einen Holzkamin, der trotz seiner Möglichkeiten nicht ans Heizungssystem angeschlossen werden sollte, denn wir besitzen erstens keinen Wald und zum Heizen mit Holz ist zweitens der dritte Stock ohne Fahrstuhl dann doch ungünstig.

Transport

Es ist so weit – der neue Kamin wird geliefert

Kamin neuVor zwei Wochen fuhr uns ein Umzugsunternehmen das Innenleben unseres zukünftigen Kamins mit einer elektronischer Leiter auf die Terrasse und schleppte dann die Kleinigkeit von 180 Kilogramm ins Esszimmer. Bei den umliegenden Nachbarn sorgte die Aktion im morgendlichen Schummerlicht für allerhand Spekulationen, wie ich später von den Mechanikern der gegenüberliegenden Autowerkstatt erfuhr. Diese sahen bereits die Annehmlichkeit von gelegentlichen Kuchenlieferungen mit uns nach Deutschland entschwinden. Doch ich konnte sie natürlich sofort beruhigen.

Gespannt bin ich darauf, was die Nachbarn denken werden, wenn wir im Frühjahr daran gehen, den Metallkörper unseres Kamins so zu umhüllen, dass er dann auch seinen Namen verdient. Bis dahin gewöhnen wir uns ans Holztragen und zünden ihn gelegentlich an, um dem Spiel der Flammen zuzusehen und das Knacken der Funken zu hören – atmosphärisch schön und warm wird’s auch in der Bude.