Archiv für den Monat Dezember 2014

Weiße Überraschung zum Jahreswechsel

Wohin ist nur das Jahr verschwunden?

Bis eben gab’s noch einen Rest.

Nun zähl’n statt Tagen wir die Stunden

und sammeln uns zum großen Fest.

Mit lautem Knallen und Hallo

fängt bald 2015 an,

auf dass die Zeit uns dann von Neuem

durch uns’re Finger rinnen kann!

Ich wünsche allen Freunden, Verwandten und Lesern meines Blogs ein glückliches und gesundes neues Jahr voller großer und kleiner Freuden!

olivo natalizio sotto la neve

Weihnachtlicher Olivenbaum im Schnee

pupazzetto di neve in Puglia

Schneemann bau’n in Apulien

Uns hat das alte Jahr sehr viel Schönes gebracht und zum Ausklang noch einmal richtig in die Überraschungskiste gegriffen. In Bari (Stadt) schneit es ungefähr alle 10 Jahre.  Deshalb sprang ich heute Morgen wie der geölte Blitz aus dem Bett und war im Nullkommanichts auf der Terrasse.

Ich bin gespannt, was das neue Jahr an Überraschungen bereit hält. Wir lesen uns!

Eure Corinna

Weihnachtswunsch – Brieffreunde/innen

Weihnachten steht vor der Tür und ist natürlich auch ein Thema in meinen Sprachkursen. So ergab es sich, dass ich den Weihnachtswunsch von Francesca aus Bari erfuhr. Sie wünscht sich Brieffreunde oder Brieffreundinnen, die sich mit ihr in Deutsch und/ oder Italienisch austauschen möchten.

Wer also selbst Lust hat oder jemanden kennt, der gern schreibt, der sollte jetzt schnell in die Tasten hauen und der 20jährigen Francesca einen kurzen Weihnachtsgruß schreiben. Wer weiß, vielleicht beginnt so eine lange und wunderbare Freundschaft: floracolella (et) outlook (Punkt) it.

Von der Schwierigkeit, in Apulien Weihnachtsgefühle zu entwickeln

 Adventszeit draußenIMGP0817Die Rosen hören nicht auf zu blühen.  Adventszeit drinnenIMGP0862Der Versuch, mit exzessivem Plätzchenbacken, Weihnachtsstimmung zu erzeugen.
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Im Herbst sind plötzlich Sonnenblumen nachgewachsen, die jetzt auf Sommer machen.

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Ein bisschen Stimmung mit Weihnachtsbaum.

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Der Birnbaum hat sich gerade herbstlich umgefärbt.

 IMGP0855Man beachte die typisch weihnachtlichen, rosafarbenen Einhörner. Das kommt davon, wenn kleine Cousinen mitbacken.

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Viel Licht und blauer Himmel – nicht gerade weihnachtlich, aber auch kein Grund, sich zu beklagen.

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Wenigstens können wir uns nun weihnachtliche Kilos auf die Hüften futtern, während wir draußen in der Sonne sitzen.

Die Neuen und ihr Huuund

Kurz nachdem wir unsere Traumwohnung gekauft hatten, zog eine Nachbarsfamilie direkt unter uns aus. Obwohl ich glaube, dass unser Kauf und ihr Auszug nicht ursächlich zusammenhängen, fand ich es zunächst ziemlich schade, denn es bedeutete auch, dass unter uns im Winter nicht geheizt wurde. Wenn ich jedoch die Stereoanlage im Esszimmer mal etwas lauter aufdrehte, hatte ich immer das gute Gefühl, dass es niemanden störe.

Vor drei Wochen sah ich unseren Unternachbar Nicola in Malerkleidung aus der Wohnung kommen und holte sofort die neuesten Nachrichten ein: Die Wohnung war vermietet worden und das fand ich gar nicht schlecht. „Mhmmm,“ brummte jedoch Luigi, „das muss nichts Gutes bedeuten. Lass uns mal hoffen, dass die Neuen keine ‚cafoni‘ (Flegel) sind!“ Während ich also auf mehr Wärme im Winter hoffte, hatte Luigi Angst um unsere Sanatoriumsruhe.

Leider hat er mit seiner Befürchtung recht behalten, wenn auch aus anderen Gründen. Am Tag des Einzugs unserer neuen Nachbarn, warf sich mir im Hausflur eine mittelgroße, gelbe Promenadenmischung zu Füßen und schleckte mir begeistert die Hand ab, als ich von der Arbeit kam. Eine Familie mit einem so netten Hund konnte eigentlich nicht unsympathisch sein, dachte ich mir.

Allerdings hat dieser mittelgroße, nette Hund das Organ eines Schäferhundes und fühlt sich abends und auch vormittags offensichtlich allein und unwohl in seiner neuen Behausung.  Das äußert er durch anhaltendes Bellen, das hin und wieder in eine wehklagendes Heulen übergeht. Der kleine, wuschelige Hund in der Wohnung neben den Neuen fühlt sich dann bemüßigt, seine Sympathie zu bekunden und stimmt kläffend ein, und gestern Abend gesellte sich auch der weiße West Highland Terrier auf dem Balkon geraderüber zum Kläffkonzert, bis mehrere Brüller losgelassen wurden und Ruhe einkehrte… bis zum nächsten „Huuuuuuuuuuuuuuuuuu“.

Ich bin gespannt, wie lange der neue Hund für seine Eingewöhnung braucht. Vielleicht liegen die Nerven der Hausbewohner auch schon vorher blank. Wir haben Glück, da wir die meiste Zeit des Tages auf Arbeit sein dürfen. Aber heute früh sind unglücklicherweise die ersten beiden Stunden ausgefallen. Der pochende Kopfschmerz in meiner rechten Schläfe und ich können es kaum erwarten, zum Zug zu gehen.

Cousinchens Kürbisrisotto

Zunächst ein Bekenntnis meiner Dummheit: Kürbisse fand ich eklig. Als kleines Kind und auch noch in meiner fortgeschrittenen Jugend konnte ich sie nicht ausstehen. Da kannte ich die orangefarbenen Multitalente jedoch nur süß-sauer gekocht von der Schulspeisung. Meiner ehemaligen Russisch-, Geschichte- und Lateinlehrerin gelang es schließlich, mich mit einer Kürbis-Kokos-Suppe zum Kürbisfan werden zu lassen. Seit dem kann ich den Herbst kaum erwarten, koche mit Begeisterung diverse Kürbissuppen oder backe Kürbiskuchen und denke an meine „alte“ Lehrerin.

Hier in Apulien ist der Kürbis erst vor ein paar Jahren im Zuge der Verbreitung  von Halloween eingezogen und steht nicht fest auf dem herbst- oder winterlichen Speiseplan. Doch seit Luigis Cousine, die Dank ihrer Kinder inzwischen Meisterin im Halloweenkürbisaushölen ist, mir ihr Rezept für Kürbisrisotto verraten hat, haben Luigi und ich ein neues Lieblingsgericht.

Die Zutatenliste ist übersichtlich und in einem italienischen Haushalt ist eigentlich bis auf den Kürbis alles ohne große Planung vorhanden. Für vier Personen braucht man: 400 g Risottoreis, 300 g Kürbis in kleine Stücke geschnitten, ca. 1 l Brühe, 1 Zwiebel, ein Glas Weißwein, 100 g Parmesan und 50 g Butter. Wer sich die Brühe selbst kocht, braucht eventuell noch Salz. Fertigbrühe zum Einrühren ist in der Regel salzig genug.

Die kleingeschnittene Zwiebel lässt man in einem großen Topf mit Olivenöl ein wenig braun werden, gibt dann die Kürbisstückchen hinzu und brät sie leicht an. Anschließend wird der Risottoreis kurz mit angebraten und dann mit dem Weißwein abgelöscht. Sobald dieser verkocht ist, muss man nach und nach die Brühe hinzugeben und immer schön geduldig rühren, bis sie komplett vom Reis aufgesogen ist. Sollte ein Liter nicht genügen und der Reis noch nicht weich sein, dann einfach mehr Brühe hinzugeben.

Wenn der Reis die gewünschte Konsistenz erreicht hat, die Butter und den Parmesan unterrühren und sofort servieren.

Kürbisrisotto

Guten Appetit!

Wir haben unter das Ganze auch schon kleine Stückchen gebratener Hähnchenbrust gerührt, wenn wir nicht fleischlos essen wollten. Dahingehend kann man seiner Fantasie sicherlich freien Lauf lassen. Probiert es aus!