Archiv für den Monat August 2013

Die Madonna im Brunnen oder Stadtfestbesuch im Dienste der Gesundheit

Wenn man mal etwas für seine Gesundheit und ein langes Leben tun will, das nicht unbedingt mit Sport oder gesunder Ernährung zu tun hat, dann sollte man am letzten Wochenende im August nach Capurso ins schöne Apulien kommen.

Seit Wochen schon stand an jeder dritten Tür ein Volksfest angeschlagen, das einen großen Umzug zum Fest der Heiligen Madonna des Brunnens in Capurso versprach. Bis dahin hatte Capurso für mich nur aus drei Gebäuden bestanden: dem Baumarkt, dem Fliesen – und Sanitärmarkt sowie dem Markt für imposante Vorgartenaccesoires wie beispielsweise Steinbrunnen, Steinwaschbecken und halbnackten Frauen aus Stein. Fast hätte ich die Festivität also vergessen, aber da Capurso nur ca. einen Kilometer von Triggiano entfernt liegt und am frühen Sonntagmorgen bereits Feuerwerksknaller wie ferne Kanonenschüsse in unser Schlafzimmer drangen, wurden wir rechtzeitig daran erinnert. Zievola schwärmte uns dann noch beim Mittagessen von der herrlichen Kathedrale und einem großen Markt die Ohren voll, so dass wir tatsächlich am späten Nachmittag nach Capurso aufbrachen.

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Die achte Todsünde

Basilikumplage

IMG_20130815_162103Irgendwo habe ich gelesen, dass Basilikum kurz vor der Blüte einen bitteren Geschmack bekäme. Daher bin ich ständig dabei, das Blühen unseres Basilkums auf Luigis Balkon zu verhindern. Als Nebeneffekt ist das würzig frische, nach Sommer riechende Küchenkraut zu einem enormen Busch herangewachsen, während es Maria gelungen ist, die Planze auf ihrem Balkon erfolgreich in die Liste eingegangener Geranien, Azaleen und Kalanchoen einzureihen. Sie hat einfach kein Glück mit Pflanzen. Allerdings verwendet sie Basilikum auch nur äußerst selten. Deshalb war sie nicht sehr betrübt darüber.

Doch nun weilt sie zusammen mit Pasquale und Zievola in der Sommerfrische und damit ist die Küche nicht mehr notwendigerweise eine basilikumfreie Zohne. “Wir müssten mal etwas kochen, wobei man mehr als nur ein paar Blätter Basilikum benutzen kann”, sagte ich daher am letzten Mittwoch zu Luigi, während ich damit beschäftigt war, die Blüten aus unserem üppigen Busch herauszuschneiden. “Das wächst uns sonst über den Kopf.”

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Mein Leben auf der Kartoffel

Wie andere Blogger auch schaue ich mir gelegentlich die Suchbegriffe an, durch die Leser über Suchmaschinen auf meinen Blog gelangen. Gestern hat jemand “mein Leben auf der Kartoffel” gesucht und ist bei meinem letzten Posting über das gemeinschaftliche Kartoffel-Experiment der Bloggerfrauen um die GiftigeBlonde herausgekommen.

Nun kann ich nicht genau sagen, wie es sich auf einer Kartoffel lebt; auch weil der Suchende nicht angegeben hat, ob sich die besagte Kartoffel noch in der Erde befinden oder bereits ausgebuddelt sein soll. Ich weiß auch nicht, wie groß man sein darf, um auf einer Kartoffel leben zu können; vielleicht ungefähr Däumelinchengröße. Mal ganz abgesehen von der Frage, womit man sich auf einer Kartoffel seine Lebenszeit vertreiben kann… also lange Rede, kurzer Sinn: 1. Man könnte mal wieder Andersen lesen. (Gerade erledigt.) 2. Hier die traurigen Entwicklungen im Kartoffel-Experiment auf unserer Traumwohnungsterrasse.

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Focaccia Pugliese – Mehr als nur eine Verlegenheitsspeise

IMG_20130803_193737Italien ohne Pizza wäre wohl unvorstellbar. Doch was die Pizza für die Italiener im Allgemeinen ist, das ist die Focaccia für die Pugliesen im Besonderen. Ich kenne keine Bäckerei, die es nicht anbietet, denn Focaccia ist in Apulien DAS Fastfood schlechthin. Original wohl entwickelt, um die Anfangshitze des Holzbackofens auszunutzen, bevor dieser heiß genug für Brote war, ist aus der Focaccia längst mehr als eine Verlegenheitsspeise geworden. Man isst sie heute als Snack auf die Hand genauso wie als vollwertige Mahlzeit beispielsweise zum Abendbrot. Gerade jetzt im Sommer stürmen die Badenden nach einem Strandvormittag die Focacciavorräte der Bäckereien oder kaufen bzw. backen sie schon am Vorabend selbst, um sie gleich mit ans Meer zu nehmen.

Im Gegensatz zum bekannteren Focaccia Genovese wird der Teig der apulischen Version nicht nur mit Mehl, sondern unbedingt auch mit Grießmehl und gekochten Kartoffeln zubereitet. Nur auf diese Art wird das Gebäck weich und unvergleichlich duftend, schmeckt warm genauso gut wie kalt und hält sich bis zum nächsten Tag frisch.

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Ohne Mäuse auf dem Flohmarkt?

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Am zweiten Sonntag eines jeden Monats gibt es einen großen Flohmarkt rund um sowie im Stadtgarten von Ostuni, der weißen Urlaubshochburg Apuliens. Ob die Katze mit dem melancholischen Blick den Spiegel erstanden hat, ist mir nicht bekannt. Soweit ich sehen konnte, hatte sie auch gar keine Mäuse dabei.