Warum Mandeln, Pfirsiche und Aprikosen in diesem Jahr teurer werden

Blassrosa oder gelbe Blüten mit einem lockeren Schneehäubchen – was auf den Fotos so idyllisch wirkt, hat in Wahrheit einen bitteren Beigeschmack. Hier ist es nur der spaßeshalber gehegte Kübelgarten auf unserer Terrasse, aber tatsächlich war in Apulien die Blüte der Mandel-, Aprikosen- und Pfirsichbäume bereits in vollem Gange, als uns der plötzliche Wintereinbruch erwischte.

Was bei den Landwirten einen Schock auslöste, bedeutete für die Kinder natürlich eine Freude. Davide war gestern Nachmittag völlig aus dem Häuschen und hat sofort mit Schneeballwerfen und Räummaßnahmen begonnen. Heute wird die Sonne vermutlich nicht lange brauchen, bis auch die letzten Schnee- und Eisreste weggetaut sind. Doch die Folgen der weißen Überraschung werden wir im Frühsommer beim Obsthändler im Geldbeutel spüren, wobei es für die Bauern fraglich sein wird, ob steigende Preise die Verluste ausgleichen können.

Frühlingserwachen?

Eigentlich erwacht der Frühling in Apulien meiner Meinung nach Ende Oktober. Dann verwandelt sich nämlich die sommerlich verbrannte Erde unter den Olivenbäumen in einen grünen Teppich, der von kleinen gelben und weißen Blüten betupft wird. Plötzlich schlagen die Geranien wieder aus und die Astern blühen zum zweiten Mal im Jahr. … und statt winterlich wird einem mai-lich zu Gemüte.

Aber natürlich trügt der Schein. Es regnet einfach zu viel. Es hagelt. Es stürmt. Es regnet und stürmt. Mal ist es warm, dann wieder kalt. Strickjacke an. Strickjacke aus. In diesem Jahr sind wir seit November von einer Erkältung zu nächsten gesprungen. Davide hat auch bei allem, was es im Kindergarten zu holen gab, „Hier!“ gerufen und so war aus unserer Familie über drei Monate immer jemand krank. Blöder Winter!

Wenigstens vergeht er schnell, weil es viel zu tun gibt. Und plötzlich scheint die Sonne hartnäckiger. Plötzlich sieht man eine dicke Hyazinthentraube aus einem Blumenkübel heraus grüßen. Plötzlich leuchtet das Rot der Alpenveilchen mit dem strahlenden Weiß oder Gelb der Margeriten um die Wette.

Ja, ist denn tatsächlich der Frühling im Anmarsch? Der Echte?

 

Wider den Fachkräftemangel

Den Lesern meines Blogs ist es kein Geheimnis, dass ich mich hier über Wasser halte, indem ich die deutsche Sprache verbreite. Dabei sind die Erfolge der Schüler natürlich auch immer ein bisschen die Erfolge des Lehrers, bzw. der Lehrerin. Deshalb klopfe ich mir im Moment auf die Schulter, weil einer meiner Schüler seit August in München beim Patentamt arbeitet. Ein Mädchen, das Baumechanik studiert, forscht für ihre Abschlussarbeit in Darmstadt. Und vor kurzem hat F., der an der Universität von Bari Krankenpflegewesen studiert hat, einen festen Arbeitsvertrag in einem Krankenhaus in der Nähe von Stuttgart erhalten, nachdem er innerhalb eines Jahres die deutsche Sprache von null auf 100 (B2-Niveau*) gelernt hatte.

Klar ist das nicht allein mein Verdienst, sondern hängt ganz stark von den Lernenden selbst und den unterschiedlichen Projekten ab. Aber meine apulischen Schüler sind fast alle hypermotiviert, willensstark und extrem fleißig. Da freut es mich umso mehr, wenn es ganz überraschend an der Tür klingelt und eine riesige Grünpflanze als Dankeschön und Zeichen der Würdigung meiner Arbeit bei mir abgegeben wird.

Daher an dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank an F. und seine Eltern! Alles, alles Gute für dein Leben in Deutschland!

 

*B2-Niveau bedeutet:
  • die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen und im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen verstehen können.
  • sich so spontan und fließend verständigen können, dass ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne größere Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist.
  • sich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken können, einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben können.

2018 kein Gericht zum Tag der italienischen Küche?

Die Internationale Vereinigung italienischer Köche (IT Chefs) präsentierte seit 2008 jedes Jahr pünktlich am 17. Januar ein typisch italienisches Gericht  zum „Tag der italienischen Küche“. Darunter war auch schon eine meiner Lieblingsspeisen – das Tiramisu. Dieser köstlichen, süßen Mischung aus Keks, Kaffee und cremigem Mascarpone kann ich nie widerstehen. Im letzten Jahr ehrte man Italiens Lieblingspizza, die Margherita am heutigen Tag.

Doch scheinbar sind der Vereinigung in diesem Jahr die Ideen ausgegangen, denn ihre Webseite schweigt sich aus. Dabei gibt es so viele leckere italienische Gerichte.

Torta Pasqualina – herzhafte Ostertorte mit Ricotta, Spinat und Ei

Scarcella

Ich will keine Panik machen, aber in gut zwei Monaten ist Ostern und auf meinem Blog werden jetzt schon die Beiträge mit leckeren Rezepten zur Osterzeit angeklickt. Die Torta Pasqualina hätte es zum Beispiel durchaus verdient, Gericht des Jahres zu werden. Zum Glück sind jedoch die meisten traditionellen Rezepte weit weniger aufwendig; so wie die Scarcella – ein einfaches Teiggebäck, das mit einem Ei verziert wird oder Chiacchiere, die gerade jetzt zur Faschingszeit gern gegessen werden.

Chiacchiere heißt übersetzt so viel wie „Plauderei“ (vielleicht weil sie sich beim Plaudern ganz schnell wegessen?)

Übrigens hat die UNESCO die „Küche der Mittelmeerregion“  2013 in die Liste des immatriellen Kulturerbes der Menscheheit aufgenommen. Im letzten Jahr kam sogar der Beruf des neapolitanischen Pizzabäckers hinzu. Allzu schwer dürfte es also nicht werden, den Tag der italienischen Küche wiederzubeleben. Schauen wir mal…

Gelbe Weihnachtsbäume auf der Terrasse

Rote Glocken, die von der Lampe hängen. Ein niedliches Rentier vor der Fensterscheibe. Ein Weihnachtsmann, der auf einem Bilderrahmen sitzt – obwohl wir am Wochenende scheinbar gründlich entweihnachtet haben, finden wir immer noch weihnachtliche Kleinigkeiten in der Wohnung verteilt.

Auch bei einem Kontrollgang über die Terrasse wurde ich heute früh wieder an das kürzlich überstandene Fest erinnert: Eine unverwüstliche Pflanze, die wir schon bei unserem Einzug auf der Terrasse vorgefunden haben, hat gerade Blütenstände angelegt und reckt der spärlichen Morgensonne gelbe Weihnachtsbäume  entgegen. Bei 10 Grad irgendwie sympathisch, findet ihr nicht?

Was haben Bari und London gemeinsam?

Auf den ersten Blick nicht viel, auch nicht auf den zweiten oder dritten. Doch seit Anfang Dezember gibt es in Bari ein Riesenrad, das dazu einlädt, sich die Stadt von oben anzusehen. London Eye lässt grüßen. Strategisch günstig wurde es den Touristen am Lungomare, der Seepromenade, in den Weg gelegt.

Die Fahrt eröffnet einen wunderbaren Ausblick über das Meer und den Hafen bis zur historischen Altstadt, sowie auf die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Neustadt. Sie kostet 9 Euro – nicht gerade ein Schnäppchen, aber billiger als der große Riesenradbruder in London. Doch man muss sich beeilen, denn bisher ist der Fahrspaß nur für die Weihnachtszeit geplant.

Triggianos offizielle Weihnachtsdeko auf dem Rathausplatz ist weniger riesig, aber trotzdem ein Hingucker.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!