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Apulische Altstädte – lauschig romantisch und klaustrophobisch eng

 

 

Wer sein fahrtechnisches Können unter Beweis stellen will, ist in süditalienischen Altstädten gut aufgehoben. Hier zeigte der Fahrer eines Transporters, welcher Mitte Juli Material zum Bühnenaufbau in die historische Altstadt von Martina Franca gebracht hatte, was er drauf hat.

Eine Kutschpartie ist lustig

Neulich zwischen Ostuni und Francavilla Fontana – Wohin diese beiden Männer unterwegs waren, habe ich nicht in Erfahrung gebracht. Vielleicht musste sich das Pferd sein Stroh vom Feld holen. Vielleicht sollten Kutsche, Pferd und Stroh auch irgendwo eine Touristenattraktion bilden. Auf jeden Fall fielen sie auf.

Bunter Besucher blauer Blümchen

Wer hatte sich denn heute auf unserer Terrasse eingefunden? Fröhlich umflatterte der gelb-schwarze Geselle unsere „Blaue Säckelblume“ und labte sich am Pollen. „Schwalbenschwanz“ nennt man diesen auffällig großen Schmetterling passend auf Deutsch – „macaone“ auf Italienisch. Wieder was gelernt.

Morgens früh um acht wird am Strand sich breit gemacht

Auf einem Bretterweg geht es durch die Dünen hindurch zum Strand „Pilone“ bei Ostuni.

Feine, weiße oder goldgelbe Sandstrände, schroffe Felsen, versteckte Buchten und Meeresgrotten – Apulien hat ungefähr 800 km Küste, sodass wirklich jeder irgendwann seinen Lieblingsstrand findet. Unser, Pilone genannt, ist vielleicht nicht der Allerschönste, aber er liegt fahrtechnisch günstig in der Nähe des Wochenendhäuschens meiner Schwiegereltern.

 

Das Meeresrauschen wird immer lauter, die salzige Luft steigt in die Nase und schließlich taucht das türkisblaue Wasser hinter dem Sand auf – das apulische Meer weiß sich in Szene zu setzen.

Es gibt einen freien Abschnitt, bei dem es bis zu den öffentlichen Toiletten ziemlich weit ist, aber auch Lidos mit Strandliegen, Sonnenschirmen, Kiosken und sanitären Anlagen unmittelbar am Wasser.

Mit kleinen Kindern geht man morgens an den Strand und verlässt ihn gegen 10, spätestens um 11 Uhr schon wieder. Das hat vor allem in der Hauptsaison den Vorteil, dass man sich das glasklare Meer mit relativ wenigen Mitmenschen teilen muss. Man verbraucht weniger Sonnencreme, vermeidet Staus und ist pünktlich zur deutschen Mittagszeit wieder zu Hause.

 

Außerdem sieht man auch mal, dass fleißige Traktorfahrer schon lange vor den ersten Badenden dabei sind, den Strand zu putzen.

Strand um acht – uns hat’s Spaß gemacht!

Ostuni 2018 – Weiß und wunderbar

Ostuni nennt man auch die Weiße Stadt. Auf den Fotos dürfte deutlich werden, warum. Hier in etwa beginnt mit dem Salento der Stiefelabsatz Italiens, was Ostuni seinen zweiten Beinamen „Tor zum Salent“ eingebracht hat. Etwa acht Kilometer östlich der 31.000 Einwohner zählenden Stadt liegt die Adria mit ihren goldgelben Sandstränden, denen jedes Jahr aufs neue 5 Segel für die Top-Qualität des Meereswassers verliehen werden.

 

 

 

 

 

 

Wir verbringen gern mal ein langes Wochenende hier und halten natürlich auch fotografisch unsere Eindrücke fest.

Sommerfrische in San Giorgio und Fisch vom Feinsten

Wenn man unserem Automechaniker Luigi glauben mag, dann gibt es in der Nähe von Bari keinen besseren Ort für die Sommerfrische als San Giorgio. Wie gut ist es da, dass sich San Giorgio praktisch gleich vor den Toren von Bari befindet. Hier gibt es ein Hotel, einen Campingplatz und einen Bezahlstrand, aber auch einen winzigen Fischerhafen und einen öffentlichen Steinstrand, der vereinzelte, noch winzigere Sandbuchten eingeschlossen hat. Kinder tummeln sich somit vor der Steinbarriere im feinen Kies und die Erwachsenen schwimmen weiter draußen im glasklaren Wasser oder setzen sich gar mit ihren Stühlen hinein.

Nun hat Luigi hier nicht nur sein eigenes Sommerhäuschen, sondern offensichtlich befindet sich auch seine Großfamilie im weitesten Sinne hier, denn während er uns nur 100m die Strandstraße entlangführt, treffen wir auf zahlreiche Personen, die uns als Cousins vorgestellt werden. Einer von ihnen verkauft von seinem mobilen Stand aus Seeigel, die er blitzschnell mit einer speziellen Zange öffnet und mir direkt zum Kosten anbietet. Leider hat mein Magen etwas gegen Tiere aus dem Meer, die keine Fische sind. Luigis Cousin findet das sehr bedauerlich. Luigi selbst besteht dennoch darauf, mir die Muschelaufbewahrungsanlage, eines anderen weitläufigen Verwandten zu zeigen. Zufällig befindet sich nämlich nicht weit von Luigis Sommerhäuschen einer der Fischläden, die in und um Bari als Juwel gelten: „Pescheria dal Nonno“.

Meerwasseranlage zur Aufbewahrung von Muscheln

Tatsächlich findet man hier allerhand Meeresgetier appetitlich angerichtet und aufgetürmt. Die Käufer drängen sich trotz der Hitze dicht an dicht. In die Arbeitsräume, wo Muscheln geputzt und geöffnet oder Polypen zu Tode geschüttelt werden, darf hingegen nicht jeder. Hier gibt es ein riesiges Becken, in dem die Muscheln in Kolonien an langen Metallträgern im frischen Meereswasser hängen, das ständig von außen hereingepumpt wird. Nur so behalten sie ihren Geschmack, sagt Luigi, und nur so erklärt sich auch die hervorragende Qualität. Natürlich wird mir erneut eine Probe angeboten. Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit in Bezug auf etwas, das aus dem Meer kommt, ist für den Baresen so ziemlich die schlimmste vorstellbare Strafe, weshalb ich hier von vielen bedauert werde.

Polypen werden entweder mit einer großen Klatsche totgeschlagen…

… oder professionell zu Tode geschüttelt.

Bevor die Muscheln appetitlich aussehen, müssen sie geputzt werden.

Doch solange ich keine Lactoseunverträglichkeit bekomme, werde ich trotzdem gut in Apulien (über)leben. Davide interessierte sich auch weniger für Fische, sodass wir dem famosen Fischladen bald den Rücken und an den Strand zurückkehrten, um noch ein paar Schippen Sand ins Wasser zu werfen und uns richtig einzumodern. Sommerfrische ins San Giorgio hat eben für jeden etwas.