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Vor den Toren der Stadt – Großprojekt zur Strandsanierung

Treibgut am Steinstrand vor den Toren Baris

Es ist Samstag und ich möchte mal wieder raus aus unseren vier Wänden. Luigi kann man leider nur für Ausflüge begeistern, wenn es für Süditaliener warm genug ist (so ab 25 Grad aufwärts). Mein Sohn kann sich hingegen nicht wehren und so nötigte ich ihn wenigstens zu einem kurzen Spaziergang an einem nahegelegenen Strand. Der Großraum Bari hat davon ca. 50 km.

Während Baris Seepromenade „Lungomare“ innerhalb der Stadt ein kleines Juwel ist, auf der man zwischen wuchtigen, historischen Fronten auf der einen Seite und dem Meer auf der anderen Seite in Richtung San Giorgio bis zum Stadtstrand „Pane e Pomodoro“ schlendern kann, ist sie außerhalb der Stadt bis heute ein zersiedeltes Gebiet mit kleinen, verfallenen Bauten und vermüllten Steinstränden. Das wirkt, obwohl ab Mai die Leute des tags wie Robben auf den Steinen liegen, nur wenig einladend auf Besucher mit weniger toleranten Augen. Mit einbrechender Dunkelheit werden dann die Feuer entlang des Fußwegs entzündet, an denen die Huren (überwiegend illegale Einwandererinnen) sich ihre spärlich bekleideten Extremitäten wärmen. Und das ist nur das, was mein blauäugiges Wesen im Vorbeifahren erkennt.

Sportliche Herausforderung – Balancieren bei Wind

Doch genug gejammert, denn der schlechte Ruf und die offensichtliche Vernachlässigung einer Goldgrube vor den Toren Baris sollen nicht länger aufrecht erhalten werden. Schon 2018 hatte die Stadt einen internationalen Wettbewerb namens „Bari Costa Sud“ zur Sanierung von ca. 6 km Strand ausgeschrieben, die zu einem größeren Plan der Sanierung von über 40 km Küste der Stadt gehörte. Was daraus geworden ist, konnte ich nicht eruieren, aber inzwischen weiß man wenigstens, wann man mit dem Projekt fertig sein will – 2026 nämlich, wie unlängst in Repubblica (La Repubblica) zu lesen war. Nun warten wir mal ab, wann man uns endlich Taten sehen lässt.

Ansätze einer „macchia

An diesem Samstag, der eigentlich schon der letzte Samstag war, jedenfalls kraxelten Davide und ich allein über große und kleine Steine, balancierten auf angespülten Baumstämmen und brachten gefundenes Schilfrohr mit nach Hause, das ich für meinen Terrassenwald gut brauchen konnte.

Ich bin gespannt, wie es hier 2026 aussehen wird. Vielleicht wird man sich dann auch nach dem Spaziergang irgendwo in eine Bar setzen und einen Kaffee trinken können. Ein Häuschen für die Bordsteinschwalben wäre vielleicht angebracht, ist jedoch eher unwahrscheinlich, denn Prostitution gibt es in Italien offiziell nicht.